Das Wiki für den Bayerischen Wald

Nationalpark aktuell

Geführte Wanderungen, Radtouren und sonstiges Aktuelles rund um den Nationalpark Bayerischer Wald




Open-Air „Der Wilde Wald“ im Kurpark Grafenau im Zeichen des Nationalparks

Rund 150 Besucher genossen den stimmungsvollen Abend vor dem Kurparkpavillon und zeigten sich vom Programm begeistert. (Foto: Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald)

200 Besucher genossen lauen Sommerabend mit Live-Musik und Wildnis-Kino

Der große Platz vor dem Kurparkpavillon in Grafenau bot am Donnerstag eine herrliche Kulisse für einen ganz besonderen Abend im Zeichen des Nationalparks Bayerischer Wald. Die Stadt Grafenau, die Werbegemeinschaft und die Nationalparkverwaltung hatten gemeinsam zum Open-Air-Kino eingeladen, das sich rund 200 interessierte Besucher nicht entgehen lassen wollten. Gezeigt wurde das Werk der Mauther Filmemacherin Lisa Eder „Der Wilde Wald“, der anlässlich des 50. Jubiläums des Nationalparks gedreht wurde.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Nationalparkleiter Franz Leibl und Grafenaus Bürgermeister Alexander Mayer, machte die Nationalparkband „Woodpecker and the Barkbeatles“ den Auftakt. Die achtköpfige Truppe aus aktiven und ehemaligen Nationalparkmitarbeitern sorgte mit Rockklassikern und stimmungsvollen Balladen von Coldplay, Tom Petty, U 2 und den Beatles für eine beschwingte Atmosphäre. Die Gäste genossen sichtlich die Musik, die leckeren Cocktails von den Mitarbeitern der Sparkasse Grafenau die an der Spechtbar über den Tresen gingen - übrigens zu Gunsten der Bürgerstiftung Grafenau, die den Erlös an Flüchtlinge aus der Ukraine spendet - und die kulinarischen Schmankerl von Uli Lang. Gut gestärkt und gut unterhalten konnte es dann in den zweiten Teil dieses lauen Sommerabends gehen.

Bevor jedoch „Der Wilde Wald“ über die Leinwand flimmerte, gab Regisseurin und Produzentin Lisa Eder noch einen exklusiven Einblick in die Entstehung (des Kinofilms.) „Obwohl ich aus Mauth komme, hat mir der wirkliche Bezug zum Nationalpark gefehlt. Das ist mir während dieser Filmarbeiten erst klargeworden. Der Film hat quasi mein Leben verändert. Das Thema Wald ist seither im Fokus meiner Arbeit.“, erzählte die Filmemacherin. Im Jahr 2019 sammelten Lisa Eder und ihr Team über 100 Stunden Filmmaterial im Schutzgebiet, aus dem innerhalb von vier Monaten ein beeindruckender Kinofilm entstand. „Seit dem Kinostart im Sommer 2020 bin mit meinem Film sehr viel auch international unterwegs und möchte damit eine klare Botschaft senden: Wir brauchen mehr Bewusstsein dafür, wie wichtig Wälder sind und welche Bedeutung sie haben. Für die Artenvielfalt, das Klima und für uns Menschen als Lern- und Erholungsort“. Nach einer Kinotour durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Luxemburg soll „Der Wilde Wald“ bald auch in den USA und in Israel zu sehen sein.

Über diese Nachricht freute sich auch Nationalparkleiter Franz Leibl: „Wir sind sehr glücklich, dass unser Motto `Natur Natur sein lassen´ mit dem Film von Lisa Eder bald noch mehr Menschen auf der ganzen Welt erreicht. Das hätten wir uns Anfangs nicht erträumt.“ Auch die Besucher im Grafenauer Kurpark zeigten sich begeistert und applaudierten am Ende des Kinoabends noch minutenlang.



Laurentius‘ Tränen

Laurentius‘ Tränen

Himmelsereignisse über dem Nationalpark Bayerischer Wald am Freitag, 12. August.

Den Sternenhimmel beobachten können alle Interessierten bei einer Führung am Freitag, 12. August. Dabei erkundet Max Greiner, Vorsitzender von Pro Nationalpark Freyung-Grafenau und langjähriger Waldführer, die Wälder rund um den Wistlberg bei Finsterau.

In kaum einem anderen Gebiet Deutschlands kann der Sternenhimmel so gut ohne störende Einflüsse künstlichen Lichts beobachtet werden, wie in der gering besiedelten, grenzüberschreitenden Natur- und Nationalparkregion Bayerischer und Böhmischer Wald. Und der August ist der aktivste Sternschnuppenmonat. Die Ursache liegt im Perseiden-Strom, im Volksmund auch Laurentius‘ Tränen genannt. Bis zu 100 Meteore in der Stunde sind keine Seltenheit.

Start der rund zweistündigen Führung ist um 21 Uhr am Parkplatz Wistlberg. Die Führung findet nur bei klarer Sicht statt. Die Führungsgebühr beträgt fünf Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Bei Vorzeigen einer Nationalpark-Card oder einer Gästekarte mit GUTi-Logo wird nur die halbe Führungsgebühr erhoben.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice (0800 0776650) möglichst frühzeitig, spätestens jedoch einen Tag vorher, erforderlich.


Mit dem Tierpfleger zu Käuzen und Bären

Wanderung aus der Reihe „Nationalpark exklusiv“ am Samstag, 13. August.

Einen Blick hinter die Kulissen des Tier-Freigeländes im Nationalparkzentrum Lusen gibt’s am Samstag, 13. August. Dabei nimmt Tierpfleger Christoph Wagner alle Interessierten mit zu einem Spaziergang von Gehege zu Gehege.

Der Rundgang führt die Gruppe vorbei an Käuzen, Braunbären, Greifvögeln, Störchen, Wildkatzen, Wildschweinen und Fischottern. Dabei erzählt der Tierpfleger von seinem Alltag und gibt Informationen zum aktuellen Tierbestand, der Fütterung der Tiere sowie dem Umgang mit ihnen. Außerdem wird der Betriebshof genauer unter die Lupe genommen.

Start der rund dreistündigen, kostenlosen Führung ist um 14 Uhr.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice (0800 0776650) möglichst frühzeitig, spätestens jedoch einen Tag vorher, erforderlich. Dabei wird auch der genaue Treffpunkt bekannt gegeben.


Über die Grenze zum Lakasee radeln

am Lakasee

Radtour hinein in den Böhmerwald am Sonntag, 14. August.

Am Sonntag, 14. August, begleitet Waldführer Klaus Strasser alle Interessierten mit dem Rad auf einer Tour über den Iron Curtain Trail über die Grenze bis zum Lakasee. Der Rückweg führt über den Radweg 2113 im Nationalpark Šumava zum Ferdinandsthal und anschließend zum Ausgangspunkt am Nationalparkzentrum Falkenstein. Die Strecke ist zirka 41 Kilometer lang und überwindet dabei rund 800 Höhenmeter im Auf- und Abstieg.

Treffpunkt für die mittelschwere Tour ist um 10 Uhr in Parkplatz am Nationalparkzentrum Falkenstein. Die Anfahrt ist mit der Waldbahn möglich, die auf dieser Strecke im Stundentakt verkehrt. Mitzubringen sind der Personalausweis sowie eine Brotzeit nebst ausreichend Getränken. Ein Radhelm ist Pflicht!

Die Führungsgebühr beträgt fünf Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Bei Anreise mit der Waldbahn sowie dem Vorzeigen einer Nationalpark-Card oder einer Gästekarte mit GUTi-Logo wird nur die halbe Führungsgebühr erhoben.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice möglichst frühzeitig, spätestens jedoch einen Tag vorher, erforderlich.


Die Wälder der Lusenhänge im Wandel der Zeit

die Wälder der Lusenhänge

Tageswanderung im Nationalpark Bayerischer Wald am Sonntag, 14. August.

Am Sonntag, 14. August, begleitet Waldführer Stefan Breit alle Interessierten auf einer Wanderung rund um Waldhäuser. Über die Steinfelsenhänge, den Waldhäuserriegel und die Waldhausreibe wird zum höchsten Punkt der Tour, der Glasarche, gewandert. Der Rückweg zum Ausgangspunkt führt die Gruppe dann durch das Teufelsloch. Auf dieser Tour lässt sich der Wandel der Wälder in den über 50 Jahren, die der Nationalpark nun besteht, eindrücklich erleben.

Start ist um 10 Uhr in Waldhäuser. Die reine Gehzeit für die rund 12 Kilometer lange Strecke beträgt zirka sechs Stunden. Es sind knapp 400 Höhenmeter zu überwinden. Während der Wanderung ist keine Einkehr geplant. Daher sind neben einer gewissen Grundkondition, Trittsicherheit, geeignetem Schuhwerk und dem Wetter angepasster Kleidung eine Brotzeit nebst Getränken mitzubringen.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice (0800 0776650) möglichst frühzeitig, spätestens jedoch einen Tag vorher, erforderlich. Dabei wird auch der genaue Treffpunkt bekannt gegeben.


Sommerferien mit Spiel, Spaß und Waldabenteuern

Nach zwei Jahren Pause kann in diesem Jahr das Spechtfest wieder im Waldspielgelände stattfinden. Auf die Familien warten zahlreiche Mitmach- und Quizstationen. (Foto: Jolie Organista/Nationalpark Bayerischer Wald ­  –  Freigabe nur in Verbindung mit dem Veranstaltungshinweis)

Nationalpark bietet volles Sommerferienprogramm mit Erlebnisnachmittagen, Spechtfest und Olympischen Sommerspielen

Endlich Sommerferien! Sechs Wochen rührt sich im Nationalpark Bayerischer Wald einiges. Auf die Kinder wartet dieses Jahr wieder ein umfangreiches Ferienprogramm mit vielen Highlights.

Los geht es mit den Outdoor-Erlebnistagen für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren rund ums Neuschönauer Hans-Eisenmann-Haus. Diese finden am Dienstag, 2. August, sowie am 9.8., 16.8., 23.8., 30.8 und 6.9., unter dem Motto „Waldspürnasen unterwegs“ statt. Von 14 bis 16.30 Uhr werden im Wald Kunstwerke aus Naturmaterialien gebastelt, Spiele gespielt und die Tiere im Tier-Freigelände beobachtet.

Outdoor spannende Nachmittage erleben, geht aber auch im Waldspielgelände in Spiegelau.

Jeden Mittwoch in den Sommerferien, also am 3.8., 10.8., 17.8., 24.8., 31.8. und 7.9., können junge Waldabenteurer ab fünf Jahren gemeinsam mit ihren Eltern den Wald erkunden. In zwei bis drei Stunden gibt es viel zu erleben und auch einiges über die Tiere und Pflanzen im Nationalpark zu erfahren.

Am Montag, den 15.8. wird es sportlich! Von 14 bis 16.30 Uhr finden im Waldspielgelände Olympische Sommerspiele statt. Bei vielen Aktionen und Wettkämpfen können sich die Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren sportlich erproben und Olympiasieger 2022 werden.

In den vergangenen Jahren musste das Spechtfest corona-bedingt leider ausfallen. Dieses Jahr kann es aber wieder stattfinden! Unter dem Motto „Frag doch mal den Specht“ findet das beliebte Mitmachspektakel am 21.8 von 12 bis 17 Uhr im Waldspielgelände in Spiegelau statt. An vielen Stationen werden für Kinder und die ganze Familie lustige Spiele geboten. Es können spannende Quizfragen gelöst und „spechtakuläre“ Experimente durchgeführt werden.

Am 29.8. gibt es ebenfalls im Waldspielgelände einen Erlebnisnachmittag zum Thema „Sommerfest der Tiere“. Hier haben die Kinder zwischen fünf und zehn Jahren die Möglichkeit, die Tiere des Waldes kennenzulernen und ein unvergessliches Sommerfest gemeinsam mit den Tieren zu feiern! Beginn ist um 14 Uhr.

Im Nationalparkzentrum Falkenstein ist in den Sommerferien immer am Donnerstag, also am 4.8., 11.8., 18.8., 25.8., 1.9 und 8.9 ein Waldentdecker-Nachmittag für Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren geboten. Bei Spielen und Aktionen lernen die Kinder in den knapp drei Stunden einiges über die Natur und die Tiere, die im Nationalpark leben und haben gemeinsam viel Spaß beim Entdecken. Start ist um 14 Uhr am Eisenbahntunnel im Nationalparkzentrum Falkenstein. Auf die Zugankunft aus Zwiesel wird gewartet.

Wer mehr über die faszinierende Welt der Bienen und anderen Insekten wissen will, kann beim dreitägigen Ferienprogramm „Was summt und brummt im wilden Wald?“ dabei sein. Bei spannenden Wanderungen und lustigen Aktivitäten rund um die beiden Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein, erfahren Kinder zwischen 7 und 12 Jahren wo (Wild-)Bienen und andere Sechsfüßler zu finden sind und warum es für sie immer schwieriger wird zu überleben. Die kleinen Forscher erfahren auch, wie Insekten geschützt werden können und bauen sogar ein Insektenhotel. Es handelt sich zwar um ein zusammenhängendes Ferienprogramm, es besteht aber auch die Möglichkeit an einzelnen Tagen teilzunehmen. Im Haus zur Wildnis findet die mehrtägige Ferienaktion vom 8. bis 10.8. statt, jeweils von 10 bis 16.30 Uhr. Treffpunkt ist das Nationalparkzentrum Falkenstein, Eisenbahntunnel. Im Hans-Eisenmann-Haus ist das Programm vom 1. bis 3.8., ebenfalls zwischen 10 und 16.30 Uhr geplant. Treffpunkt ist das Nationalparkzentrum Lusen, Hans-Eisenmann-Haus.

Bei allen Erlebnisnachmittagen sowie beim dreitägigen Ferienprogramm sollten die Kinder unbedingt wetterfeste Kleidung inklusive passendem Schuhwerk und eine Brotzeit mit Getränk dabeihaben. Zudem wird bei allen Veranstaltungen, mit Ausnahme des Spechtfests, um Anmeldung beim Nationalparkführungsservice unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 0776650 gebeten. Die Kosten für alle Veranstaltungen trägt die Nationalparkverwaltung. Der Treffpunkt für die Veranstaltungen im Nationalparkzentrum Lusen ist stets an der Infotheke des Hans-Eisenmann-Haus. Alle Infos gibt’s auch online unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/aktuelles.

Weitere Veranstaltungen des Nationalparks Bayerischer Wald finden Sie stets unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/veranstaltungen.


Menschen mit Handicap beim Aktionstag vom Nationalpark und Landkreis

An verschiedenen Stationen lernten die Teilnehmer die Natur des Nationalparks sowie die verschiedenen Arten, die dort leben, kennen. (Foto: Peter Auerbeck/Nationalpark Bayerischer Wald)

20 Erlebnisstationen für 400 Teilnehmer im Waldspielgelände in Spiegelau

Schweißgebadet – aber restlos begeistert von der wilden Nationalpark-Natur waren 400 Kinder, Jugendliche und Erwachsene beim Tag für Menschen mit Behinderung im Waldspielgelände in Spiegelau. Der Erlebnistag hätte bereits zum 50. Geburtstag des Schutzgebietes stattfinden sollen. Nun konnte er nach zwei Jahren coronabedingten Einschränkungen nachgeholt werden.

Wie fühlt sich das Fell von einem Luchs an? Was unterscheidet die Fichte von der Tanne? Und welche Geräusche hört man im Wald? Auf all diese Fragen erhielten die Teilnehmer der drei Förderschulen und drei Behinderteneinrichtungen, die im Waldspielgelände zu Gast waren, Antworten. An 20 Stationen konnten die Kinder und Jugendlichen gruppenweise mit einem Waldführer oder Ranger die Besonderheiten der Nationalparknatur kennenlernen. Am Ende des Vormittags spendierte der Landkreis Freyung-Grafenau auf der Waldwiese eine Brotzeit.

Dass der Aspekt „Natur-Erleben für alle“ im Nationalpark eine besondere Rolle spielt, sagte Leiter Dr. Franz Leibl bei seinem kurzen Grußwort. Wer die erst kürzlich erschienene Broschüre „Reisen für alle“ schon einmal durchgeblättert hat, dem sei bestimmt aufgefallen, dass der Nationalpark mit seinen Einrichtungen immer wieder auftaucht. „Wir haben ein großes barrierearmes Angebot und werden dies auch noch weiter ausbauen.“ Beispielsweise entstehe aktuell im Bereich der Racheldiensthütte ein Wanderweg, den auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität nutzen können. „Auch am Wistlberg bei Finsterau werden im Zuge der Nationalparkerweiterung barrierearme Plattformen und Bohlenstege sowie ein Spielplatz entstehen.“ Leibl dankte am Ende allen Mithelfern des Tages für ihr Engagement.

Dem konnte sich Franz Brunner, stellvertretender Landrat von Freyung-Grafenau, nur anschließen und bedankte sich in erster Linie beim Nationalpark. „Diesen Tag heute hat uns der Nationalpark gemeinsam mit dem Landkreis Freyung-Grafenau zu seinem 50. Geburtstag geschenkt. Vielen Dank dafür.“

Wie wichtig barrierefreie und -arme Angebote sind, hoben Lukas Laux, stellvertretender Sachgebietsleiter der Nationalpark-Umweltbildung, und Anita Moos, Behindertenbeauftragte des Landkreises Freyung-Grafenau, bei der Besichtigung der neuen Behindertentoilette hervor. Diese wurde als neuste Einrichtung direkt am Parkplatz gebaut, insgesamt stehen nun vier WC-Häuschen im gesamten Waldspielgelände zur Verfügung. „Bei der Ankunft hier in Spiegelau ist der erste Weg von vielen oftmals auf die Toilette“, so Laux. Diesen Bedürfnissen habe der Nationalpark nun Rechnung getragen.


Umweltpraktikanten engagieren sich für Barrierefreiheit

Jens Krollman von der Commerzbank (von links), Nationalpark-Umweltbildungsreferent Lukas Laux sowie ein Großteil der diesjährigen Commerzbank-Umweltpraktikanten von Nationalpark und Naturpark Bayerischer Wald packten gemeinsam an. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Gemeinsamer Arbeitseinsatz von Freiwilligen des Nationalparks und Naturparks dank Engagement der Commerzbank.

Jedes Jahr unterstützen Studenten die Arbeit des Nationalparks und Naturparks Bayerischer Wald im Rahmen des Commerzbank-Umweltpraktikums. Traditionell kommen die Freiwilligen dabei einmal zusammen, um sich kennenzulernen und gleichzeitig anzupacken. Dieses Jahr halfen sie einen halben Tag dabei mit, einen Weg barrierearm zu machen.

