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Fürstenhut

der Friedhof in Fürstenhut

Fürstenhut - ein Friedhof als Wanderziel: Ein Stück verlorene Heimat repräsentiert der Gottesacker von Fürstenhut! Häuser stehen hier keine mehr, die Kirche ist ein Schutthaufen, auf dem inzwischen Bäume wachsen, die Fluren sind verbuscht – nur der Friedhof ist noch da, Gräber, wo sonst weit und breit nur Landschaft ist. Die Siedlung Fürstenhut lag im Böhmischen drüben in unmittelbarer Grenznähe. Um das Jahr 1792 hatten sich hier auf einer Hochfläche, der „Schöneben“ im Zuge von Ortsgründungen des Fürsten Schwarzenberg Holzhauerfamilien aus naher und ferner Umgebung angesiedelt. Die entstandene Streusiedlung, Hutweide und eine Steinkirche formten schließlich ein Gemeinwesen, das mit der Vertreibung der deutschstämmigen Bevölkerung 1946 und der Einebnung des Dorfes samt Kirche und Friedhof 1956 ein trauriges Ende fand. Die Fluren wurden sich selbst überlassen und die Natur konnte dabei ihr früheres Terrain teilweise wieder zurückerobern. Erst 1989 wurden die Weiden wieder genutzt. 1991 kam die Grenzöffnung, der Nationalpark Sumava wurde proklamiert, das Areal erhielt Naturschutzstatus und auch die ehemalige Dorfstelle von Fürstenhut wurde wieder zugänglich. 1992 erhielten die ehemaligen Bewohner von Fürstenhut die Erlaubnis, die niedergewalzten Grabsteine wieder aufzurichten. Mittlerweile hat der Friedhof wieder ein würdiges Aussehen. Ein gespenstisches Ambiente allerdings für jene Wanderer, die bei Dämmerung und Nebel hier verweilen. Bei gutem Wanderwetter dagegen ist – je nach Standort – der Blick frei zur Kuppe des Lusen und hinauf nach Buchwald

Verlauf der Wanderung siehe unser Wandervorschlag: von Finsterau nach Fürstenhut

siehe auch

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