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Klimawandel

Klimawandel im Focus der Natur

Referat von Nationalpark-Forscher Dr. Claus Bässler im März 2009 im Haus zur Wildnis

„Auch wenn es im Moment nicht danach aussieht – es wird wärmer auf unserer Erde“. Mit diesen einleitenden Worten startete Nationalpark-Forscher Dr. Claus Bässler im Besucherzentrum Haus zur Wildnis einen interessanten wie aufschlussreichen Vortrag über den globalen Klimawandel und seine Folgen für die Wälder im Nationalpark Bayerischer Wald.

Mit einem Rückblick auf die vorherrschenden Temperaturen seit dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 8.000 Jahren belegte Dr. Bässler, dass es auch in früheren Zeiten natürliche Temperaturschwankungen ohne menschliche Eingriffe gab. So lässt sich vor etwa 1.000 Jahren im Hochmittelalter eine Warmphase feststellen, in der es gut ein Grad Celsius wärmer war als heute und selbst in England mit Erfolg Wein angebaut wurde.

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Ihr folgte die „kleine Eiszeit“ vor etwa 300 Jahren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, in der es besonders in höher gelegenen Regionen wie dem Bayerischen Wald zu großen Hungersnöten kam.

Trotz dieser nachweislichen Temperaturschwankungen legte sich der Weltklimarat 2007 auf die These fest, dass es künftig wärmer wird, und zwar je nach Klimaszenario zwischen 1,8 Grad bis 4,0 Grad C bis zum Ende des 21. Jahrhunderts, verursacht durch einen zunehmenden CO2-Anstieg in Folge Verbrennung fossiler Energie.

„Im ersten Moment erscheint das nicht sehr hoch“, betonte Dr. Bässler, verdeutlichte aber ihre immensen Auswirkungen auf die Natur. Schon bei einer Temperaturerhöhung von nur einem Grad Celsius würden ca. 30 % unserer heute auf Erden lebenden Arten aussterben! Und dieses eine Grad Temperaturanstieg würde auf Dauer die Vegetationszonen um etwa 160 Höhenmeter nach oben verschieben. Das heißt, unsere Bergmischwälder würden den heute bei ca. 1.200 Höhenmetern beginnenden Bergfichtenwald gänzlich verdrängen! Auf Grund dieser einschneidenden Veränderungen mag man sich gar nicht ausmalen, was auf unserer Erde passiert, wenn eine Temperaturerhöhung von knapp fünf Grad Celsius eintreten würde.

Dass diese Thesen keine selbst erdachten Schreckgespenster darstellten, sondern Fakt sind, belegen die Untersuchungen von Naturforscher Friedrich Max Thiem am Rachel vor ziemlich genau 100 Jahren. Seine dort 1906 bestimmten 317 Käferarten leben heute im Durchschnitt 270 Höhenmeter weiter oben, stellte Dr. Bässler bei den gegenwärtig laufenden Untersuchungen fest. „Wer nach oben ausweichen kann, hat Glück. Für die, welche schon oben leben, wird es aber sehr eng“, konstatierte Dr. Bässler, und meinte damit alle Tiere und Pflanzen im hochmontanen Bergfichtenwald, wie z. B. den Siebenstern als Pflanzenvertreter oder die Ringdrossel als Tierart.

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Dr. Bässler betonte ausdrücklich, dass alle Computer-Modellrechnungen über die erwartete Klimaerwärmung auf von Menschen eingegebenen Daten basieren und somit gewisse Unsicherheiten beinhalten. „Aber“, so Dr. Bässler, „zeigen uns schon heute die Klimawerte der letzten 30 Jahre von der Wetterstation Waldhäuser alarmierende Signale“.

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Allein der Buchenaustrieb hat sich in dieser Zeit um 18 Tage verfrüht! Die Buche könnte somit für dieses Jahrhundert durch die verlängerte Vegetationszeit zum Gewinner unter den Waldbäumen werden. Die Fichte hingegen wäre durch Wasserstress in Folge höherer Verdunstung und Begünstigung des Buchdruckers ein klarer Verlierer.

siehe auch

klimawandel.txt · Zuletzt geändert: 2018/04/22 06:28 (Externe Bearbeitung)

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