Mit dabei war auch Jens Krollmann von der Regensburger Commerzbank-Niederlassung: „Der Austausch mit den Commerzbank-Umweltpraktikanten ist jedes Mal eine super Erfahrung. Es begeistert mich, wie motiviert und engagiert die jungen Leute sich einsetzen. Wir haben gemeinsam an einen Inklusionswanderweg gebaut, für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer. Das ermöglicht auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen, sich in der freien Natur bewegen zu können. Das freut mich besonders. Inklusion ist ein zentraler Bestandteil unserer Diversity-Strategie. Vielfalt ist eine Bereicherung für uns und fest verankert in unserer Unternehmenskultur.“

Neben einigen Schnuppertagen in anderen Bereichen des Schutzgebiets – wie dem Wegebau – sind die Studierenden sonst meist dort im Einsatz, wo auch die Besucher sind. Im Nationalpark sind das etwa das Wildniscamp, das Jugendwaldheim oder die Nationalparkzentren. „Damit stellen die Praktikanten einen wichtigen Baustein in unserer Arbeit dar“, betont Nationalpark-Umweltbildungsreferent Lukas Laux. „Nur dank dieses Engagements kann das hohe Pensum an Schulklassenprogrammen, Individualführungen und Veranstaltungen aufrechterhalten werden.“

Das Commerzbank-Umweltpraktikum unterstützt seit 1990 Großschutzgebiete bei ihrer Arbeit, hauptsächlich im Bereich Umweltbildung. Dabei wird den Studierenden verschiedenster Fachrichtung von den Einsatzgebieten eine Unterkunft gestellt, die Commerzbank zahlt ein Praktikumsentgelt. Bewerbungen sind jeweils bis Anfang Januar des Einsatzjahres möglich. Die nächste Bewerbungsphase startet im Herbst.

Infos unter www.umweltpraktikum.com.


Grenzübergang Blaue Säulen weiterhin geschlossen

Lusental bei den Blauen Säulen

Der Grenzübergang Blaue Säulen, den die Nationalparkverwaltung Šumava von der tschechischen Seite von Březník (Pürstling) aus zugänglich machen will, ist weiterhin geschlossen. So können Wanderer das Forsthaus Březník weiterhin nur von Modrava oder Filipova Huť aus erreichen.

Die Nationalparkverwaltung arbeitet weiter an einer legalen Möglichkeit zur Eröffnung des Grenzübergangs Blaue Säulen und des Wanderwegs durch das Lusental, die den Berg Lusen mit dem Forsthaus Březník verbinden würden. Dieses Gebiet ist zum Schutz der bedrohten Auerhühner gesperrt.

Vor kurzer Zeit wurde das Verfahren zur Genehmigung der sogenannten Ausgleichsmaßnahmen beendet. Die Naturschutzbehörde entschied, dass um den Weg Blaue Säulen - Březník eröffnen zu können, die Nationalparkverwaltung Šumava mehrere Bedingungen erfüllen muss. Eine davon ist, dass die Anzahl der Auerhuhn-Population im Böhmerwald mehr als 725 Individuen betragen muss. Die Auerhuhn-Population wird die Nationalparkverwaltung zusammen mit den Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald Anfang 2023 dokumentieren. Die Ergebnisse des Monitorings werden frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 bekannt sein. Eine weitere Bedingung für die Eröffnung ist, dass das neue Kerngebiet gültig sein muss. Die Verhandlungen dazu werden im Herbst 2022 wiederaufgenommen. Wenn der Prozess reibungslos verläuft, wird das neue Kerngebiet voraussichtlich ab der zweiten Hälfte des nächsten Jahres gelten.

Solange diese Bedingungen nicht erfüllt sind, wird es nicht möglich sein, vom Lusen zum Pürstling zu gehen.


Erweiterung des Nationalparks ist besiegelt

Die Hammerklause gehört künftig zum Nationalpark. Besucher können dorthin nicht nur wandern, auch ein Radweg führt an den See.

Festakt mit Staatsminister Glauber – „Ein Gewinn für Mensch und Natur“

Mit einem Festakt wurde die Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald um knapp 700 Hektar nun feierlich besiegelt. Im Salettl des Freilichtmuseums Finsterau freute sich Umweltminister Thorsten Glauber zusammen mit Vertretern der Nationalparkverwaltung und vielen Ehrengästen über die gelungene Vergrößerung. „Das ist nicht nur ein Gewinn für Mensch und Natur“, so der Staatsminister. „Damit haben wir unser Juwel auch zum größten Waldnationalpark Deutschlands gemacht.“

Die Erweiterung wurde bereits im Oktober 2020 – zum 50. Geburtstag des Schutzgebietes – durch Ministerpräsident Markus Söder und Staatsminister Glauber verkündet und war ein Geschenk der Bayerischen Staatsregierung. Weniger als zwei Jahre später ist es nun soweit und die Fläche, die bislang zu den Bayerischen Staatsforsten gehörte, wird Schutzgebiet.

„Der Nationalpark Bayerischer Wald ist ein Hotspot für die Artenvielfalt und Vorbild für sanften Tourismus“, sagte Glauber. Die Schönheit und die Ursprünglichkeit des Nationalparks seien überwältigend. „Die Erweiterung auf eine Fläche von fast 25.000 Hektar ist ein echter Gewinn für die Natur und die Menschen vor Ort.“ Der Nationalpark Bayerischer Wald sei nun Deutschlands größter Wald-Nationalpark. Zusammen mit den neuen Besucherprojekten werde der Nationalpark noch attraktiver. „Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und das große Engagement für die Natur und die Region.“

Wie Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks, in seinem Grußwort sagte, passen die neuen Flächen mit ihrer Naturausstattung hervorragend zum Nationalpark. „Darüber hinaus vergrößern wir mit der Erweiterung aber auch die gemeinsame Grenze mit dem Nationalpark Šumava in Tschechien.“ Dies bedeute, dass es mehr bayerisch-tschechische Berührungspunkte gebe und man dem Besucher noch mehr grenzüberschreitendes Naturerleben anbieten könne. „Mit der Erweiterung festigen wir die Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Šumava und die gemeinsame, grenzübergreifende Nationalparkentwicklung.“

Von Bedeutung sei auch die Ausrichtung der neuen Besucherinfrastruktur, die bei Finsterau auf dem Wistlberg entstehen soll. Geplant ist ein Schaufenster der Region, ein barrierearmer Waldspielplatz sowie eine große Aussichtsplattform, die einen Blick auf den Lusen ermöglicht und auch für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen erreichbar ist. Das benachbarte Finsterauer Filz soll mit einem barrierearmen Bohlenweg erschlossen werden. „Wir erstellen hier einen Besucherschwerpunkt für barrierefreies Naturerleben“, so Leibl.

Dass dieser Ansatz hervorragend zur bisherigen Ausrichtung der Gemeinde Mauth passt, erklärte Bürgermeister Ernst Kandlbinder. „Wir sind sehr froh über die weitreichenden Investitionen in unserem Gebiet und hoffen, dass wir mit dem positiven Image des Nationalparks eine stärkere Attraktivität unserer Tourismusregion erreichen – gerade im Bereich Barrierefreiheit.“ Kandlbinder betonte, dass es ihm darüber hinaus besonders wichtig war, bei den Planungen zur Nationalparkerweiterung die Anliegen der Bürger mit einzubeziehen. Dies sei in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark geglückt.

Als herausragende Einrichtung für die Region bezeichnete Sebastian Gruber, Landrat von Freyung-Grafenau, das Schutzgebiet. „Neben den naturschutzfachlichen Aspekten leistet der Nationalpark mit all seinen Angeboten und Einrichtungen einen wesentlichen Beitrag für die Lebensqualität der Menschen vor Ort und ist zudem ein touristisches Aushängeschild. Wir freuen uns sehr über die Erweiterung, die auch einen weiteren, wichtigen Impuls zur Regionalentwicklung gibt.“

Glückwünsche gab es auch von den tschechischen Nachbarn. Eva Volfová, die tschechische Vize-Umweltministerin, überbrachte die besten Grüße, als Gast war auch Pavel Hubený, der Leiter des Nationalparks Šumava, vor Ort.


Junior Ranger Verein erhält Ehrenamtspreis

Maria Kloiber aus Grainet ist die 3000. Junior Rangerin. Dazu gratulierten Mario Schmid, Geschäftsführer der Junior Ranger, Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl, Alexander Muthmann, 1. Vorsitzender der Junior Ranger, und Staatsminister Thorsten Glauber.

Feierstunde im Hans-Eisenmann-Haus - 3000. Teilnehmer des Projektes geehrt

Doppelten Grund zum Feiern hatte der Junior Ranger Verein. Zum einen konnte der 3000. Junior Ranger geehrt werden. Zum anderen erhielt der Verein für sein Engagement den Ehrenamtspreis der Versicherungskammer Stiftung. Bei einer Feierstunde im Hans-Eisenmann-Haus wurden die entsprechenden Zertifikate im Beisein von Umweltminister Thorsten Glauber überreicht.

„Den 3000. Junior Ranger zu ehren, das ist ein ganz besonderes Ereignis“, sagte der Staatsminister. Alle 3000 Kinder, die bisher an diesem Programm teilgenommen haben, seien wichtige Multiplikatoren. „Ihr lernt, dass uns allen die Natur anvertraut ist und ihr richtige Entscheidungen treffen müsst, um sie zu schützen.“ Neben der Wissensvermittlung biete der Junior Ranger Verein den Kindern tolle Aktionen. „Herzlichen Glückwunsch dazu. Ich hoffe, dass die Begeisterung für unseren Nationalpark bei euch allen weiterwächst.“

Und dann standen auch schon die Kinder im Mittelpunkt. Zusammen mit Dr. Franz Leibl, dem Leiter der Nationalparkverwaltung, überreichte Glauber an die 22 Junior Ranger, die in den Pfingstferien am Programm teilgenommen hatten, die Urkunden. Zur 3000. Junior Rangerin geehrt wurde Eva-Maria Kloiber aus Grainet und erhielt vom Nationalpark ein kleines Geschenkepaket.

Im Anschluss daran ging es dann um den Verein selbst. Franz Kränzler, Vorstandsmitglied der Versicherungskammer Stiftung, überreichte an Alexander Muthmann, den ersten Vorsitzenden der Junior Ranger, und an Geschäftsführer Mario Schmid den Ehrenamtspreis, der mit 5000 Euro dotiert ist. „Uns als Versicherungskammer ist es ein Anliegen, ehrenamtlich aktiven Menschen unseren Dank und unsere Anerkennung auszusprechen“, so Kränzler. Für den Bezirk Niederbayern habe es 30 Einsendungen gegeben. Letztendlich entschied sich die Jury für den Junior Ranger Verein, denn: „Das Konzept, dass Kinder mit der Unterstützung der Ranger Verantwortung für die Natur übernehmen, hat überzeugt.“

Alexander Muthmann bedankte sich für die Auszeichnung. „Das bestätigt uns darin, den seit 18 Jahren eingeschlagenen Weg weiterzugehen.“ Die „Ausbildung“ beim Junior Ranger-Programm sei nur ein erster Schritt. „Damit die Kinder den Bezug zum Nationalpark beibehalten, gibt es den Verein, der verschiedenste Veranstaltungen und Aktivitäten im Jahr bietet.“ Muthmann richtete sich in diesem Zusammenhang auch an die Eltern. „Ohne Ihre Zustimmung und die Fahrdienste geht es nicht.“ Dankesworte gab es auch noch für den Nationalpark und die Ranger, die Sparkassen Regen und Freyung-Grafenau und für die Vorstandsmitglieder des Junior Ranger Vereins. Mit Musik von der Nationalpark-Band „Woodpecker and the Barkbeatles“ und einem kleinen Imbiss klang der Nachmittag schließlich aus.


Gemeinschaftsausstellung - „LYNX - Im Zeichen des Luchses“

Im Haus zur Wildnis werden im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung Luchsfotos von teilweise internationalen Fotografen ausgestellt. Besucher können über ihr Lieblingsbild abstimmen. (Foto: NPV Bayerischer Wald)

Haus zur Wildnis und Galerie Kuns(t)räume grenzenlos zeigen zahlreiche internationale Bilder und Kunstwerke. Gemeinschaftsausstellung läuft bis zum 6. November.

Eine besondere Bühne hat derzeit eines der bekanntesten Raubtiere der Nationalparkwildnis – der Luchs. Bei der Gemeinschaftsausstellung „LYNX - Im Zeichen des Luchses“ im Haus zur Wildnis in Ludwigsthal und der Galerie Kuns(t)räume grenzenlos in Bayerisch Eisenstein, können Interessierte bis November zahlreiche Fotos, Gemälde und Skulpturen bestaunen.

In freier Wildbahn benötigt es schon viel Glück, um einen Luchs zu Gesicht zu bekommen. Meist lebt die Raubkatze sehr heimlich in den tiefen und wilden Wäldern des Nationalparks Bayerischer Wald. Dennoch - oder vielleicht auch gerade deswegen - übt die größte Katze Europas eine große Anziehungskraft auf uns Menschen aus. Der Nationalpark Bayerischer Wald und die Galerie Kuns(t)räume grenzenlos setzen dem Luchs nun ein besonderes Denkmal.

Beim Projekt „LYNX - Im Zeichen des Luchses“ sind bis November zwei parallellaufende Ausstellungen zu sehen. Die sonst sehr heimlichen Räuber mit den charakteristischen Pinselohren und Stummelschwanz werden so gezielt ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. „Unser klares Ziel ist es für die scheuen Jäger mehr Akzeptanz zu generieren und ihre Bedeutung und Rolle in der Wildnis ins Bewusstsein zu rufen“, sagt Achim Klein der Leiter des Haus zur Wildnis in Ludwigsthal. „Mich freut es sehr, dass in Zusammenarbeit mit den Kuns(t)räumen eine Ausstellung entstanden ist, die die Schönheit und Eleganz des Luchses in den Blickpunkt stellt und das auf so unterschiedliche Art und Weise“.

Wie der Leiter der Nationalpark Besuchereinrichtung weiter erklärt, sind im Haus zur Wildnis zahlreiche Luchs-Bilder nationaler und internationaler Fotografen zu bestaunen. „Die Künstler haben den Luchs in unterschiedlichsten Perspektiven eingefangen. Die Faszination, die von diesem eleganten Wildtier ausgeht, ist förmlich zu greifen“. Während der Ausstellung im Haus zur Wildnis sind Besucher aufgerufen über ihr persönliches Lieblingsbild abzustimmen und können bei einer Finissage am 22. Oktober mit etwas Glück einen Abzug ihres Favoriten-Fotos gewinnen.

Die Galerie in Bayerisch Eisenstein nähert sich dem Luchs auf künstlerische Weise. Es sind die Werke von insgesamt 46 Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Österreich und den USA ausgestellt, die sich mit dem Luchs und seinem Lebensraum, dem Wald, beschäftigt haben. Ihre Eindrücke haben sie ganz unterschiedlich dargestellt, mal plastisch, mal modern oder ganz klassisch in Öl auf Leinwand.

Die Gemeinschaftsausstellung „LYNX - Im Zeichen des Luchses“ läuft bis zum 6. November. Öffnungszeiten Haus zur Wildnis: täglich von 9 bis 18 Uhr. Öffnungszeiten Kuns(t)räume: Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17 Uhr.


Storchennachwuchs trägt nun Ringe

Behutsam wurde den Grafenauer Jungstörchen je ein ganz leichter Kunststoffring angelegt. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Erkennungszeichen für eindeutige Identifizierung – Früherer Nachwuchs in Franken und Polen niedergelassen

Für die Grafenauer Feuerwehr war es mittlerweile ein routinierter Einsatz. Am Donnerstagabend brachten die Freiwilligen ihre Drehleiter vor der Nationalparkverwaltung in Stellung, um Verena Rupprecht vom Landesbund für Vogelschutz zum Nest der Grafenauer Störche zu bringen. Denn: Die jährliche Beringung der Jungvögel stand auf dem Programm. Somit sind die beiden kleinen Störche nun auch in Zukunft eindeutig identifizierbar.

War der Korb erstmal in Position, ging alles ganz schnell. „Die Eltern flüchteten, sobald wir in die Nähe des Horstes kamen“, berichtete Rupprecht kurz nach der erfolgreichen Aktion. „Der Nachwuchs hingegen verhielt sich ruhig, verfiel in einen Scheintot.“ So ließen sich die ganz leichten Kunststoff-Erkennungsringe mit den Nummern A1P08 und A1P09 in wenigen Augenblicken an den Beinen der Vögel anbringen. Schon während die Drehleiter wieder einfuhr, kamen die Eltern zurück ins Nest und überzeugten sich davon, dass ihre am 30. Mai geschlüpften Jungen bei bester Gesundheit sind.

Und der Zweck der Aktion? Die Ringe können denselben Zweck wie ein menschlicher Fingerabdruck erfüllen. Wird die Nummer wiederentdeckt, weiß man, wohin es die Vögel verschlagen hat. Die Ringe stammen übrigens von der Vogelwarte Radolfzell am Bodensee, über die es immer wieder auch Nachrichten von Jungstörchen der vergangenen Jahre gab. Meldungen findiger Vogelbeobachter ist es zu verdanken, dass ein in Grafenau geborener Storch mittlerweile in Polen gesichtet wurde. Ein anderes Tier hat sich in Mittelfranken niedergelassen. Die diesjährigen Störche können übrigens noch bis zu ihrem Abflug über eine Webcam auf der Homepage des Nationalparks – www.nationalpark-bayerischer-wald.de – beobachtet werden.


Bierdeckel für den Naturschutz

Testeten in der Gastronomie vom Haus zur Wildnis schon mal den Einsatz der neuen Obacht-Bierdeckel: Elke Ohland (von links) vom Nationalpark sowie die beiden Ideengeberinnen Katrin Roiger und Theresa Hinkofer. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Kötztinger Duo gewinnt Ideenwettbewerb – Auerhuhn, Luchs und Co. als Motive für Nationalpark-Partner.

Es ist ein Thema, dass so alt ist wie der Naturschutz selbst: Auf welche Art vermittelt man Erholungssuchenden, wie sie sich bei Wanderungen, Radtouren und Co. verhalten sollen? Wie kommt an, was eigentlich jedem klar ist? Dass man keinen Müll zurücklässt zum Beispiel. Oder dass es zum Schutz der Tierwelt wichtig ist, auf den offiziellen Wegen zu bleiben. Das Duo Katrin Roiger und Theresa Hinkofer aus dem Raum Bad Kötzting hat sich dazu etwas Neues ausgedacht. Unter anderem mit einer tierischen Aufklärungskampagne in Form von Bierdeckeln sahnten sie den ersten Preis beim Wettbewerb „Ausgewildert“ des bayerischen Umweltministeriums ab. Zum Einsatz kommen diese nun bei den Nationalpark-Partnern.

„Wir sind ganz froh, dass unsere Idee jetzt so viel Aufmerksamkeit und Verbreitung findet“, sagte Initiatorin Katrin Roiger bei der Vorstellung der Motive in der Gastronomie vom Haus zur Wildnis in Ludwigsthal. Bei Wirt Bernhard Bachl liegen derweil schon viele Luchse, Rothirsche, Zottenböcke und Auerhähne auf den Tischen. „Wir haben Arten genommen, die ganz charakteristisch sind für den Bayerischen Wald“, erklärt Theresa Hinkofer, die für die grafische Gestaltung zuständig war. Filigran gezeichnet präsentieren sich die tierischen Nationalpark-Bewohner. Der Hirsch brüllt die dazugehörige Info den Trinkenden fast entgegen: „Obacht – im Woid ist wos los“. Auf der Rückseite gibt’s dazu noch einen kurzen, prägnanten Text, der Besucher dazu aufruft, bei ihren Ausflügen in die Natur Rücksicht auf Flora und Fauna zu nehmen.

Nicht nur im Umweltministerium, sondern auch im Nationalpark war man vom Siegerbeitrag so angetan, dass gleich geprüft wurde, wo man ihn unter die Leute bringen könnte. „Um die tollen Bierdeckel im Nationalparkgebiet zu verteilen, konnten wir unkompliziert unsere Nationalpark-Partner aus den Bereichen Gastronomie und Hotellerie mit ins Boot holen“, so Elke Ohland, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation und Koordination. Dort erreiche man Einheimische genauso wie Urlauber und Tagesausflügler. Weiterer Pluspunkt: „Bei der Einkehr haben Besucher Zeit und lesen den Text vielleicht etwas aufmerksamer als im Gelände.“ „Außerdem sind sie bei einer Brotzeit meist gut gelaunt, was hoffentlich zu mehr Verständnis führt“, ergänzt Katrin Roiger.

Angetan von den neuen Bierdeckeln ist auch Jochen Stieglmeier, selbst Hotelier und Vorsitzender des Nationalpark-Partner-Vereins: „Uns ist es seit jeher wichtig, unseren Gästen die wilde Waldnatur näher zu bringen.“ Dazu gehöre, dass man sich an ein paar Regeln halten müsse. „Diese jetzt so geschickt über ein Fuizl zu kommunizieren, finden wir richtig gelungen.“ Die „Obacht“-Motive werden aber auch über den Bayerischen Wald hinausgetragen. Der Nationalpark sowie die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald nehmen die schmucken Stücke in Zukunft nämlich auf Messen im ganzen deutschsprachigen Raum mit.

Mehr Infos zur Kampagne gibt’s unter www.obacht-woid.de. Mehr Infos zur Ausgewildert-Kampagne des Umweltministeriums gibt’s unter www.ausgewildert.bayern.de.


Die Blühwiese macht den Schulgarten komplett

 Mit Begeisterung haben die Erstklässler der Grundschule Neuschönau zusammen mit Nicole Graf vom Nationalpark die Saat für die Blumenwiese ausgebracht. (Foto: Heidi Melch/Nationalpark Bayerischer Wald)

Projekt der Heinz-Theuerjahr Grundschule Neuschönau mit Nationalpark und Bund Naturschutz

Im vergangenen Herbst haben die Erstklässler der Grundschule Neuschönau damit begonnen, das Gelände vor dem Schulhaus zu einem Lebensraum für Insekten und Vögel zu gestalten und eine Hecke gepflanzt. Nun folgte die zweite Maßnahme: Die Klassen 1a und 1b haben zusammen mit ihren Lehrerinnen Heidi Melch und Helena Boxleitner eine Wildblumenwiese ausgesät.

Die Maßnahme fand unter anderem im Rahmen des Projekts „Gemeinsam für mehr Vielfalt im Schulgarten“ statt. Unterstützung erhielten die kleinen Gärtner dabei von Hausmeister Stefan Breit, von Tobias Windmaißer vom Bund Naturschutz, der das Saatgut mitbrachte, und von Nicole Graf vom Nationalpark Bayerischer Wald. „Wir freuen uns immer sehr, wenn unsere Partnerschulen bei Aktionen aktiv werden“, sagte Nicole Graf, die sich über die Begeisterung der Kinder freute. „Beobachtungen in der Natur sind intensiver, wenn man selbst tätig wird. Die Kinder übernehmen Verantwortung dafür und achten mehr auf die kleinen Dinge.“ So bleibt Naturschutz nicht nur ein Thema, das im Schulheft steht, sondern wird lebendig. „Die Kinder lernen, dass jedes noch so kleine Lebewesen schützenswert ist.“

Neben der Hecke und der Blühwiese findet man rund um das Neuschönauer Schulhaus auch einen Bienenkasten, der von einer privaten Imkerin zur Verfügung gestellt wurde, sowie Totholzstämme, die von Mitarbeitern des Nationalparks ausgebracht wurden. „Hier hat sich bereits ein großes Waldameisenvolk angesiedelt, das die Schüler gerne beobachten“, erzählte Lehrerin Heidi Melch. Sie freut sich ebenso wie die Kinder auf die blühende Wiese. „Wir können hier direkt vor der Haustür beobachten, welche Blumen und Hecken zu welcher Jahreszeit blühen und wie sie sich entwickeln.“

Ergänzend zur Blumenwiesensaat fand am Hans- Eisenmann-Haus ein Bildungsprogramm zum Thema Bienen statt, das von Franziska Rissom, Teilnehmerin am freiwilligen ökologischen Jahr, erarbeitet und durchgeführt wurde. Hier lernten die Kinder einiges über Bienen, ihr Leben im Bienenstock, den Lebensraum Wiese und konnten sogar eine Imkerausrüstung bewundern. Ergänzend zu dem Projekt wird mit den Schülern der offenen Ganztagsschule noch ein Insektenhotel für den Schulgarten gebaut.


Gemeinsam für eine barrierefreie Urlaubsregion

Die neu aufgelegte Broschüre „Reisen für Alle – Bayerischer Wald“ wird auf der Fachmesse „REHAB“ vom 23. bis 25. Juni vorgestellt. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Stand auf der Fachmesse „REHAB“ in Karlsruhe – Neuauflage der Broschüre „Reisen für Alle“

Die Landkreise Freyung-Grafenau und Regen haben insbesondere mit der Nationalparkregion auch für Menschen mit Handicap jede Menge zu bieten – angefangen von Touren für Rollstuhlfahrer über barrierefreie Besuchereinrichtungen bis hin zu den passenden Beherbergungsbetrieben. Damit die Möglichkeiten, die es in diesem Bereich gibt, noch bekannter werden, besucht der Nationalpark Bayerischer Wald zusammen mit der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald und den beiden Landkreisen die „REHAB“, die 21. Europäische Fachmesse für Rehabilitation, Therapie, Pflege und Inklusion in Karlsruhe.

„Wir sind ein Nationalpark für alle, daher liegt es uns besonders am Herzen, Menschen mit Handicap das Erleben unserer wilden Natur zu ermöglichen“, sagt Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Zahlreiche Einrichtungen und Wanderwege des Nationalparks wurden bereits durch „Reisen für Alle“ zertifiziert, wie zum Beispiel die Besucherzentren in Neuschönau und Ludwigsthal, das Waldgeschichtliche Museum in St. Oswald oder das Waldspielgelände in Spiegelau. Darüber hinaus werden für Menschen mit körperlichem Handicap oder geistigen Einschränkungen auch kostenfreie Führungen angeboten, die intensive Erfahrungen von Wald und Wildnis ermöglichen.

Bei der Messe in Karlsruhe sollen diese Einrichtungen gemeinsam mit den vielen weiteren Angeboten in der Region, wie zum Beispiel dem Großen Arber und Arbersee, den Gläsernen Gärten Frauenau oder dem Baumwipfelpfad, vorgestellt werden. „Den besten Überblick über das ganze Potential, das unsere Region im Bereich Barrierefreiheit zu bieten hat, bekommt man im Heft ,Reisen für Alle - Bayerischer Wald‘ “, erklärt Robert Kürzinger, Geschäftsführer der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald. Die Arbeiten zur zweiten aktualisierten Auflage sind gerade abgeschlossen, pünktlich zur „REHAB“ soll das Werk fertig gedruckt sein und an Interessenten verteilt werden können.

In der Broschüre enthalten sind Beherbergungs- und Gastronomie-Betriebe sowie Ausflugs- und Auskunftsstellen, die bei „Reisen für Alle“ geprüft oder zertifiziert worden sind. „Es freut mich sehr, dass wir vier Akteure in diesem Bereich an einem Strang ziehen“, sagt Kürzinger. „So können wir für die Region mehr erreichen“, sind sich auch Kathrin Baumann vom Team der Tourismusförderung ARBERLAND REGio und Bernhard Hain, Tourismusreferent des Landkreises Freyung-Grafenau, sicher.

Die „REHAB“ ist seit 1980 weltweit eine der größten und bedeutendsten Fachmessen für Rehabilitation, Therapie, Pflege und Inklusion und findet vom 23. bis 25. Juni auf dem Messegelände in Karlsruhe statt.


Ein Verkehrskonzept für den Nationalpark

Gerade in Waldhäuser ist die Parksituation an den Wochenenden und in den Ferien oft angespannt. Das Verkehrskonzept soll Abhilfe schaffen. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Autoverkehr lenken und reduzieren, ÖPNV attraktiver gestalten

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist überregional von größter Bedeutung. Nicht nur hinsichtlich Ökologie, Forschung und Umweltbildung, sondern auch in seiner Funktion als Erholungsziel. Viele Urlaubsgäste wählen die Nationalparkregion als Destination für ihre Ferien, aber auch zahlreiche Tagesgäste wissen den Naturgenuss rund um Falkenstein, Rachel und Lusen zu schätzen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad erfreuen sie sich an den Schönheiten der Landschaft und genießen die Ursprünglichkeit der Natur.

Während jedoch die Übernachtungsgäste vom GUTi (Gästeservice-Umweltticket), dem inkludierten Fahrschein ihrer Nationalpark-Gästekarte profitieren und die örtlichen Linien- und Saisonverkehre im ÖPNV rege nutzen, reisen die Tagesbesucher meist individuell mit ihrem Auto bis zum Ausgangspunkt ihrer Wanderung an. Mit dem Ergebnis, dass an sonnigen Tagen vor allem die Bereiche Waldhäuser und Zwieslerwaldhaus sowie weitere beliebte Wanderparkplätze über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus beansprucht werden: Wildparker blockieren ganze Straßenzüge, Hauseinfahrten, Bushaltestellen und Rettungswege, ein Ärgernis für Anwohner und weitere Betroffene. An manchen Tagen und zu manchen Zeiten scheint das Naturerlebnis fast schon bedroht durch die Blechflut.

Um den Individualverkehr vor allem in den stark frequentierten Bereichen des Nationalparks zu lenken und zu reduzieren sowie den ÖPNV vor Ort, aber auch für die Anreise attraktiver zu machen, hat die Nationalparkverwaltung 2021 ein integriertes Verkehrskonzept in Auftrag gegeben.

Mit der Konzeptionierung beauftragt sind drei Planungsbüros: Die Projektleitung hat die NahverkehrsBeratung Südwest aus Heidelberg inne, die vor einigen Jahren bereits die Neukonzeptionierung des Nahverkehrs im Landkreis Freyung-Grafenau geplant hat und somit schwerpunktmäßig die Thematik ÖPNV im Nationalpark-Konzept bearbeitet. PB Consult aus Nürnberg ist vor allem für den Teilbereich des Autoverkehrs zuständig. Rothkopf-Projektmanagement aus Grafenau verantwortet in erster Linie die Projektkoordination vor Ort.

Der ganzheitliche Ansatz des Projektes spiegelt sich bereits in der Sondierungs- und Planungsphase wider. Im Winter wurden Einzelinterviews mit regionalen Akteuren (u.a. Landräte und Bürgermeister der Nationalparkregion, Touristiker, Mitarbeiter der Sachgebiete ÖPNV und Straßenbau) geführt, um ein authentisches Bild davon zu erhalten, wie die Entscheidungsträger vor Ort die Situation hinsichtlich Besucherandrang empfinden und welche Lösungen sie als zielführend erachten.

Im Bereich des Individualverkehrs (PKW) wurde hier mehrheitlich ein Verkehrsleitsystem gewünscht, das zum einen präventiv wirken (Verkehrslenkung schon vor Erreichen der Region durch Echtzeitinformation), zum anderen vor Ort attraktive Auffang-Parkmöglichkeiten mit Shuttleverkehren bieten soll.

Um den Tagesbesuchern die Anreise in den Nationalpark mit Bus und Bahn schmackhafter zu machen, wird überlegt, ob vor allem die Anbindung aus den Ballungsräumen in die Region verbessert werden kann, wie zum Beispiel mit einer Anschlussgarantie oder Expresslinien, so der Wunsch der Befragten.

Die Priorisierung und Umsetzung ausgewählter Maßnahmen sollen in diesem und nächsten Jahr stattfinden. Da ein Teilbereich des Sonderförderprogramms „Tourismus in Bayern – Fit für die Zukunft“ eine Förderung von 75 Prozent für Maßnahmen zur Besucherlenkung beinhaltet, hier aber eine Antragstellung bis 30. April 2022 notwendig war, wurde die Realisierung der Teilmaßnahme „Erhebung touristisch relevanter Echtzeitdaten und Ausstattung Parkplatzsensorik“ bereits frühzeitig veranlasst.

Für eine Vielzahl von Parkplätzen im Nationalpark wurde Ende April diese Förderung beantragt und man sieht darin nicht nur den Mehrwert einer digitalen „frei/belegt“-Anzeige: Durch die anonymisierte Datenerhebung (es werden keine Kennzeichen oder Personen erfasst) erfährt man noch mehr über Zustrom und Auslastungszahl und kann später auf Basis dieser Daten passgenau und vorausschauend agieren.

Vision und Ziel des integrierten Nationalpark-Verkehrskonzeptes soll sein, dass die „Hotspots“ der Nationalparkregion und damit auch die Anwohner vor Ort spürbar vom verkehrlichen Andrang entlastet werden und der Nahverkehr dahingehend verbessert wird, dass er nicht nur den Nationalpark-Gästen in der Region eine mobile Alternative zum Auto bietet: Im besten Fall lässt der Besucher, auch wenn er nicht direkt in der näheren Umgebung startet, sein Auto stehen und wählt die entspannte Anreise mit dem ÖPNV.

Konkrete Maßnahmen, die diese Zielsetzung ermöglichen, sollen ab der zweiten Jahreshälfte bis Mitte 2023 realisiert werden. Vorab aber gilt es die Ergebnisse der Sondierungsphase mit Maßnahmenvorschlägen im Nationalparkausschuss zu besprechen und zu priorisieren.


Waldführer kehren langsam zur Normalität zurück

Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (Mitte) und Umweltbildungsreferent Lukas Laux (rechts) mit Waldführern, die für ihr langjähriges Engagement geehrt wurden:  Hans Pongratz (von links), Hans Mühlbauer, Günther Gaidies, Susanne Keilhauer, Brigitte Paster, Monika Biereder und Sabine Müller. (Foto: Sofie Hofbauer/Nationalpark Bayerischer Wald)

Corona wirbelte Aktivitäten des 115 Köpfe starken Teams durcheinander

Nach zwei ungewöhnlichen Jahren kehren die ehrenamtlichen Waldführer des Nationalparks Bayerischer Wald langsam in den Normalbetrieb zurück. Das wurde auch durch das jüngst wieder in Präsenz durchgeführte Jahrestreffen deutlich. Dabei blickten sowohl Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl als auch Nationalpark-Umweltbildungsreferent Lukas Laux zurück und voraus.

Die immensen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Führungsbetrieb waren allen Anwesenden noch deutlich im Gedächtnis. Leibl dankte in diesem Zusammenhang dem aktuell 115-köpfigen Team für die enorme Flexibilität bei der Aushilfe in anderen Tätigkeiten – gerade was die Kontrolle und Information über sich immer wieder verändernde Corona-Regeln im Gelände betraf. Sein Fokus lag aber auf erfreulicheren Dingen, nämlich auf der in der finalen Phase befindlichen Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald bei Finsterau. Der Landtag habe hierfür bereits grünes Licht gegeben.

Welche konkreten Auswirkungen Corona auf das Führungsangebot des Schutzgebiets hatte, verdeutlichte Lukas Laux mit Zahlen. So gab es 2019 noch über 47.000 Teilnehmer bei Umweltbildungsangeboten des Nationalparks. Ein Jahr später waren es nur noch 12.700. Im zweiten Corona-Jahr habe sich die Zahl zumindest wieder leicht erholt – auf rund 17.700. „Nun aber schaut es so aus, als hätten wir einen nahezu normalen Sommerbetrieb“, so Laux. Das Führungsprogramm laufe bereits gut an – und auch Kindergeburtstage seien wieder möglich. Daneben komme auch wieder Belebung in das Fortbildungsprogramm für Waldführer.

Am Ende der Veranstaltung dankten Leibl und Laux nochmal für das „bei der Stange bleiben“, trotz schwieriger Bedingungen. Langjährige Waldführer und solche, die nun in den Ruhestand treten, wurden noch gesondert gewürdigt.


Nationalpark Bayerischer Wald wird Schwerpunktforschungsgebiet

Naturschutz-Mitarbeiter Jens Schlüter (links) und EU-Ranger Nico Daume Installieren auf einer der Forschungsflächen im Nationalpark Bayerischer Wald eine Flugfensterfalle. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Biodiversität und Ökosystemfunktionen werden dank Millionenförderung der Deutsche Forschungsgemeinschaft detailliert untersucht.

Zweieinhalb Jahre haben sich Professor Jörg Müller vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie der Universität Würzburg und seine Mitstreiter auf diesen Moment vorbereitet. Nun kam für Müller, der zugleich das Sachgebiet Naturschutz und Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald leitet, die erlösende Nachricht: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat final grünes Licht für ein millionenschweres Vorhaben gegeben, in dem der älteste Nationalpark Deutschlands eine der Hauptrollen spielt. Im Fokus dabei steht eine große Feldstudie, bei der erforscht wird, wie wichtig die Lebensraumvielfalt in Wäldern für die Artenvielfalt ist.

Müller und sein Team aus knapp zwei Dutzend internationalen Experten wollen herausfinden, wie sich eine Erhöhung von räumlicher Heterogenität im Wald auswirkt. Sprich: Wie bedeutend ist es für die Natur, wenn es auf kleiner Fläche viele verschiedene Landschaftstypen in direkter Nachbarschaft gibt, etwa lichte, totholzreiche oder alte Waldareale. Besonders im Blick haben die Forscher, wie sich diese strukturelle Diversität auf die Vielfalt verschiedenster Artengruppen vom Boden bis in die Baumkrone niederschlägt. Dazu wurden in insgesamt 22 Waldbeständen mehrere Messpunkte eingerichtet. Die Flächen liegen in verschiedensten Klimazonen und Waldbesitzarten. An jedem Messpunkt werden eine Vielzahl von Messinstrumenten ausgebracht, von Boden-, Licht- und Flugfensterfallen für Insekten, über Sporensammler für Pilze und Horchboxen zum Nachweis von Vogelstimmen, bis hin zu Fotofallen zur Erkennung von Säugetieren. Der Großteil der Gerätschaften wurde im Bayerwald jüngst bereits installiert. „Kurz gesagt“, berichtet Müller, „fahren wir das volle Programm mit den neuesten automatisierten und hochstandardisierten Methoden zur Biodiversitätserfassung.“

Dank der Förderzusage hat die Forschergruppe nun Planungssicherheit für mindestens die nächsten vier Jahre hat. „Das Projekt hebt die Nationalpark-Forschung auf ein neues Niveau und macht den Nationalpark zum Schwerpunktforschungsgebiet“, freut sich Müller. „Wir machen dabei etwas total Geniales, was sonst bisher niemand macht.“ Unter dem Titel „Verbesserung der strukturellen Vielfalt in Wäldern zur Verbesserung der Multi-Diversität und Multi-Funktionalität in Produktionswäldern“ werden nicht nur die Randzone des Nationalparks sowie Waldflächen des Bistums Passau und Privatwald im Bayerischen Wald sehr genau unter die Lupe genommen. Mit dabei sind auch der Nationalpark Hunsrück-Hochwald sowie Waldflächen im fränkischen Universitätsforstamt Sailershausen, im Saarland und im Stadtwald Lübeck.

Doch wie kam es zum Projekt? „Ausgangspunkt unserer Forschungen ist die immer stärker werdende Nutzung der Landschaften durch den Menschen“, erklärt Müller. „Nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Wald sind dadurch heute viele Flächen sehr homogen.“ Die Wälder Mitteleuropas seien bis auf wenige Ausnahmen meist mittelalt, mitteldicht und dadurch oft artenarm. Im „Einheitsbrei“, so Müller, fehle es schlicht an der Lebensraumvielfalt. Für viele Arten gebe es keinen Platz mehr. Zu den Ausnahmen gehört der Nationalpark Bayerischer Wald. Natürliche Störungen wie Windwürfe und Borkenkäferbefall verändern die Landschaft hier seit vielen Jahren. Inzwischen passiert dies auch andernorts in Deutschland. „Leider sind diese natürlich ablaufenden Prozesse nur selten geeignet, um belastbare Forschungsergebnisse zu erarbeiten, “, sagt Müller. „Schließlich geht die Natur nicht standardisiert überall gleich vor.“

Was die Wissenschaftler aus Deutschland, Japan, den USA, den Niederlanden, Kanada, Tschechien, Taiwan und der Schweiz im mit „BETA-FOR“ abgekürzten Projekt besonders reizt, ist die erstmalige experimentelle Erforschung der Beta-Diversität. Dabei handelt es sich um den Teil der Biodiversität, der erst dadurch zustande kommt, weil es verschiedene Arten von Lebensräumen beziehungsweise verschiedene Stadien der Waldentwicklung in direkter Nähe zueinander gibt. Kurz gesagt sagt dieser Wert also aus, für wie viele Arten plantagenartig angelegte Wälder nicht nutzbar sind, weil sie strukturreiche Landschaften brauchen, um überleben zu können. „Die Störungsereignisse in der Naturzone des Nationalparks haben hier Pate gestanden“, weiß Müller. Die neuen Erkenntnisse werden helfen, die Biodiversität in unseren Wäldern effizienter zu verbessern. Daneben untersuchen die Forscher aber auch Ökosystemfunktionen, wie den Abbau organischen Materials oder die Kohlenstoffspeicherung.

Ausgelegt ist das Projekt auf acht Jahre, wobei die Finanzierung für die erste Hälfte des Zeitraums nun gesichert ist. Insgesamt wird mit Kosten von acht Millionen Euro geplant. Der Großteil der Feldarbeit findet bereits 2022 und 2023 statt. Ein Teil der Flächen, unter ihnen zwei Areale im Nationalpark, sollen als Daueruntersuchungsflächen langfristig erhalten werden. „So können wir auch relevante Daten in Zusammenhang mit dem Klimawandel und Extremereignissen sammeln“, erklärt Müller.


Erster Nationalpark-Zeltplatz in Scheuereck

Freuen sich auf die ersten Camper in Scheuereck: Bärbel Sagmeister, Martin Kasberger (Mitte) und Alfred Pscheidl. (Foto: NPV Bayerischer Wald)

Kostenloses Campen mit Blick auf Großen Falkenstein und Hirschgehege

Vier neue Stellplätze für Wohnmobile konnte der Nationalpark Bayerischer Wald im Weiler Scheuereck bereits im Spätsommer vergangenen Jahres fertigstellen. Seit wenigen Tagen gibt es dort nun auch die Möglichkeit, in der wilden Natur zu campen.

Fertig war der neue und erste Zeltplatz im Nationalpark im vergangenen Jahr. Mitarbeiter der Dienststelle Scheuereck und des Servicezentrums Falkenstein hatten dafür angepackt und den ehemaligen Privatgarten umgestaltet. „Damit man auf dem Gelände aber tatsächlich zelten kann, musste sprichwörtlich erst noch etwas Gras über die Sache wachsen“, sagt Bärbel Sagmeister, im Nationalpark zuständig für die Besucherinfrastruktur im Gelände. „Im doch relativ rauen Klima hier unterhalb des Großen Falkensteins dauerte es eine Weile, bis der bereits letztes Jahr gesäte Rasen ausreichend angewachsen war.“

Insgesamt vier Zeltplätze mit Aussicht auf den Großen Falkenstein und zum Hirschgehege Scheuereck stehen den Campern nun zur Verfügung. „Das war für uns auch ein Grund warum wir den Zeltplatz hier eingerichtet haben“, sagt Sagmeister. „Ein sehr attraktiver Platz, der gut mit dem ÖPNV zu erreichen ist - und im Herbst werden die Camper mit etwas Glück vom Röhren unserer Hirsche geweckt.“ Ein weiteres Plus des Standortes: In unmittelbarer Nähe steht ein WC und es gibt auch einen Wasseranschluss. Nur offenes Feuer ist aus Sicherheitsgründen nicht gestattet.

„Uns freut es, dass die Wohnmobil-Stellplätze in Scheuereck bereits gut angenommen werden. Mit dem neuen Zeltplatz hoffen wir auf ähnlich gute Erfahrungen“, so Bärbel Sagmeister. Während Wildcampen im Nationalparkgebiet verboten ist, dürfen Besucher in Scheureck für bis zu zwei Nächte ihre Zelte aufschlagen und von hier aus ihre Wanderungen oder Radtouren ins Schutzgebiet starten.

Dieses neue Angebot des Nationalparks Bayerischer Wald ist kostenlos, jedoch ist eine vorherige Anmeldung beim Haus zur Wildnis nötig. (Tel.: 09922 5002-0; Mail: hzw@npv-bw.bayern.de)



Der Wald: Mythos und Naturschauspiel

Der Wald: Mythos und Naturschauspiel

Ausstellung „Forest&Figures“ bis Ende Oktober im Waldgeschichtlichen Museum

Die Künstler Katja Heinroth, Uwe Kahl und Monika Jokiel, aus Passau und Berlin, zeigen im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald ihre Sichtweisen zum Thema „Wald: Mythos und Naturschauspiel“. Unter dem Titel „Forest&Figures“ werden ab 20. Mai Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Lithografien gezeigt.

Die großformatige Malerei von Katja Heinroth lässt den Betrachter an Momentaufnahmen und Stimmungen im Wald teilhaben, wobei die Farbgebung je nach Tages- und Jahreszeiten oder besonderen Lichtverhältnissen variiert. In ihren Bildern, expressiv gemalt, verschwimmt gestische Malerei mit naturalistischer Darstellung. Man taucht ein, in Lichtbrechungen, Spiegelungen und ein Flirren der Formen und Farben.

Uwe Kahl setzt mit seinen Arbeiten den Spannungsbogen der Thematik fort. Die Geschichten, die er mit seinen Skulpturen aus Holz und Bronze erzählt, handeln von Mythen um Nymphen oder dem Wald- und Hirtengott Pan. Doch auch Geschichten unseres Seins, in all seinen Facetten und Widersprüchen, spiegelt er mit seinen Arbeiten. Zwar sind ihre Wurzeln in der klassischen Antike zu finden, doch besitzen durch ihre expressive, oftmals emotionale Komponente eine ganz eigene und überzeugende Qualität.

Monika Jokiel zeigt mit ihrer Installation vor der Kulisse von Kohlezeichnungen, Details des Waldes. Wie bei Fundstücken von einem Spaziergang im Wald, schenk sie damit der Vergänglichkeit und Wiederkehr in der Natur Beachtung. Filigrane Äste, Samen, Fruchtschalen und Hülsen von Keimkörpern aus Keramik und Bronze erinnern an den Jahreszyklus in einer neuen ästhetischen Vorstellung.

Die Ausstellung wird bis Ende Oktober im Waldgeschichtlichen Museum St. Oswald zu sehen sein.

Der Eintritt ist frei.


Kindergeburtstage im Nationalpark wieder möglich

Die Natur entdecken und gleichzeitig Geburtstag feiern - dies ist ab sofort im Nationalpark Bayerischer Wald wieder möglich. (Foto: Stephanie Scheibelberger/Nationalpark Bayerischer Wald)

Programme für Erlebnisnachmittage buchbar in den Nationalparkzentren und im Waldspielgelände

Nach der Corona-Zwangspause ist es endlich wieder so weit: Im Nationalpark Bayerischer Wald kann wieder gefeiert werden, und zwar Kindergeburtstage. Ab sofort sind die Programme für Kinder ab vier Jahren im Nationalparkzentrum Lusen und Nationalparkzentrum Falkenstein sowie im Waldspielgelände in Spiegelau wieder buchbar.

Bei den Geburtstagsfeiern in der wilden Natur des Schutzgebietes gilt es geheimnisvolle Dinge und verborgene Spuren zu entdecken. Nicht nur das Köpfchen, sondern auch Geschick, Schnelligkeit oder sogar eine Portion Entspannung sind dafür nötig. Im Vordergrund steht aber freilich das spaßige Miteinander. Während Kinder ab vier Jahren „Bei den Elfen zu Besuch“ sind, begeben sich ältere „Auf die Spuren der Wölfe“ oder sind als Luchs-Forscher unterwegs.

Informationen zu den Programmen gibt es auf der Homepage des Nationalparks Bayerischer Wald. Eine Geburtstagsfeier dauert drei Stunden und kostet 60 Euro. Wichtig ist eine dem Wetter angepasste Kleidung und festes Schuhwerk. Die Angebote im Nationalparkzentrum Lusen können unter 08558/9615-0 gebucht werden, die im Nationalparkzentrum Falkenstein unter 09922/500-20 und die im Waldspielgelände unter 0800/0776650. Eine Anmeldung ist auch per E-Mail möglich, das Anmeldeformular ist ebenfalls auf der Homepage zu finden.


Höllbachgespreng nicht mehr gesperrt

Wanderfalken   (Foto: Michael Göggelmann)

Keine Wanderfalkenbrut heuer in diesem Bereich

Wie Beobachtungen der Nationalparkwacht und des Landesbund für Vogelschutz ergeben haben, findet im Bereich des Höllbachgesprengs in diesem Jahr doch keine Wanderfalkenbrut statt. Aus diesem Grund kann die Sperrung des Wanderweges durch das HöllbachgesprengExterner Link ab Freitag, 20. Mai, aufgehoben werden.

Die Nationalparkverwaltung weist darauf hin, dass im Nationalpark-Kerngebiet bis Mitte Juli stets ein striktes Wegegebot gilt, da im Frühling und Frühsommer viele Tierarten ihre Jungen aufziehen. Das besagt, dass Wanderer vornehmlich in den Hochlagen die markierten Wege nicht verlassen dürfen. Gerade die bedrohten Auerhühner sind auf die Akzeptanz dieser Maßnahme angewiesen, um ihre Bruten erfolgreich durchzuführen.


Wo queren Amphibien die Nationalparkstraße?

Auf insgesamt vier Kilometern Länge werden aktuell entlang der Nationalparkstraße Amphibienschutzzäune aufgestellt. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Auf vier Kilometern Länge soll geklärt werden, wo im Zuge der Straßensanierung Durchlässe gesetzt werden

Amphibienschutzzäune sind im Nationalpark Bayerischer Wald in jedem Frühjahr ein gewohntes Bild, etwa in der Bergerau bei St. Oswald oder an der Deffernik bei Ludwigsthal. Doch neben den bekannten Orten stehen heuer erstmals auch Zäune an der Nationalparkstraße zwischen Spiegelau und Neuschönau. Dabei geht es nicht nur um das Offensichtliche, also die Wanderhilfe für Kröten, Frösche und Molche, sondern auch um die langfristige Sicherheit der Tiere.

„Es ist ein kleines Forschungsprojekt“, erklärt Christoph Heibl, stellvertretender Leiter des Sachgebiets Naturschutz und Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald. „Wir schauen an drei Stellen, wo die Wanderrouten der Tiere genau verlaufen.“ Deswegen sind die Eimer auf insgesamt vier Kilometern Länge Strecke nummeriert. „Um festzustellen, wo die meisten Amphibien ankommen.“ Dort sollen dann im Zuge der Sanierung der Nationalparkstraße dauerhafte Durchlässe eingebaut werden. „Das sind dann feste Tunnels, durch die Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Co. die nächsten Jahrzehnte ohne Gefährdung durch den Straßenverkehr wandern können“, sagt Heibl. Diese etwa 70 auf 100 Zentimeter großen Betonprofile, die unten offen sind, würden aber durchaus auch von anderen Tieren genutzt, etwa von Spitzmäusen, Bibern oder Fischottern.

Diese Woche startete der Aufbau in der Nähe von Riedlhütte unter Federführung des Nationalpark-Naturschutztrupps. Beteiligt waren aber auch Mitarbeiter vom Servicezentrums Lusens und von der Nationalparkwacht sowie Forstwirts-Auszubildende, Praktikanten und Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr. Sobald die Wanderungen der Amphibien zu den Laichgewässern begonnen haben, werden die in der Erde vergrabenen Eimer zweimal täglich kontrolliert, um die darin gesammelten Tiere auf die andere Straßenseite zu bringen.


Tier-Freigelände ohne 2G-Nachweis nutzbar

Im Tier-Freigelände wird auf die bestehenden Regeln hingewiesen. Dort wo kein Abstand zu anderen gewahrt werden kann, besteht zum Beispiel Maskenpflicht. (Foto: Julia Reihofer/Nationalpark Bayerischer Wald)

Maskenpflicht an Aussichtspunkten – 3G-Regel im Hans-Eisenmann-Haus und im Haus zur Wildnis

Es gibt Neuigkeiten aus den Tier-Freigeländen des Nationalparks Bayerischer Wald bei Neuschönau und Ludwigsthal. Nachdem die Landratsämter Freyung und Regen Ausnahmegenehmigungen erteilt haben, können die beliebten Outdoor-Attraktionen wieder ohne 2G-Nachweis benutzt werden – und ohne zeitliche Einschränkung. Die Nationalparkverwaltung weist jedoch darauf hin, dass auf das Abstandsgebot geachtet werden muss. Zudem gilt in Bereichen, wo kein ausreichender Abstand gewahrt werden kann, die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Davon betroffen sind vornehmlich die Aussichtspunkte sowie die Volieren. Bei Kindern von sechs bis 15 Jahren reicht eine OP-Maske. Jüngere Kinder sind gänzlich von der Maske befreit.

Zudem ist ab sofort auch wieder der Parkplatz Altschönau im Nationalparkzentrum Lusen geöffnet. Somit kann die Führung „Zu Bär, Otter und Eulen“ wieder nach Plan angeboten werden. Diese finden noch bis Ende März jeden Dienstag und Freitag um 11 Uhr statt. Anmeldungen dazu nimmt der Nationalpark-Führungsservice unter 0800 0776650 entgegen.

Änderungen gibt’s zudem bei den Zutrittsregeln zu den Indoor-Einrichtungen des Schutzgebiets. Für den Besuch der Ausstellungen im Hans-Eisenmann-Haus und im Haus zur Wildnis gilt seit Donnerstag, 17. Februar, die 3G-Regel. Die Maskenpflicht bleibt bestehen. Schüler gelten generell als getestet. Die 3G-Regelung wird aktuell auch im Führungsbetrieb angewendet. Lediglich in den Gastronomie-Betrieben der Nationalparkzentren sowie bei Kulturveranstaltungen gilt weiterhin 2G, wobei auch hier Schüler ausgenommen sind.

Das bisher geschlossene Waldgeschichtliche Museum St. Oswald steht derweil kurz vor der Wiederöffnung. Pünktlich zum Start der Faschingsferien öffnet das Haus am Samstag, 26. Februar, wieder täglich von 9 bis 17 Uhr. Montag ist Ruhetag. Geschlossen bleiben muss hingegen weiterhin die Steinzeithöhle im Nationalparkzentrum Falkenstein.


Erneute Auszeichnung für Wanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald

Nahmen die Urkunden gerne entgegen, (von links) Nationalpark-Ranger Thomas Drexler, Teresa Schreib (Tourismus und Regionalentwicklung) und Nationalpark-Ranger Roland Ertl (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Deutscher Wanderverband zertifiziert fünf Rundwege als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“

Der Deutsche Wanderverband hat erneut fünf beliebte Rundwanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald mit der Urkunde „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet. Nach einer ersten Zertifizierung vor rund drei Jahren überzeugten die Nationalparkwege damit schon zum zweiten Mal. Das Qualitätssigel gab es für die Rundwanderwege Ameise, Buntspecht, Bussard, Eisvogel und Flusskrebs. Diese wurden etwa als besonderer Familienspaß, regionaler Genuss oder als besonderes Naturvergnügen ausgezeichnet.

Das Prädikat „Traumtour“ erhielt der rund acht Kilometer lange Rundweg Eisvogel westlich von Mauth. Die Route entlang des Reschbachs, über die Steinbachklause und das Seefilz zur Großen Kanzel, sei auch für weniger geübte Wanderer und Familien gut zu bewältigen und biete unterwegs immer wieder die Gelegenheit sich über die Besonderheiten des Nationalparks zu informieren, steht in der Beurteilung des Wanderverbands.

Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl zeigt sich erfreut über die erneute Auszeichnung. „Egal ob sportliche Wanderer oder Familien mit Kindern – möglichst jeder soll unsere Waldwildnis besuchen können und hautnah erleben was passiert, wenn der Mensch nicht mehr in die Natur eingreift. Das zeigt sich entlang unserer ausgezeichneten Rundwanderwege sehr eindrucksvoll. Deshalb freut es mich sehr, wenn auch der Deutsche Wanderverband die Routen als besonders erlebenswert einstuft.“

Wegen Corona wurde die Verleihung der Zertifikate „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ in diesem Jahr digital abgehalten. Über die Plattformen Facebook und Youtube wurden die über 100 ausgezeichneten Wanderwege in ganz Deutschland bekannt gegeben und detailliert vorgestellt. Nach 2019 sind die fünf Rundwanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald erneut auf dieser exklusiven Liste.


Nationalpark-Führungsangebot 2021 gut angenommen

Führung mit einem Waldführer über den Seelensteig bei Spiegelau. (Foto: Johannes Keim/Nationalpark Bayerischer Wald)

Immerhin 37 Prozent der Führungsteilnehmer von 2019 erreicht – Nationalparkzentren verzeichnen wegen langem Lockdown erneut weniger Besucher.

Auch im vergangen Jahr war der Führungsbetrieb im Nationalpark Bayerischer Wald nur eingeschränkt möglich. Der lange Lockdown und sich immer wieder ändernde Corona-Maßnahmen wirbelten das geplante Programm teilweise gehörig durcheinander. Trotz aller Widrigkeiten wurden aber 37 Prozent der Teilnehmerzahlen aus vorpandemischen Zeiten erreicht (2020 nur rund 25 Prozent). Insgesamt konnten 2021 in Deutschlands ältestem Nationalpark 2 265 Führungen stattfinden. Daran teilgenommen haben 19 116 Menschen, was einen erfreulichen Anstieg zum Jahr davor bedeutet (2020: 13 475 Teilnehmer). Besonders beliebt waren erneut Führungen durch das Rachel/Lusen-Gebiet, mit insgesamt über 3 100 Teilnehmern und Tagesangebote für Schulklassen. Hier konnten sich 2 542 Kinder und Jugendliche mit der Natur des Nationalparks vertraut machen.

„Die Zahlen zeigen, dass das Interesse an unseren Führungsangeboten für Schulen, Kindergärten und naturinteressierte Besucher trotz gewisser Einschränkungen ungebrochen groß ist. Das freut uns als Nationalpark sehr. Für uns ist es wichtig möglichst vielen Menschen die Natur unserer wilden Wälder näher zu bringen“, sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Alleine mit unseren Mitarbeitern von Nationalparkwacht und Umweltbildung könnten wir dies aber nicht stemmen. Mein ausdrücklicher Dank gilt daher den über 100 ehrenamtlichen Waldführern und den Pro Nationalpark-Vereinen. Ohne ihr Engagement wäre das nicht möglich.“ Derzeit finden Führungen im Nationalpark Bayerischer Wald weiterhin mit begrenzten Teilnehmerzahlen und unter 2G-Bedingungen statt. Immerhin kann so aber ein Teil des Winterprogramms durchgeführt werden. Im vergangenen Jahr musste dies in Gänze ausfallen.

Die corona-bedingten Einschränkungen machen sich auch in der Jahresstatistik der Nationalpark-Einrichtungen bemerkbar. 2021 verzeichneten das Hans-Eisenmann-Haus bei Neuschönau, das Waldgeschichtliche Museum in Sankt Oswald und das Haus zur Wildnis bei Ludwigstal erneut deutlich weniger Besucher als üblich. Wegen des monatelangen Lockdowns konnten die Einrichtungen erst am 28. Mai wieder öffnen, zudem mussten einzelne geplante Veranstaltungen wegen der Pandemie abgesagt oder verschoben werden. Besuchen das Hans-Eisenmann-Haus normalerweise im Schnitt 180 000 Menschen pro Jahr, waren es 2021 nur 79 513. Auch das Waldgeschichtliche Museum und das Haus zur Wildnis erlebten einen ähnlichen Einbruch.

Trotz derzeit grassierender Omikron-Welle und anhaltenden Zugangsbeschränkungen (2G, bzw. 2G+) gibt es in diesem Jahr Hoffnung auf einen Aufwärtstrend bei den Besucherzahlen. Es ist geplant noch in diesem Jahr die neue Dauerausstellung im Haus zur Wildnis zu eröffnen und damit eine neue Attraktion für die Nationalpark-Besucher zu schaffen.


Wölfin aus dem Šumava streift durch den Nationalpark

Die besenderte Jungwölfin konnte im Lusenbereich mit einer Fotofalle nachgewiesen werden. (Foto: NPV)

Jungtier ist auf der Suche nach einem eigenen Revier – Nachweis auch via Fotofalle

In den zurückliegenden vier Wochen hat sich eine vom Nationalpark Šumava besenderte junge Wölfin vorzugsweise im Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald aufgehalten. Dies konnte nicht nur durch die aktuellen Positionen, die das GPS-Halsband sendet, nachgewiesen werden. Die Wölfin wurde im Lusengebiet auch von einer Fotofalle dokumentiert.

„Die junge Wölfin hat sich von ihrem Rudel getrennt und sucht nun ein Streifgebiet“, erklärt Prof. Marco Heurich, im Nationalpark Bayerischer Wald zuständiger Sachgebietsleiter für das Wildtiermonitoring. Dass Wölfe von Menschen beobachtet werden können, ist eher eine seltene Ausnahme.

Damit auch die Nutztiere, die innerhalb des Nationalparkgebiets gehalten werden, geschützt sind, wirbt die Nationalparkverwaltung ganz offensiv für Herdenschutzmaßnahmen des Freistaates Bayern. „Es ist unser Ziel, die Rückkehr des Wolfes in unserer Region möglichst konfliktarm zu gestalten“, berichtet Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Betroffene Nutztierhalter können sich Maßnahmen zum Herdenschutz gegen Übergriffe durch den Wolf fördern lassen. Anträge können bei den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gestellt werden.

Bis dato sind sowohl auf dem Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald als auch des Šumavas zwei Wolfsrudel aktiv. Die besenderte Jungwölfin stammt vom Ruda-Rudel ab, das beidseits der Grenze lebt und auch das Falkenstein-Gebiet nutzt. Im östlichen Bereich hat das Srní-Rudel seine Streifgebiete. Dieses Rudel ist aus dem Wolfspaar hervorgegangen, das im Jahr 2017 erstmals seit 150 Jahren in Bayern Nachwuchs gezeugt hat. In Tschechien selbst konnten noch zwei weitere Rudel sowie ein standorttreues Paar nachgewiesen werden.


Arbeiten für neue Dauerausstellung im Haus zur Wildnis gehen voran

Für die Montage des neuen Ausstellungsbaumes mussten schweres Gerät und eine Spezialfirma anrücken (Foto: Julia Reihofer/Nationalpark Bayerischer Wald)

Neuer Ausstellungsbaum nimmt Formen an – Nachtraum und überarbeiteter Wurzelgang bereits fertig

Vergangene Woche musste das Haus zur Wildnis in Ludwigsthal außerplanmäßig schließen. Für die neue Dauerausstellung standen wichtige und vor allem lärmintensive Arbeiten an. Eine Spezialfirma aus dem Erzgebirge montierte mit Unterstützung von Nationalparkmitarbeitern das Stahlgerüst für das neue Herzstück der Nationalpark-Einrichtung - den großen Ausstellungsbaum. Dieser soll künftig nicht nur Blickfang sein, sondern steht stellvertretend für den Lebensraum alter Wälder mit ihrer Vielzahl an Strukturen und Nischen für unzählige Organsimen. Diese können dann an interaktiven Stationen rund um den Baum erkundet werden. Bislang steht nur das blanke Stahlgerüst des neuen Ausstellungs-Highlights im Haus zur Wildnis. Es wird noch einige Wochen dauern bis es auch als Baum mit Rinde und Blätterdach erkennbar sein wird.

Bereits letztes Jahr sind die Arbeiten am „Nachtraum“ abgeschlossen worden. In diesem werden die Besucher auf eine spannende Erlebnisreise in den nächtlichen Wald mitgenommen - überraschende Begegnungen mit Luchs, Reh und Fledermaus inklusive.

Eine umfassende Überarbeitung hat inzwischen auch der bei den Besuchern besonders beliebte „Wurzelgang“ erfahren. Mit den Jahren waren die interaktiven Stationen darin von tausenden Besucher-Händen kräftig genutzt worden und teilweise nicht mehr einwandfrei funktionsfähig. Inzwischen sind die Stationen aber inhaltlich überarbeitet und allesamt erneuert. So wird im Wurzelgang künftig auch das noch relativ junge Forschungsthema der Kadaverökologie aufgegriffen.

Einrichtungsleiter Achim Klein wagt derzeit noch keine genaue Prognose für die komplette Fertigstellung, dazu gibt es derzeit zu viele Unwägbarkeiten: Lieferengpässen, Corona, etc. „Ich hoffe aber schon jetzt auf viele begeisterte Besucher, die mit den neuen Installationen künftig noch mehr über den Lebensraum Wald erfahren können.“ Zu weiteren baubedingten Schließungen soll es während der restlichen Arbeiten nicht kommen, lediglich zu kleineren temporären Einschränkungen innerhalb des Hauses.


Ranger Martin Frank im Wintereinsatz

Schelmisch hinterm Baum hervor schaut Kabarettist Martin Frank im Vorschaubild des Nationalpark-YouTube-Kanals. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Hutthurmer Kabarettist erklärt Regeln im Schutzgebiet auf komödiantische Art im Video

Zum dritten Mal schlüpft Martin Frank aktuell in seine Paraderolle als Nationalpark-Ranger. Diesmal erklärt der Kabarettist aus Hutthurm im Landkreis Passau in einem knapp sechsminütigen Video, was alles beim winterlichen Besuch im Schutzgebiet zu beachten ist. Auf humorige Weise werden dabei Dinge wie das Wegegebot, gegenseitiges Rücksichtnehmen oder die richtige Ausrüstung thematisiert. Seit dieser Woche ist das Video auf der Nationalpark-Homepage – www.nationalpark-bayerischer-wald.de – sowie auf den Facebook- und YouTube-Auftritten des Parks zu sehen.

Im Clip taucht Ranger Frank nicht nur als Hüter des wilden Waldes auf, sondern auch als Engel, Teufel und Nationalparkbesucher. Immer wieder interagiert er dabei mit den echten Rangern Christine Schopf und Lothar Mies. Gerade der Austausch mit den Mitgliedern der Nationalparkwacht sei für Franks Vorbereitung essentiell gewesen. „Mir war vorher nicht wirklich bewusst, welche Regeln es im Nationalpark gibt und mit welchen Problemen die Ranger zu kämpfen haben“, so Frank. „Ich bezeichne mich jetzt mal als jemanden mit gesundem Menschenverstand, deshalb ist es für mich klar, dass ich meinen Müll beim Wandern wieder mitnehme, auf markierten Wegen gehe und dort parke, wo es erlaubt ist. Dass es auch andere Besucher gibt, hat mir der Blick hinter die Kulissen des Schutzgebietes gezeigt.“


Tier-Freigelände bei Ludwigsthal wird gesperrt

Neue Corona-Vorschriften

Parkplätze bleiben für Bahnfahrer geöffnet – Auch Steinzeithöhle und Haus zur Wildnis zu! Wanderwege, die durch das Tier-Freigelände führen, können weiterhin benutzt werden.

Nachdem im Landkreis Regen nach den Vorgaben der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ab Freitag, 26. November, die Corona-Hotspot-Regelungen gelten, müssen zoologische Anlagen schließen. Dazu zählt auch das Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal. Aktuell nicht geöffnet ist zudem die Steinzeithöhle, das Rothirschgehege in Scheuereck sowie das Haus zur Wildnis, das sich in der alljährlichen Revisionsphase befindet. Die Parkplätze des Nationalparkzentrums Falkenstein an der B11 bleiben hingegen geöffnet, da diese für Nutzer des Waldbahn-Halts Ludwigsthal benötigt werden.

Die Wanderwege, die durch das Tier-Freigelände führen, können weiterhin benutzt werden. Auch Bildungsmaßnahmen von Schulen und Kindergärten, die auf den Flächen des Nationalparks Bayerischer Wald stattfinden, dürfen weiterhin durchgeführt werden. Alle anderen außerschulischen Bildungsangebote, wie Führungen oder Vorträge, finden nicht statt.

Bereits am Vortag musste das Tier-Freigelände bei Neuschönau wegen der Einstufung des Landkreises Freyung-Grafenau als Corona-Hotspot geschlossen werden.

Eine Übersicht über die geschlossenen Einrichtungen im Nationalpark gibt es im Internet unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de.


Tier-Freigelände in Neuschönau wird gesperrt

Neue Corona-Vorschriften

Betroffen sind auch Parkplätze, Gastronomie und Baumwipfelpfad

Nachdem der Landkreis Freyung-Grafenau nach den Vorgaben der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung als Hotspot gilt, muss das Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Lusen in Neuschönau ab sofort gesperrt werden. Auch die jeweiligen Gastronomiebetriebe, der Baumwipfelpfad sowie die angrenzenden Parkplätze sind geschlossen. Regulär geschlossen ist derzeit das Hans-Eisenmann-Haus, das Besucherzentrum befindet sich in der jährlichen Revisionsphase.

Die Wanderwege, die durch das Tier-Freigelände führen, können weiterhin benutzt werden. Auch Bildungsmaßnahmen von Schulen und Kindergärten, die auf den Flächen des Nationalparks Bayerischer Wald stattfinden, dürfen weiterhin durchgeführt werden. Alle anderen außerschulischen Bildungsangebote, wie Führungen oder Vorträge, finden nicht statt.

Nachdem die Inzidenz im Landkreis Regen unter 1000 liegt, kann das Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Falkenstein in Ludwigsthal bis auf Weiteres geöffnet bleiben.

Eine Übersicht über die geschlossenen Einrichtungen im Nationalpark gibt es auf der Homepage unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de


Waldgeschichtliches Museum, Haus zur Wildnis und Hans-Eisenmann-Haus geschlossen

das Hans-Eisenmann-Haus

Hans-Eisenmann-Haus und das Haus zur Wildnis wegen der jährlichen Revisionsphase und Waldgeschichtliches Museum wegen Corona geschlossen, Vortrag „Saftlinge im Grünland“ verschoben. Tier-Freigelände bleiben geöffnet

Ansteigende Corona-Zahlen sorgen für weitere Einschränkungen. Aufgrund der angekündigten Einschränkungen in Corona-Hotspot-Regionen muss auch der Nationalpark Bayerischer Wald auf die neue Lage reagieren. Daher ist das Waldgeschichtliche Museum ab sofort geschlossen. Damit muss auch der für Donnerstag, 25. November, geplante wissenschaftliche Vortrag zum Thema „Saftlinge im Grünland“ verschoben werden. Der neue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Das Hans-Eisenmann-Haus und das Haus zur Wildnis befinden sich regulär bis inklusive 25. Dezember in der jährlichen Revisionsphase. Die Tier-Freigelände bleiben geöffnet.


Nächster Schritt bei der Nationalparkerweiterung

Mauth

Öffentlichkeitsbeteiligung startet am 22. November

Um den Nationalpark Bayerischer Wald in der Gemeinde Mauth erweitern und weiter arrondieren zu können, ist eine Änderung der Nationalparkverordnung nötig. Der Entwurf, der auch die Anpassung von Vorschriften zur Borkenkäferbekämpfung vorsieht, wird derzeit abgestimmt und kann auch von Bürgern öffentlich eingesehen werden. Vom 22. November bis einschließlich 21. Dezember liegt die geplante Verordnung mit Karten und dem Umweltbericht unter anderem an den Landratsämtern in Freyung und Regen sowie bei den Nationalpark-Gemeinden aus.

Während der Auslegungsfrist und bis spätestens 31. Januar 2022 können Bedenken und Anregungen direkt bei den Landratsämtern oder Gemeinden vorgebracht werden, auch Stellungnahmen per Mail sind an poststelle@stmuv.bayern.de möglich. Für die Einsicht sind die jeweils vor Ort geltenden Öffnungszeiten und coronabedingten Zugangsvorschriften der Landratsämter und Rathäuser zu beachten.

Zusätzlich kann der Verordnungsentwurf auch im Internet eingesehen werden und zwar unter: www.np-bw.de/erweiterung


Hirschkopfbrücke vor weiterem Verfall bewahrt

Vertreter des Wald Vereins und des Nationalparks Bayerischer Wald freuten sich zusammen über die gelungene Sanierung der Hirschkopfbrücke. (Foto: Annette Nigl /Nationalpark Bayerischer Wald)

Kooperationsprojekt zwischen Nationalpark und Wald Verein Mauth

Die Aufgabe des Nationalparks Bayerischer Wald ist es auch, Kulturdenkmäler zu erhalten. Eines davon konnte nun in Zusammenarbeit mit dem Wald Verein Mauth saniert werden, und zwar die Steinbrücke an der Hirschkopfstraße nahe Finsterau.

Die Bausubstanz der Brücke war schon in die Jahre gekommen, Wasser und Witterung haben deutliche Spuren hinterlassen. Um einem weiterem Verfall vorzubeugen, wurden die größten Schäden am Bauwerk in den vergangenen Wochen in einem Kooperations-Projekt mit Mitgliedern der Sektion Mauth des Bayerischen Wald Vereins behoben. Die Mitglieder des Wald Vereins haben darüber hinaus die angrenzende Treppe von Moos und Gräsern befreit und somit wieder sichtbar gemacht.

„Kulturdenkmäler, wie die Hirschkopfbrücke, erinnern die Bevölkerung an frühere Zeiten. Zu ihnen besteht natürlich ein starker emotionaler Bezug“, sagte Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, bei einem Termin vor Ort. „Daher freut es mich, dass wir gemeinsam mit dem Wald Verein nun ein Stück Vergangenheit weiterleben lassen können.“

Ebenso wie Franz Leibl bedankte sich auch Heiner Kilger, Vorsitzender des Wald Vereins Mauth, sowohl bei den freiwilligen Helfern des Vereins als auch bei den Mitarbeitern des Nationalparks für ihr Engagement. „Es freut mich sehr, dass wir mit unserer Idee, die Brücke zu sanieren, beim Nationalpark offene Türen eingerannt haben“, so Kilger. Ihm sei bewusst, dass es nicht immer einfach ist, den Spagat zwischen dem Nationalpark-Park-Gedanken „Natur Natur sein lassen“ und den Wünschen der Bevölkerung zu schaffen. „Mit diesem Projekt ist uns dies jedoch geglückt und ich hoffe, dass es nicht die letzte gemeinsame Aktion war.“

Auch Bürgermeister Ernst Kandlbinder hatte für alle Beteiligten nur Lob übrig. „Der Wald Verein ist eine bedeutende Komponente in der Gemeinde.“ Dass mit diesem Projekt nun ein Brückenschlag zwischen dem Wald Verein und dem Nationalpark gelungen ist, davon würden nun alle profitieren. „Die Brückensanierung ist ein Symbol dafür, was man gemeinsam erreichen kann und wie man das Verständnis füreinander stärkt.“


Im Kerngebiet muss jetzt auf den Wegen geblieben werden

Zum Schutz der seltenen Auerhühner gilt ab 16. November ein striktes Wegegebot im Nationalpark-Kerngebiet. (Foto: Christoph Moning)

Betretungsregelung zum Schutz der bedrohten Auerhühner gilt jährlich von 16. November bis 14. Juli

Der Winter steht vor der Tür und mit ihm die schwierigste Zeit für den Wappenvogel des Bayerischen Waldes, das Auerhuhn. Daher gilt im Nationalpark – ähnlich zu den Regelungen im Dreisessel- und Arbergebiet – ab 16. November wieder ein striktes Wegegebot im Kerngebiet. Das besagt, dass man in besonders sensiblen Bereichen des Schutzgebiets, hauptsächlich in den höheren Lagen, die markierten Wege nicht verlassen darf.

„Wir hoffen, dass unsere Besucher wieder viel Verständnis für diese wichtige Schutzbestimmung zeigen“, sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Nur so können wir gewährleisten, dass das gefährdete Auerwild auf Dauer in der Region überleben kann.“ Gerade die anstehende kalte Jahreszeit ist gefährlich für die Tiere, da sie ihren Energiebedarf nun fast nur noch mit kargen Fichtennadeln decken. Jede Flucht vor einem querfeldein gehenden Schneeschuhgeher kann dann tödlich für die Auerhühner enden.

Was vielen Nationalparkbesuchern nicht klar ist: Auch nach dem Winter erleben die Vögel noch eine störungssensible Phase. Im Frühling werden die Küken großgezogen, die sich am Anfang noch nicht selbst wärmen können. Eine vor Wanderern flüchtende Henne unterzeichnet oftmals unfreiwillig das Todesurteil ihres Nachwuchses. Daher gilt die Einschränkung des Betretungsrechtes jährlich bis 14. Juli.

Im Gelände wird an vielen Stellen auf die Regelungen hingewiesen. Außerdem überwachen Ranger die neuralgischen Punkte. Bei Verstößen werden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, womit ein Bußgeld droht. „Lieber wäre es uns aber, wenn alle Naturfans sich an die Regeln halten und somit der Natur mit dem nötigen Respekt und der nötigen Rücksicht begegnen. Die markierten Wege erschließen schließlich auch alle Höhepunkte des Nationalparks“, so Leibl.


2G in Nationalpark-Einrichtungen

Das Waldgeschichtliche Museum bleibt auch im November und Dezember durchgängig geöffnet – jedoch vorerst nur für geimpfte und genesene Besucher. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Verschärfte Regel tritt am Samstag, 6.November, in Kraft – Auch Indoor-Veranstaltungen betroffen. Das Hans-Eisenmann-Haus und das Haus zur Wildnis werden ab Montag, 8. November, wie jedes Jahr für Reparaturarbeiten geschlossen.

Aufgrund der neuen rechtlichen Rahmenbedingungen in Sachen Corona-Maßnahmen verschärft auch der Nationalpark Bayerischer Wald ab Samstag, 6. November, die Zugangsregeln für seine Einrichtungen. Somit können vorerst nur noch geimpfte und genesene Besucher das Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau, das Haus zur Wildnis bei Ludwigstahl und das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald betreten. Die Regelung gilt für Gäste ab 12 Jahren.

Betroffen von dieser Regel sind auch alle Indoor-Veranstaltungen, so etwa aktuell die öffentliche Filmpremiere von „Lene und die Geister des Waldes“ am Sonntag, 7. November, um 15 Uhr im Hans-Eisenmann-Haus, das Konzert von Richie Necker am 11. November um 19 Uhr im Waldgeschichtlichen Museum und der wissenschaftliche Vortrag zum Thema Totholz am 11. November um 18 Uhr im Hans-Eisenmann-Haus. Die Sonntags-Matinee, die am 7. November im Hans-Eisenmann-Haus stattfinden sollte, muss hingegen ersatzlos ausfallen.

Zudem weist der Nationalpark darauf hin, dass das Hans-Eisenmann-Haus und das Haus zur Wildnis ab Montag, 8. November, wie jedes Jahr für Reparaturarbeiten geschlossen werden. Beide Häuser öffnen dann wieder am 26. Dezember. Das Waldgeschichtliche Museum ist durchgängig geöffnet – dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr.


Parkplatz Wistlberg gesperrt

Finsterau von Wistlberg aus gesehen

Ab Donnerstag, 27. Oktober bis auf Weiteres gesperrt.

Aufgrund von Waldarbeiten ist der Parkplatz Wistlberg in der Nähe von Finsterau ab Donnerstag, 27. Oktober, bis auf Weiteres gesperrt. Parkmöglichkeiten bestehen am Skistadion in Finsterau.









Mit dem Nationalpark bei Zukunftsthemen hervorragend aufgestellt


Landtagsabgeordneter Max Gibis (von links) und stellvertretender Landrat Franz Brunner informierten sich an der Reschbachstraße, die gerade ertüchtigt wurde, bei Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl über den Stand der geplanten Nationalpark-Erweiterung bei Finsterau. (Foto: Patrick Zens)

Stellvertretender Landrat Brunner und Landtagsabgeordneter Gibis informieren sich über Erweiterung

Wie laufen die Planungen im Nationalpark-Erweiterungsgebiet nahe der Gemeinde Mauth? Darüber informierte jüngst Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl bei einem Vor-Ort-Termin auf Bitten von Landtagsabgeordnetem Max Gibis. Dabei erfuhr auch Franz Brunner, stellvertretender Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau, den aktuellen Sachstand.

Zunächst erläuterte Leibl noch einmal die Pläne. „Am Parkplatz Wistlberg wird ein Schaufenster der Region mit Kiosk und Behinderten-WC-Anlage entstehen sowie ein barrierearmer Abenteuerspielplatz.“ In einem ersten Schritt wird derzeit auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern der Fichtenbestand gefällt. „Sobald das Areal fertig gestaltet ist, werden wir Bergahorne und Ebereschen nachpflanzen.“ Als Besucherhighlights sollen in dem Bereich bis zur Grenze bei Buchwald außerdem drei barrierefreie Aussichtsplattformen entstehen.

Zu den Maßnahmen, die im Zuge der Erweiterung finanziert werden, gehört auch die Sanierung der Reschbachstraße. Die Arbeiten hierfür sind nahezu fertiggestellt. „Ein 3,3 Kilometer langer Bereich ab der Einmündung in die Nationalparkbasisstraße bei Mauth war zum Teil stark beschädigt“, so Leibl. Hier wird zunächst belastetes Material, das im Bankett enthalten war, ausgebaut und dann eine neue Asphaltschicht aufgebracht. „Auch das Bankett wird erneuert, außerdem bauen wir eine Amphibienstopprinne ein, damit Frösche, Kröten und Molche künftig sicher zu ihren Laichgewässern auf die andere Seite der Straße kommen.“ Die 500.000 Euro teure Straßensanierung ist am 5. November abgeschlossen.

„Aus Sicht des Landkreises sind diese Schritte eine tolle Sache“, betonte Landratsvertreter Franz Brunner. „Man sieht, dass es vorwärtsgeht.“ Durch das Maßnahmenpaket werde nicht nur der Nationalpark, sondern die ganze Region besser dastehen. Erfreulich sei Brunner zufolge auch die mittlerweile große Akzeptanz in der Bevölkerung, aber auch das weltweite Renommee des Nationalparks in der Forschung, gerade in Sachen Biodiversität. „Wir sind also mit dem Nationalpark bei den Zukunftsthemen hervorragend aufgestellt.“

Landtagsabgeordneter Max Gibis sieht in der Umsetzung der ersten Maßnahmen einmal mehr bestätig, dass der Freistaat Bayern seine Versprechen hält. „Mich freut es ganz besonders, dass die ersten Maßnahmen, die im Zuge der Nationalparkerweiterung versprochen worden waren, nun auch zügig umgesetzt werden.“ Dafür dankte er dem Umweltministerium und der Nationalparkverwaltung, die mit Hochdruck an den einzelnen Maßnahmen arbeiten. „Auch, wenn die größeren Projekte noch etwas Zeit benötigen, so sieht man doch, dass etwas vorwärts geht“, so Gibis abschließend.


Nationalpark-Podcast geht in die Verlängerung

Eine der ersten Gesprächspartnerinnen für Podcast-Host Christian Keim war Silvia Pflug, Nationalpark-Försterin in der Dienststelle Bayerisch Eisenstein. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Bei „Wildnis schafft Wissen“ gibt’s Einblicke in die Arbeit für das Schutzgebiet

Im vergangenen Winter lauschten über 22.000 Hörer den ersten Podcast-Folgen aus der grenzenlosen Waldwildnis. Nun geht die Reihe unter dem Motto „Wildnis schafft Wissen – Einblicke in den Nationalpark Bayerischer Wald“ in die Verlängerung. Während sich die erste Staffel speziell mit Forschungsthemen befasste, rückt die Fortsetzung nun ein breiteres Themenspektrum in den Fokus.

Die Podcast-Folgen werden in Zusammenarbeit mit dem Passauer Lokalradiosender Unser Radio produziert, der Teile der Folgen auch im Programm ausspielt. Dabei spricht Moderator Christian Keim unter anderem mit Silvia Pflug, der ersten Nationalpark-Försterin, mit Hans-Eisenmann-Leiter Christian Binder, Umweltpädagoge Thomas Michler oder mit Julia Zink, die beim Nationalpark für das digitale Besuchermanagement zuständig ist.

Die erste Folge ging bereits am Donnerstag auf der Homepage des Nationalparks, dem angeschlossenen YouTube-Kanal sowie auf allen gängigen Podcast-Portalen online. Im dreiwöchigen Turnus werden Abonnenten dann mit neuen Folgen versorgt. Direkt zum Podcast gelangt man via www.np-bw.de/podcast.


Behinderungen rund um die Reschbachstraße

Mauth

Ab Montag, 11. Oktober dreiwöchige Bauarbeiten – Wanderer und Radfahrer müssen bis Ende Oktober Umwege in Kauf nehmen

Ab Montag, 11. Oktober, kommt es auf der Reschbachstraße bei Mauth zwischen der Einmündung in die Nationalparkstraße und der Schustersäge wegen Bauarbeiten zu Behinderungen. Damit ist für zirka drei Wochen bei den umliegenden Wander- und Radwegen mit Einschränkungen zu rechnen.

Ab Montag, 11. Oktober, werden Vorbereitungsmaßnahmen durchgeführt, wofür noch keine Komplettsperrung notwendig ist und auch die beiden Parkplätze Jägerstraßl und Sandriegel noch angefahren werden können. Es muss lediglich mit Behinderungen gerechnet werden.

Ab Montag, 18. Oktober, wird die Reschbachstraße inklusive der Parkplätze Jägerstraßl und Sandriegel gesperrt. Die Parkplätze Schwarzbachbrücke und Oberes Reschbachtal sind hingegen aus nördlicher Richtung weiter erreichbar. Wanderer und Radfahrer können in dieser Woche den Parkplatz Dreikönigs-Loipe in Mauth nutzen und an der Baustelle vorbei über das Jägerstraßl das Wegenetz erreichen.

Ab Montag, 25. Oktober, ist diese Querung aufgrund der Vollsperrung der Straße nicht mehr möglich. Die Wanderregion westlich von Mauth kann in diesem Zeitraum nur über das Obere Reschbachtal mit den Parkplätzen Schwarzbachbrücke und Oberes Reschbachtal oder über das Felswandergebiet bei Glashütte erreicht werden.

Wanderern auf dem Goldsteig wird empfohlen, ab dem Tummelplatz der Wanderlinie „Arnika“ ins Obere Reschbachtal zu folgen. Über die Markierung „Hauptwanderweg“ (Drei Bäume) ist die Wanderlinie „Via Nova“ erreichbar, die zurück nach Mauth und auf die Route des Goldsteiges führt. Vor Ort wird mit Schildern auf die gesperrten Bereiche hingewiesen.


Neue Corona-Vorschriften im Haus zur Wildnis

Neue Corona-Vorschriften

In Innengastronomie, im Kino und bei Führungen ist 3-G-Nachweis notwendig

Die geänderten Corona-Schutzmaßnahmen wirken sich auch auf den Betrieb im Haus zur Wildnis in Ludwigsthal aus. Nachdem die Inzidenz im Landkreis Regen über 35 liegt, ist ein Zutritt zur Innengastronomie nur für Besucher möglich, die geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Auch bei der Teilnahme an Indoor-Führungen durch die Nationalparkeinrichtung, bei Kinovorführungen sowie bei der Nutzung des Kinder-Erlebnisraumes ist einer dieser Nachweise erforderlich. Vorgelegt werden muss er an der Info-Theke im Haus zur Wildnis. Generell besteht im Inneren des Gebäudes FFP2-Maskenpflicht. Kinder unter sechs Jahren sind von der Maskenpflicht befreit, Kinder und Jugendliche im Alter bis 16 Jahren müssen nur eine Alltagsmaske tragen. Die bisher erfolgte Kontaktdatenerhebung bleibt bestehen.

Mehr Informationen gibt es auch auf der Homepage unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de sowie im Haus zur Wildnis unter der Telefonnummer 09922 5002-0.


Mit dem Luchs in Ingolstadt

Dem Nationalparkstand statteten am letzten Öffnungstag der diesjährigen Landesgartenschau zahlreiche Gäste einen Besuch ab. (Foto: Josef Wanninger/Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark präsentierte sich als Vorbote auf Landesgartenschau 2023 in Freyung

Ein Luchs sonnt sich vor ein paar Bäumchen, während ein Schwarzspecht in der Nähe an einem toten Baumstamm sitzt. Dieser Anblick ist schon im Nationalpark Bayerischen Wald selten. Umso ungewöhnlicher war er vergangenes Wochenende in Ingolstadt.

Wer auf der Landesgartenschau den Stand des Nationalparks besuchte, konnte sich diese Szenerie der Waldwildnis jedoch einmal genauer anschauen. An den präparierten Tieren staunten die Besucher nicht schlecht darüber, wie groß die Luchse und vor allem deren Pfoten sind. Wer sich den Luchs genau angeschaut hatte, konnte danach mit Leichtigkeit alle Fragen am Glücksrad beantworten und einige Erinnerungsstücke gewinnen.

Für den Nationalpark war der diesjährige Auftritt auch eine Einstimmung auf die Landesgartenschau in der Region – genauer gesagt 2023 in Freyung. Auch das Wetter spielte mit, was nicht nur die Standbetreuerinnen Katharina Wipplinger, Sofie Hofbauer, beide Teilnehmerinnen am Freiwilligen Ökologischen Jahr, und Commerzbank-Umweltpraktikantin Lea Gerhäußer freute: „Bei Sonnenschein macht die Öffentlichkeitsarbeit am Stand gleich viel mehr Spaß! Wir kamen mit vielen Menschen ins Gespräch und es ist richtig Interessant, welche Erinnerungen und Erfahrungen diese mit dem Nationalpark verknüpfen“, so das Trio.


Wanderweg zwischen Graupsäge und Waldhäuser gesperrt

Waldhäuser

Ab Montag, 11. Oktober wegen Kanal-Bauarbeiten voraussichtlich bis Mitte November gesperrt.

Der Wanderweg mit den Markierungen „Fichte“ und „Goldener Steig“ zwischen Waldhäuser und Graupsäge ist ab Montag, 11. Oktober, für voraussichtlich fünf Wochen komplett gesperrt. Der Grund ist der Bau einer Kanalleitung von Altschönau bis nach Waldhäuser.

Vor Ort wird mit Schildern auf den gesperrten Bereich hingewiesen.








Neue Wohnmobil-Stellplätze in Scheuereck

Eröffneten den Wohnmobil-Stellplatz: Nationalparkleiter Franz Leibl (v.l.), Bürgermeister Gerd Lorenz und die beim Bau beteiligten Nationalpark-Mitarbeiter Bärbel Sagmeister, Reinhold Gaisbauer, Ingo Brauer und Manfred Feucht. (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald)

Angebot des Nationalparks startet an zweiter Stelle – Zeltplätze sollen folgen.

Neben den Stellplätzen am Parkplatz des Nationalparkzentrums Falkenstein bei Ludwigsthal hält der Nationalpark Bayerischer Wald ab sofort einen zweiten Ort bereit, an dem Wohnmobil-Urlauber Halt machen können. Im Weiler Scheuereck unterhalb des Großen Falkensteins stehen nun ebenfalls vier Stellplätze zur Verfügung. Inmitten der entstehenden Waldwildnis können Camping-Gefährte hier maximal zwei Nächste stehen bleiben. Die Nutzung ist kostenlos.

Eröffnet wurden die Stellplätze im Beisein von Lindbergs Bürgermeister Gerd Lorenz, der sich besonders freute, dass seine Gemeinde bei der neuen Einrichtung bedacht wurde. Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl lobte vor allem, dass die Einrichtung des Platzes so zügig vonstattenging. Nun habe man noch mehr Angebot für eine steigende Nachfrage in diesem Bereich geschaffen. Direkt neben den in einen Wanderparkplatz integrierten Stellplätzen sind noch Flächen für Zelte geplant. Da dort jedoch erstmal noch Gras und Pflanzen anwachsen müssen, können diese erst nächstes Jahr genutzt werden.

Vor Ort werden die Urlauber über die Nutzungsbedingungen informiert. So ist eine Vorab-Anmeldung beim Haus zur Wildnis via 09922/5002-0 oder hzw@npv-bw.bayern.de notwendig, spätestens bis 17 Uhr des Abstellbeginns. Zwei Nächte in Folge darf dann in Scheuereck Halt gemacht werden. Eine Versorgungs- und Entsorgungsstation ist nicht vorhanden. Genutzt werden darf der Platz nur im Sommerhalbjahr – von 1. April bis 15. November.


Keine Kontaktdatenerhebung mehr in den Tier-Freigeländen

Hinweistafeln helfen den Besuchern in den Nationalparkzentren bei der Orientierung

Ab sofort müssen in den Tier-Freigeländen des Nationalparks in Ludwigsthal und in Neuschönau keine Kontaktdaten mehr erhoben werden. Die Landratsämter in Freyung-Grafenau und Regen haben dem Antrag auf eine Ausnahmereglung zugestimmt. Eine Kontaktdatenerhebung ist nach wie vor im Hans-Eisenmann-Haus, im Haus zur Wildnis, im Waldgeschichtlichen Museum, in der Gastronomie der Nationalparkzentren sowie beim Besuch des Baumwipfelpfades erforderlich.












Digitale Schnitzeljagd durchs Tier-Freigelände

Digital kann man im Tier-Freigelände Falkenstein nun „Auf Schatzsuche mit dem Schratzl“ gehen. (Foto: Paula Feuchtmeyer/Nationalpark Bayerischer Wald)

Knifflige Rätsel und Fragen für Kinder ab sieben Jahren im Nationalparkzentrum Falkenstein

Welche Tiere leben im Totholz? Welcher Vogel hat eine sehr lange Zunge und Ameisen zum Fressen gern? Und warum tragen manche Luchse Halsbänder? Im Tier-Freigelände Ludwigsthal können kleine Nationalparkfans ab sieben Jahren nun auf Entdeckerrallye gehen – und zwar mit dem Handy. Unter dem Motto „Auf Schatzsuche mit dem Schratzl“ gilt es, eine digitale Schnitzeljagd zu meistern.

Entwickelt wurde die Rallye von Paula Feuchtmeyer, die derzeit im Nationalpark ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert. Bei der Schatzsuche erwarten die Kinder knifflige Rätsel und Fragen rund um den Nationalpark und seine tierischen Bewohner, wie Wolf, Wildpferd und Luchs. Wenn alle Fragen gemeistert sind, gibt es als Belohnung einen Schatz – aber Achtung, auch dieser muss gesucht werden.

Um die zirka eineinhalb Stunden dauernde Rallye auf dem Handy starten zu können, ist der Download der kostenlosen App „Actionbound“ notwendig. Beim Startpunkt am Servicegebäude des Nationalparkzentrums Falkenstein beim Parkplatz an der B11 ist ein Plakat mit einem QR-Code zu finden, der über die App gescannt werden kann. Es ist auch möglich, die Rallye bereits zuhause über die Suchfunktion der App herunterzuladen.


Immer mehr Wildcamper im Nationalpark

Viele Wildcamper schlagen ihr Zelt mitten in der Kernzone auf. Auch Lagerfeuer werden oftmals entzündet – ohne einen Gedanken an die Waldbrandgefahr zu verschwenden.(Foto: Nationalparkwacht Bayerischer Wald)

Zelte und Lagerfeuer mitten in der Kernzone – Streifen der Ranger ausgeweitet

Mit einem großen Problem sehen sich die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald derzeit konfrontiert, und zwar mit Wildcampern. „Immer mehr Besucher übernachten bei uns im Schutzgebiet, obwohl dies verboten ist“, erklärt Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem unsere Ranger niemanden erwischen.“

Die einen sind mit Zelt ausgestattet, den anderen reicht ein Schlafsack, mit dem sie in den Schutzhütten übernachten – die Mitarbeiter der Nationalparkwacht finden ständig andere Szenarien an den vermeintlichen Übernachtungsplätzen, die oftmals mitten im Kerngebiet liegen, vor. Immer wieder werden auch Lagerfeuer im Wald angezündet. „Das ist nicht nur verboten, sondern aufgrund der Waldbrandgefahr unverantwortlich“ so Leibl. Wenn die Wildcamper zur Rede gestellt werden, erklären sie meist, dass sie etwas in der Wildnis erleben wollen. „Wir sind aber ein Schutzgebiet und kein Abenteuerspielplatz.“

Im Nationalpark hat sich durch die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ eine einmalige Artenvielfalt entwickelt. Seltene Tiere wie Luchs, Fischotter, Auerhuhn oder Habichtskauz finden hier wieder ein Zuhause. Nachdem der Druck durch Wanderer in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen hat, ist es für die Tier- und Pflanzenwelt wichtig, zumindest nachts keinen Störungen zu unterliegen. „Werden empfindliche Tiere durch grelle Stirnlampen oder laute Geräusche aufgeschreckt, erhöht das deren Stresslevel signifikant und kann äußerst negative Auswirkungen haben“, so Leibl. „Personen, die unerlaubt im Nationalpark übernachten, handeln nicht nur gegen die geltenden Nationalparkregeln, sie stören mit ihrem Verhalten in erster Linie die dort lebenden Arten.“

Die Nationalparkverwaltung reagiert nun verstärkt auf dieses Problem und weitet die Streifengänge der Ranger auch auf die Nachtstunden aus. Wer erwischt wird, dessen Daten werden an die Landratsämter Freyung-Grafenau und Regen weitergeleitet, eine Anzeige sowie ein Bußgeld sind die Folge.

Möglichkeiten mit Zelten zu übernachten werden im Übrigen derzeit von der Nationalparkverwaltung in der Nähe des Hirschgeheges bei Scheuereck geschaffen. Ebenso sollen dort in Zukunft Camper Stellplätze nutzen können.


Drei junge Falken fliegen im Höllbachgespreng aus

Drei junge Falken sind im Höllbachgespreng ausgeflogen. (Foto: Michael Pscheidl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Brut war erfolgreich – Sperrung des Wanderwegs ab Freitag aufgehoben

Eine gute Nachricht gibt es aus dem Höllbachgespreng unterhalb des Großen Falkensteins zu vermelden: Die Wanderfalken waren mit ihrer Brut erfolgreich. Drei Jungvögel sind aus dem Nest geflogen.

Jochen Linner, Naturschutzbeauftragter des Nationalparks Bayerischer Wald, freut sich sehr über diesen Erfolg und bedankt sich in erster Linie bei den verständnisvollen Wanderern. „Um den Falken die Chance auf eine erfolgreiche Brut zu geben, haben wir wie nahezu jedes Jahr den Wanderweg durch das Höllbachgespreng gesperrt.“ Die Besucher des Nationalparks haben sich vorbildlich an die Betretungsregelung gehalten.

Um die Falken und den Bruterfolg verfolgen zu können, haben Ranger der Nationalparkwacht den Horst in regelmäßigen Abständen beobachtet. Auch Mitarbeiter des Landesbundes für Vogelschutz sind immer mit eingebunden. „Allerdings sind sie dabei sehr vorsichtig vorgegangen, um die Vögel nicht zu stören“, sagt Linner. Letztendlich konnte vor rund zwei Wochen beobachtet werden, wie drei Jungvögel ausgeflogen sind. Daher kann die Sperrung des Wanderwegs durch das Höllbachgespreng am Freitag, 18. Juni, aufgehoben werden. Wanderer können dann auch wieder über diesen Abschnitt den Falkenstein erreichen.

In diesem Zusammenhang weist Linner noch einmal auf das Wegegebot hin, das in Teilen des Nationalparks gilt. „Zum Schutz gefährdeter Arten ist ein Verlassen der markierten Wege im Kerngebiet nicht gestattet.“ Auch in anderen Bereichen des Nationalparks gebe es Brutplätze. Hier handle es sich vor allem um die Lebensräume des Auerhuhns oder um Moore. „Die Wanderer können durch ihr Verhalten dazu beitragen, dass wir den Tieren eine Chance geben, ihren Nachwuchs groß zu ziehen.“


Stabswechsel im Jugendwaldheim

Als Rita Gaidies 2008 die Leitung des Jugendwaldheims übernahm, war Jan Günther ihr Zivi. Nun übernimmt er selbst den Chefposten. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Büro mit Alpenblick: Auf Rita Gaidies folgt ihr Ex-Zivi Jan Günther

Den Blick auf Kreuzberg und die Alpen vermisst Rita Gaidies jetzt schon ein bisschen. „Wer hat denn auch schon so einen Arbeitsplatz“, sagt die 64-jährige Pädagogin, die sich seit kurzem im Rentenstand befindet. Seit Anfang Mai genießt nämlich Jan Günther (32) die tolle Aussicht aus dem Büro im Jugendwaldheim bei Glashütte. Ihr Nachfolger ist kein Unbekannter in der Einrichtung des Nationalparks Bayerischer Wald. 2008 war er hier schon Zivi. Damals war seine Vorgängerin frisch im Amt.

Der Zeitpunkt des Stabswechsels ist ein ruhiger. Noch hält die Umweltbildungseinrichtung einen coronabedingten Dornröschenschlaf. „Da ist es etwas schwierig, einen Schlussstrich zu ziehen“, erzählt Gaidies, die gern noch viele Belegungen abgewickelt hätte. „Schon allein, um mich auch von vielen Stammgästen persönlich zu verabschieden. Mit einigen Lehrern ist über die Jahre eben schon eine Freundschaft entstanden.“ Seit 1984 war die ausgebildete Lehrerin beim Nationalpark beschäftigt, zunächst im Hans-Eisenmann-Haus und im Wildniscamp. 2008 folgte dann der Wechsel auf den Leitungsposten im Jugendwaldheim. Just in diesem Jahr war Jan Günther ihr Zivildienstleistender.

„In dieser Zeit habe ich gemerkt, diese Arbeit gefällt mir, das will ich später einmal machen, hoffentlich auch an so einem tollen Arbeitsplatz“, so Jan Günther. „Dass es genau dieser Job wird, hätte ich mir damals aber nicht träumen lassen.“ Zuletzt war er in der Jugendherberge in Waldhäuser beschäftigt, studiert hat er unter anderem Regionalentwicklung und Naturschutz mit Schwerpunkt Umweltbildung. Den Start in die neue Aufgabe hätte sich aber auch der 32-Jährige anders vorgestellt. „So ist der Anfang zwar entspannter, aber klar, der Ort lebt von den Kindern.“

Seiner Vorgängerin waren genau diese Begegnungen immer wieder Antrieb und Motivation zugleich. „Wenn man nach einer Woche Aufenthalt von den Schülern so viele positive Rückmeldungen bekommt, weiß man ganz genau, warum man diese Arbeit macht“, blickt Rita Gaidies zurück. Um die Schulklassen und Studentengruppen fachgerecht zu betreuen, haben sie und ihr Team nicht nur ständig an den pädagogischen Programmen gefeilt, auch die Rahmenbedingungen wurden stets optimiert. „Ich habe eigentlich immer gebaut“, sagt die 64-Jährige mit einem Schmunzeln. In ihrer Amtszeit ist der Anbau mit Seminar- und EDV-Raum entstanden, aber auch allerlei Ausstattung im Außengelände, zuletzt regensichere Unterstandshütten für Outdoor-Programme bei Schlechtwetter.

Auch ihr Nachfolger darf sich von Anfang an in der Rolle als Bauherr fühlen. Der Neubau des Speisesaal-Trakts steht für die nahe Zukunft an. Derweil hofft Jan Günther aber, baldmöglichst wieder Gäste begrüßen zu dürfen. Dabei ist er überzeugt: „Bessere Bedingungen wie hier, um Umweltbildung direkt in der wilden Waldnatur zu betreiben, gibt’s wohl nirgends. Wo sonst kann man zum Beispiel auf eine eigene Forschungsabteilung oder eine ehrenamtliche Waldführer-Mannschaft zurückgreifen.“


Auch Nationalparkzentrum Lusen fast im Normalbetrieb

Hinweistafeln helfen den Besuchern in den Nationalparkzentren bei der Orientierung

Anmeldepflicht entfällt ab Mittwoch 2.Juni – Führungen im Landkreis Freyung-Grafenau ohne negativen Coronatest möglich

Das Landratsamt Freyung-Grafenau hat am Montag festgestellt, dass die Inzidenz als stabil unter 50 gilt. Somit treten ab Mittwoch, 2. Juni, weitere Erleichterungen in Kraft, die auch vom Nationalpark Bayerischer Wald umgesetzt werden. So kann das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald sowie das Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau mit dem dortigen Tier-Freigelände, dem Hans-Eisenmann-Haus und dem Baumwipfelpfad nahezu wieder in den Normalbetrieb wechseln.

Aufgehoben werden am Mittwoch die Sperrungen der Nebeneingänge des weitläufigen Nationalparkzentrums, da keine Anmeldung mehr notwendig ist und Kontaktdaten der Besucher nur noch in der Gastronomie erfasst werden müssen. Somit ist nun unter anderem auch ein Zugang über die Parkplätze sowie die Igelbushaltestelle bei Altschönau wieder möglich. Die üblichen Hygieneregeln gelten jedoch weiterhin. Das heißt: Die Abstände zueinander sind einzuhalten. Darüber hinaus gilt in den Innenbereichen sowie auf den Aussichtskanzeln der Gehege eine Personenbeschränkung sowie eine FFP2-Maskenpflicht ab 15 Jahren. Bei Kindern von 6 bis 14 Jahren reicht ein Mund-Nasen-Schutz.

Ab Mittwoch ist zudem die Teilnahme am Führungsbetrieb des Nationalparks im Landkreis Freyung-Grafenau vereinfacht möglich. Teilnehmende müssen dann keinen negativen Coronatest, Genesenennachweis oder Impfnachweis mehr vorzeigen. Außerdem starten die beiden Führungen „Zu Käuzen, Bär und Otter“ nun wieder jeden Dienstag und Freitag am Eingang zum Tier-Freigelände bei Altschönau. Anmeldungen zu allen Führungen sind weiter verpflichtend beim Nationalpark-Führungsservice – 0800 0776650 – nötig.

Im Landkreis Regen mit dem im Nationalparkzentrum Falkenstein gelegenen Haus zur Wildnis traten diese Erleichterungen bereits vergangenes Wochenende in Kraft. Alle Infos zu den aktuellen Einschränkungen in den Nationalparkeinrichtungen werden tagesaktuell unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de veröffentlicht.


Weitere Nationalparkeinrichtungen öffnen

Hinweistafeln helfen den Besuchern in den Nationalparkzentren bei der Orientierung

Hans-Eisenmann-Haus und Haus zur Wildnis ab Freitag auf – Führungsbetrieb läuft wieder an

Die Corona-Situation in den beiden Nationalpark-Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen entspannt sich zunehmend. Somit können weitere Einrichtungen des Schutzgebiets öffnen. Ein Überblick:

Nationalparkzentren: Neben den Tier-Freigeländen öffnen ab Freitag, 28. Mai, auch das Hans-Eisenmann-Haus bei Neuschönau und das Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal, wobei hier aufgrund der laufenden Baumaßnahme nur die obere Etage zugänglich ist. Beide Häuser stehen Besuchern dann täglich von 9 bis 17 Uhr zur Verfügung – inklusive der Außenbereich der dortigen Gastronomie-Betriebe als auch den Nationalparkläden. In den Innenbereichen besteht FFP2-Maskenpflicht ab 15 Jahren. Selbiges gilt für die Parkplätze und Aussichtskanzeln der Tier-Freigelände. Kinder von 6 bis 14 Jahren müssen dort eine Alltagsmaske tragen. Zudem müssen die Kontaktdaten erfasst werden. Dies wird über die Anmeldepunkte auf den Parkplätzen abgewickelt. Dort bekommen Besucher nach ihrer kostenlosen Registrierung einen Tagespass, der zum Besuch aller geöffneter Anlagen berechtigt. Der Eintritt für den Baumwipfelpfad ist wie üblich separat an der Kasse zu entrichten. Um den Anmeldevorgang vor Ort zu beschleunigen, empfiehlt der Nationalpark eine Online-Anmeldung bis zum Vortag des Besuchs über www.nationalpark-bayerischer-wald.de.

Waldgeschichtliches Museum: Das Museum in St. Oswald ist ab 28. Mai täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag. Kontaktdaten müssen vor Ort über Anmeldelisten hinterlassen werden. Die Maskenpflicht gilt analog zu den Nationalparkzentren.

Führungen: Der Führungsbetrieb startet am 28. Mai. Alle Veranstaltungen sind auf der Homepage des Nationalparks veröffentlicht. Auch Flyer und Plakate sind bereits an vielen Stellen einsehbar. Einzige Änderung zum gedruckten Programm: Die für jeden Dienstag und Freitag geplanten Führungen durch das Tier-Freigelände ab Altschönau werden räumlich verschoben und starten ebenfalls am Parkplatz P1 des Nationalparkzentrums Lusen bei Neuschönau. Generell gilt: Für alle Führungen bedarf es einer Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice unter der kostenlosen Rufnummer 0800 0776650. Es dürfen pro Führung maximal 15 Personen teilnehmen. In den Tier-Freigeländen wird die Anzahl aufgrund der räumlichen Bedingungen nochmals reduziert, auf 10 Personen. Bei viel Nachfrage wird dort versucht zwei parallel stattfindende Führungen zu organisieren. Alle Teilnehmer müssen eine FFP2-Maske mitführen, die aber nur beim Bezahlen sowie in den ausgewiesenen Bereichen der Tier-Freigelände getragen werden muss. Ansonsten ist auf die gängigen Abstandsregeln zu achten. Außerdem müssen aktuell alle Teilnehmer ab einem Alter von sechs Jahren einen maximal 24 Stunden alten Coronatest, einen Genesenen-Nachweis oder einen Impfnachweis vorlegen. Am P1 des Nationalparkzentrums Lusen ist eine Vor-Ort-Testung bis mindestens Sonntag, 30. Mai, möglich. Testen lassen kann man sich samstags und sonntags auch am Parkplatz des Nationalparkzentrums Falkenstein.

Racheldiensthütte: Die Einkehrmöglichkeit unterhalb des Rachelsees hat wieder täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Zunächst steht an der Racheldiensthütte aber nur der Biergarten zur Verfügung. Nur bei sehr schlechter Witterung bleibt geschlossen. Zur Anreise eignet sich der im Stundentakt verkehrende Igelbus.

Hinweis: Alle aufgeführten Regelungen gelten für den stabil unter 100 liegenden Inzidenzbereich, der aktuell in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen festgestellt wurde. Sobald die Inzidenz als stabil unter 50 gilt, können weitere Lockerungen in Kraft treten, über die die Nationalparkverwaltung gesondert berichten wird.


Tier-Freigelände öffnen für Besucher

Hinweistafeln helfen den Besuchern in den Nationalparkzentren bei der Orientierung

Eintritt unter Auflagen möglich – Öffnung Hans-Eisenmann-Haus und Haus zur Wildnis zum 28. Mai

Die Tier-Freigelände in den Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein sind seit Samstag, 22. Mai, von 9 bis 17 Uhr für Gäste geöffnet – allerdings unter bestimmten Auflagen.

Jeder, der die Einrichtungen besuchen will, muss nach der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung seine Kontaktdaten hinterlassen und erhält auch nur so ein kostenloses Tagesticket. Um Warteschlangen vor Ort zu vermeiden, hat die Nationalparkverwaltung die Möglichkeit einer Online-Buchung eingerichtet. Über die Homepage des Nationalparks können unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de vorab bequem alle Daten und die Anzahl der Begleitpersonen eingegeben werden. Wenn die maximale Anzahl an Tagesgästen erreicht ist, ist eine Buchung nicht mehr möglich. Die Buchungsbestätigung erhält der Gast per Mail. Diese muss in den Anmeldestationen auf den Hauptparkplätzen der Zentren vorgelegt werden. Im Nationalparkzentrum Lusen sind das der P1 und der P2 und im Nationalparkzentrum Falkenstein ist es der Parkplatz an der B11. Alle anderen Nebeneingänge und kleineren Parkplätze bleiben gesperrt.

Inzidenzabhängig ist auch die Vorlage eines negativen, höchstens 24 Stunden alten Coronatests, eines Nachweises über eine doppelte Impfung oder eine Genesungsbestätigung nötig. Dies ist derzeit nur im Nationalparkzentrum Lusen im Landkreis Freyung-Grafenau noch der Fall. Dort gibt es für Besucher an den Wochenenden und an den Feiertagen eine Corona-Testmöglichkeit vom Bayerischen Roten Kreuz. Letzter Einlass in die Tier-Freigelände ist um 16 Uhr. Die Zahl der Parkplätze ist begrenzt, eine Anreise ist auch mit dem Igelbus möglich.

Anders als in einem klassischen zoologischen Garten gilt die Maskenpflicht in den Tier-Freigeländen nur dort, wo viele Menschen zusammenkommen oder Mindestabstände nicht eingehalten werden können, wie zum Beispiel an den Aussichtskanzeln bzw. an entsprechend markierten Bereichen. Auf den sonstigen sehr weitläufigen Wegen besteht bei Einhaltung der Mindestabstände keine Maskenpflicht.

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks, freut es sehr, dass in die Besuchereinrichtungen nun wieder Leben einzieht. „Es ist uns in Abstimmung mit den Landratsämtern Freyung-Grafenau und Regen gelungen, ein Öffnungskonzept auf die Beine zu stellen.“ Problematisch war, dass die Tier-Freigelände nach den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung als zoologische Einrichtungen gelten. „Wir haben aber keinen Zentraleingang, an dem wir alle Besucher registrieren können. Und unsere Gehegezone ist auch nicht eingezäunt.“ Dennoch ist die Nationalparkverwaltung dazu verpflichtet, die Kontaktdaten der Besucher zu erfassen und sicherstellen, dass sich nur registrierte Personen in den Zentren aufhalten.

Mit dem Tagesticket ist es auch möglich, ab Sonntag, 23. Mai, im Nationalparkzentrum Lusen ein Ticket für den Baumwipfelpfad zu kaufen. Ab dem 28. Mai ist es in Abstimmung mit den Gastronomen in den beiden Nationalparkzentren geplant, das Hans-Eisenmann-Haus sowie das Haus zur Wildnis zu öffnen. Dann ist mit dem Tagesticket auch dort der Zutritt möglich. Im Haus zur Wildnis ist allerdings wegen Bauarbeiten in der Ausstellungshalle lediglich die obere Ebene inklusive Laden zugänglich. Auch das Waldgeschichtliche Museum in St. Oswald öffnet am 28. Mai.

Generell ist eine Öffnung des Hans-Eisenmann-Hauses, des Haus zur Wildnis und des Waldgeschichtlichen Museums nur bei einer stabilen Inzidenz unter 100 möglich. Aktuelle Informationen dazu gibt es auf der Homepage des Nationalparks. In allen drei Häusern ist nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern zulässig, es gelten entsprechende Hygienekonzepte. Sollte eine Öffnung möglich sein, dürfen sich Besucher auf neue Ausstellungen freuen. Im Hans-Eisenmann-Haus gibt es bis zum 25. Juli Bilder von Michael Morasch unter dem Motto „Wild und gefährdet. Heimische Orchideen“ zu sehen, im Waldgeschichtlichen Museum stellt Gabi Hanner bis zum 19. September Bilder zum Thema „Der gefühlte Wald“ aus.


„Der wilde Wald“ feiert Premiere beim renommierten Münchner DOK.fest

Der Film „Der wilde Wald“ widmet sich dem ältesten deutschen Nationalpark.  (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald

„Der wilde Wald“ feiert Premiere beim renommierten Münchner DOK.fest. Das Festival findet noch bis 23. Mai als reines Digital-Event statt.

Coronabedingt musste die Premiere des Kinofilms „Der wilde Wald“ letztes Jahr verschoben werden. Nun aber ist die cineastische Hommage an den Nationalpark Bayerischer Wald erstmals zu sehen. Der Dokumentarfilm, der im Zuge des 50. Geburtstags des Schutzgebiets entstand, ist beim renommierten Münchner DOK.fest im Programm. Das Festival findet noch bis 23. Mai als reines Digital-Event statt. Filmtickets sind über www.dokfest-muenchen.de buchbar.

„Der Film ist ein Plädoyer für mehr wilde, unberührte Natur und damit auch für mehr Artenvielfalt im Kampf gegen den Klimawandel“, sagt Regisseurin Lisa Eder, selbst gebürtige „Waidlerin“. Vier Jahre lang war sie mit bis zu vier Kamerateams gleichzeitig im und um den Nationalpark herum unterwegs, um das einzigartige Ökosystem filmisch einzufangen. Entstanden sind nicht nur imposante Landschaftsaufnahmen und detailgetreue Tierporträts, sondern auch spannende Einblicke in das Leben der Menschen, die sich mit dem Nationalpark beschäftigen.

Da spricht Diana Six, Professorin in Montana (USA), über die Bedeutung von Insekten für die Walddynamik. Da durchwandert der einheimische Fotograf Bastian Kalous den kompletten Grenzkamm mit seinem geschulten Auge für das besondere Bildmotiv. Da spricht Philosophin Christina Pinsdorf von der Universität Bonn über die Emotionen, die Wildnis in Menschen hervorrufen. Und da sinniert Förster Peter Langhammer, der in Zwieslerwaldhaus lebt, über Dinge, die Forstbetriebe vom Schutzgebiet lernen können. Die Protagonisten schildern allesamt ihre persönliche Sicht auf den Nationalpark, machen ihn somit greifbar, erlebbar, fühlbar.

„Weil der Mensch nicht in die Natur eingreift, wächst aus den einstigen Wirtschaftswäldern ein Naturwald mit vielen Merkmalen echter Urwälder heran“, berichtet Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl, der wie sein Vorgänger Dr. Hans Bibelriether, sein Stellvertreter Prof. Jörg Müller und sein tschechischer Amtskollege Pavel Hubený ebenfalls einen Gastauftritt im Film hat. „In ‚Der wilde Wald‘ wird dieser Prozess eindrucksvoll geschildert – mit gewaltigen Bildern, die die Zuschauer in ihren Bann ziehen werden.“

Der Film entstand in Koproduktion mit dem Nationalpark Bayerischer Wald. Die Umsetzung wurde gefördert durch den Filmfernsehfonds Bayern sowie den Deutschen Filmförderfonds und unterstützt durch die Leir Foundation. Zusammengearbeitet wurde zudem mit SWR und arte. Der Trailer zum Film ist auf dem YouTube-Kanal des Nationalsparks zu sehen. Außerdem gibt’s auf dem YouTube-Kanal vom DOK.fest ein gut 25-minütiges Interview mit Lisa Eder zu sehen. Der reguläre Kinostart ist für Herbst 2021 geplant.


Morchelzeit ist Lorchelzeit

(bei giftigen Lorcheln wie der Frühjahrslorchel muss man Vorsicht walten lassen. Foto: Peter Karasch/Nationalpark Bayerischer Wald)

Vorsicht bei Unterscheidung von Gift- und Speisepilzen

Mit dem Beginn der Apfelblüte startet auch die Hochsaison der Speise- und Spitz-Morcheln. „Im bodensauren Bayerischen Wald sind diese Pilzvertreter jedoch eher Raritäten“, sagt Nationalparkmykologe Peter Karasch. „Sie verstecken sich meist im Rindenmulch der Gärten oder an Holzlagerplätzen mit Rindenresten.“

Doch der Experte mahnt beim Sammeln zu Vorsicht. Warum? „Die als tödlich giftig geltenden Giftlorcheln sind im Bayerischen Wald viel häufiger als Spitzmorcheln.“ Trotzdem wurden die Lorcheln bis in die Nachkriegszeit noch relativ häufig in der Bayerwald-Küche verarbeitet. „Obwohl beim Kochen Dämpfe des Nervengifts Gyromitrin freigesetzt werden, weshalb die Lorchel auch als Giftpilz gilt.“ Die Lorcheln lassen sich relativ leicht an den hirnartig gewundenen Hüten erkennen. Die genießbaren Spitzmorcheln hingegen zeichnen sich durch wabenartig gekammerte Hüte aus.

Übrigens: Umgangssprachlich nennt man die Morcheln auch oft Mauracherl. Die Lorcheln sind auch unter den Bezeichnungen Stockmorchel, Stocklorcherl oder Laurich bekannt. Pilzexperte Karasch freut sich derweil über Hinweise und Zuschriften älterer Bürger, die mit beiden Pilzarten in der Nachkriegszeit Erfahrungen gesammelt haben. Er ist via Mail – peter.karasch@npv-bw.bayern.de – erreichbar.


Goldenes Strassl wieder in Schuss

Vom Erfolg der Radweg-Instandsetzung durch die DB Netz AG überzeugten sich Nationalparkleiter Franz Leibl (links), Försterin Silvia Pflug und Bürgermeister Michael Herzog. Für die Reparaturmaßnahme wurde ein Grader (Hintergrund) eingesetzt.  (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald)

Radweg bei Bayerisch Eisenstein wurde von der Bahn instandgesetzt

Seit 2019 musste einiges an Baustellenverkehr über das Goldene Strassl rollen. Nur so war es möglich, einen Durchlass unter der dortigen Waldbahn-Trasse zwischen Seebachschleife und Bayerisch Eisenstein zu ertüchtigen. Das schwere Gerät zog die eigentlich primär als Radweg markierte Forststraße dabei arg in Mitleidenschaft. Nachdem die Bauarbeiten nun aber beendet sind, konnte auch das Strassl wieder repariert werden. Zweiradfahrer können die Route nun wieder ohne Einschränkungen nutzen.

„Ich freue mich, dass der Weg nun wieder so gut in Schuss ist“, sagt Bayerisch Eisensteins Bürgermeister Michael Herzog. „Schließlich nutzen diese Verbindung nicht nur Urlauber, sondern auch viele Einheimische.“ Dem folgenden Dank an die DB Netz AG, Bauherrin der Maßnahme, schlossen sich bei einem Vor-Ort-Termin auch Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl und Nationalpark-Försterin Silvia Pflug an. „Nach Fertigstellung der Instandsetzung ist der wichtige Lückenschluss zwischen Ludwigsthal und Bayerisch Eisenstein somit wieder hergestellt“, so Leibl. „Wie auch auf dem restlichen, über 200 Kilometer langem Radwegenetz des Nationalparks, war uns auch hier eine familienfreundliche und sichere Trassengestaltung wichtig.“


Wanderfalken-Brut im Höllbachgspreng läuft

Wanderfalken brüten im Nationalpark nur an ganz wenigen Orten. Einer davon liegt direkt am Wanderweg durch das Höllbachgespreng.  (Foto: Michael Göggelmann)

Nest liegt direkt am Wanderweg – Umleitungsregelung wird verlängert

Erfreuliche Nachrichten von der Falkenstein-Ostwand: „Aktuelle Beobachtungen unserer Ranger lassen darauf schließen, dass sich im Höllbachgespreng ein Wanderfalkenpaar zur Brut aufhält“, berichtet Jochen Linner, Naturschutzbeauftragter des Nationalparks Bayerischer Wald. „Die Vögel haben ihren Horst auf einem Felskopf eingerichtet, der in unmittelbarer Nähe des Wanderwegs liegt.“

Daher muss die temporäre Sperrung des Wanderwegs durch das Höllbachgespreng vorerst aufrechterhalten werden. „Nur so haben die Falken die Chance auf eine erfolgreiche Brut“, erklärt Linner. Störungen durch Menschen sorgen schließlich dafür, dass die Elterntiere die Aufzucht der Jungtiere vernachlässigen, was meist zum Tod des Nachwuchses führt. „Wir bauen hier ganz stark auf das Verständnis unserer Besucher“, sagt der Nationalparkmitarbeiter.

Auf das Naturerlebnis Höllbachfälle muss dennoch niemand verzichten. Denn der Wanderweg dorthin ist frei zugänglich. Von den Wasserfällen aus führt eine ausgeschilderte Umleitung auf dem Weg mit der Markierung Silberblatt über den Sulzschachten zum Gipfel. So bleibt ein direkter Aufstieg von Scheuereck zum Großen Falkenstein möglich. Diese Regelung wird solange aufrechterhalten, bis die Brut abgeschlossen ist. Vermutlich ist dies spätestens Ende Juni der Fall.

Generell weist Linner zudem darauf hin, dass im Nationalpark-Kerngebiet bis Mitte Juli stets ein striktes Wegegebot gilt, da im Frühling und Frühsommer viele Tierarten ihre Jungen aufziehen. Das besagt, dass Wanderer vornehmlich in den Hochlagen die markierten Wege nicht verlassen dürfen. Gerade die bedrohten Auerhühner sind auf die Akzeptanz dieser Maßnahme angewiesen, um ihre Bruten erfolgreich durchzuführen.


Ein Auge für seltene Arten

Gabi Zechmann (Mitte) erhielt von Cornelia Straubinger und Dr. Christoph Heibl als Dankeschön für ihr außergewöhnliches Engagement im Artenschutz ein botanisches Fachbuch. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalparkmitarbeitern Gabi Zechmann entdeckt Ästige Mondraute.

Sie kennt sich im Nationalparkzentrum Neuschönau aus wie in ihrer Westentasche, kennt alle dort wachsenden Blumen, Sträucher und Moose und ihre Standorte. Deshalb ist es Gabi Zechmann auch sofort aufgefallen, als auf einer ehemaligen Versuchsfläche plötzlich eine besonders seltene Art wiederaufgetaucht ist – und zwar die Ästige Mondraute.

„Gabriele Zechmann hat einen ganz besonderen Spürsinn für das Auffinden und die Pflege seltener, heimischer Arten“, sagt Dr. Christoph Heibl, stellvertretender Sachgebietsleiter „Naturschutz und Forschung“. Ihn freut es sehr, dass sie die Ästige Mondraute gefunden hat. „Dieser Farn steht als stark gefährdet auf der Roten Liste und Deutschland besitzt eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Pflanzenart.“ In ganz Bayern gibt es nur mehr wenige Standorte der Ästigen Mondraute, drei davon liegen im Nationalpark Bayerischer Wald, und zwar auf dem Ruckowitzschachten, auf der Rachelwiese und auf dem Hochschachten. „Und nun ist dank der Aufmerksamkeit von Gabi Zechmann ein vierter dazugekommen.“

Für Christoph Heibl und sein Team ist das Auffinden der Pflanze eine botanische Sensation und Anlass, die langjährigen Bemühungen von Gabi Zechmann, die seit 1993 beim Nationalpark arbeitet, zu ehren. „Weltweit war bisher keine erfolgreiche Anzucht aus Sporen bekannt“, so Heibl. „Die Pflanze lebt viele Jahre ihrer Entwicklung unterirdisch mit einem Pilzpartner zusammen und bildet nur wenige Wochen überirdische, wenig Zentimeter große Sprosse aus.“ Die Entdeckung einer solchen Art erfordert also einen besonderen Blick.

Die Nachzucht und Pflege von Gehölzen und Kräutern aus dem Bayerischen Wald gehört seit vielen Jahren in das Tätigkeitsfeld von Gabi Zechmann und ihren Kollegen. „Vor allem Pflanzen, die in unserer Landschaft aufgrund der Nutzungsveränderungen der letzten Jahrzehnte selten geworden sind, werden auf den Flächen des Nationalparks gezielt gefördert“, erzählt Gabi Zechmann. Im Pflanzen-Freigelände am Hans-Eisenmann-Haus können Besucher diese Arten bestaunen. Bevor es so weit ist, liegen viele Arbeitsschritte vor Gabi Zechmann und ihren Kollegen. „Das erfordert in vielen Fällen ein hohes Maß an Geduld und manchmal braucht es auch innovative Ansätze“, so Heibl.

Um dieses Engagement zu würdigen, überreichten Christoph Heibl und Cornelia Straubinger, stellvertretend für die Belegschaft des Nationalparks, als Dank ein botanisches Fachbuch mit allen heimischen Arten an Gabi Zechmann - damit sie auch in Zukunft die Pflanzenwelt ihrer Heimat und die botanischen Seltenheiten des Nationalparks erfolgreich bestimmen kann.


Rettungszäune für Amphibien

Ein 40 Zentimeter hoher Fangzaun wurde von Nationalparkmitarbeitern unter anderem zwischen St. Oswald und Altschönau aufgebaut. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark ermöglicht Kröten, Fröschen und Molchen gefahrenlose Straßenquerung

Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche machen sich bald wieder auf Wanderschaft. Damit sie auf ihren beliebten Routen unbeschadet über die Straßen zu ihren Laichgewässern kommen, werden im Nationalpark Bayerischer Wald an kritischen Stellen Amphibienschutzzäune aufgestellt.

An drei Orten sind die zirka 40 Zentimeter hohen Zäune jährlich zu sehen – und zwar bei Zwieslerwaldhaus, bei Neuhütte und bei der Bergerbrücke zwischen St. Oswald und Altschönau. Zweimal täglich kontrollieren dann vor allem junge Mitarbeiter auf Zeit, etwa Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr oder Praktikanten, die Eimer und bringen die Amphibien über die Straße zu ihren Laichgewässern. Um keine tödlichen Infektionen, die durch Pilze oder Viren ausgelöst werden, zu übertragen, spielt Hygiene beim Transport der Tiere eine wichtige Rolle. Das Tragen von Handschuhen und das regelmäßige Reinigen der Eimer ist Pflicht.

Im vergangenen Jahr konnten durch die Schutzmaßnahmen insgesamt 501 Erdkröten, 55 Grasfrösche und 178 Bergmolche bei ihrer Wanderung geholfen werden. „An manchen Bereichen müssen wir die Tiere nicht nur zu ihren Laichplätzen bringen, sondern auch wieder zurück. Gerade bei der Bergerbrücke nehmen wir die Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche zweimal in die Hand“, erklärt Jochen Linner, der im Nationalpark unter anderem für Artenschutz zuständig ist. Deshalb werden die Zäune oft auch erst Anfang bis Mitte Mai abgebaut.

Neben den Fangzäunen weist Linner noch auf eine weitere Maßnahme hin, und zwar die grün-weißen Krötenwarnschilder, die entlang der Nationalparkbasisstraße in mehreren Bereichen aufgestellt wurden. „Wir wollen die Autofahrer dafür sensibilisieren, in diesen Bereichen langsamer zu fahren.“ In der Einmündung zu Waldhäuser gibt es das Warnschild schon seit einigen Jahren. „Hier werden nur noch wenige Tiere überfahren “, erklärt Linner, der weiterhin an die Rücksicht der Autofahrer appelliert.


Haus zur Wildnis und Tier-Freigelände weiter geschlossen

Nationalpark

Inzidenz im Landkreis Regen unter 100 – Anmeldebesuch in Nationalparkeinrichtungen nicht möglich

Die Inzidenz im Landkreis Regen ist auf den Bereich von 50 bis 100 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gefallen. Damit wäre laut den rechtlichen Rahmenbedingungen die Öffnung von Museen und Zoos möglich, wenn man sich vorab anmeldet und ein festes Zeitfenster bucht. Diese organisatorische Hürde ist in den Nationalparkeinrichtungen nicht umsetzbar – gerade im weitläufigen Tier-Freigelände bei Ludwigsthal mit seinen zahlreichen Eingängen. Deswegen bleiben die Gehege wie auch das Haus zur Wildnis weiter geschlossen. Über geplante Öffnungsschritte wird die Nationalparkverwaltung rechtzeitig informieren.


Nationalpark-Gastronomie wird neu ausgeschrieben

Für den Betrieb der Gastronomie-Betriebe im Haus zur Wildnis und im Hans-Eisenmann-Haus kann man sich bis 18. April bewerben. (Foto: Daniela Blöchinger/Nationalpark Bayerischer Wald)

Turnusgemäße Vergabe im Hans-Eisenmann-Haus und Haus zur Wildnis

Die beiden Nationalparkzentren Lusen bei Neuschönau und Falkenstein bei Ludwigsthal locken Besucher nicht nur mit vielen Infos über die wilde Natur, sondern auch mit einem gastronomischen Angebot. Die kulinarischen Einrichtungen im Hans-Eisenmann-Haus und im Haus zur Wildnis hat die Nationalparkverwaltung dabei traditionsgemäß verpachtet. Nun steht die turnusgemäße Neuvergabe auf dem Plan.

„Uns ist wichtig zu betonen, dass wir mit den bisherigen Betreibern des Café Eisenmanns und der Nationalpark-Gastronomie im Haus zur Wildnis sehr gut zusammenarbeiten“, betont Sachgebietsleiter Josef Wanninger. „Als öffentliche Verwaltung sind wir jedoch dazu angehalten, in einem Rhythmus von etwa zehn Jahren Pachtverträge neu auszuschreiben, um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen.“ Dies geschehe jetzt. So hätten nicht nur die bisherigen Geschäftspartner die Chance, ihren Hut wieder in den Ring zu werfen, sondern auch potentiell neue Interessenten.

Alle Infos zu den Ausschreibungen sind auf der Nationalpark-Homepage – www.nationalpark-bayerischer-wald.de – veröffentlicht. Die Unterlagen finden Nutzer im Bereich „Wir über uns“ im Menüpunkt „Jobs/Ausschreibungen“. Bewerbungsfrist ist der 18. April 2021. Das Pachtverhältnis soll zum 1. Dezember 2021 starten.


Wanderfalken bereiten sich auf Nachwuchs vor

Damit die Wanderfalken unterhalb des Großen Falkensteins ungestört ihre Jungen aufziehen können, wir der Weg durchs Höllbachgespreng vorläufig gesperrt. (Foto: Michael Göggelmann/Nationalpark Bayerischer Wald)

Weg durch das Höllbachgespreng vorerst gesperrt – Umleitung über den Sulzschachten ausgeschildert

Scheuereck. Das Höllbachgespreng mit seinem ursprünglichen Bergmischwald ist als Rückzugsgebiet für Wanderer ebenso attraktiv wie für empfindliche Tiere. Um den dort lebenden Wanderfalken eine ungefährdete Brut zur ermöglichen, haben die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald und das Landratsamt Regen gemeinsam beschlossen, den Wanderweg Heidelbeere zwischen den Höllbachfällen und dem Hüttensteig ab 15. Februar zu sperren. Eine Umleitung zum Großen Falkenstein ist ausgeschildert.

„Wanderfalken sind während der Brutzeit eine sehr störungsempfindliche Art“, erklärt Jochen Linner, der beim Nationalpark für Naturschutz zuständig ist. „Nur mit einer Sperrung können wir gewährleisten, dass die Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen nicht unnötig gestört werden.“ Schließlich richten die Tiere ihr Nest meist direkt auf den Felsen entlang des Weges ein. Sollten die Experten schließlich einen Bruterfolg beobachten, könnte die Sperrung bis maximal Ende Juni verlängert werden.

Die beeindruckenden Höllbachfälle können trotz der Sperrung besichtigt werden, der Wanderweg ist bis dorthin frei zugänglich. Von den Wasserfällen aus führt die ausgeschilderte Umleitung auf dem Weg mit der Markierung Silberblatt über den Sulzschachten zum Gipfel. So bleibt ein direkter Aufstieg von Scheuereck zum Großen Falkenstein möglich.

Um die Wanderfalken und andere Tierarten nicht bei Paarung und Nachwuchsaufzucht aufzuschrecken, bittet die Nationalparkverwaltung außerdem, in den Kerngebieten des Nationalparks weiterhin das Wegegebot einzuhalten und die markierten Wege und Loipen bis Mitte Juli nicht zu verlassen. „Wir bauen hier ganz stark auf das Verständnis unserer Besucher“, sagt Naturschutzbeauftragter Linner. Schließlich dienen die saisonal begrenzten Wegeeinschränkungen insbesondere dem Schutz seltener und gefährdeter Tierarten, etwa dem Auerhuhn.


Ein Tausendsassa verlässt den Nationalpark

 35 Jahre lang war Werner Kirchner im Nationalpark als Förster tätig. Nun gehen er und seine Hündin Feli in den wohlverdienten Ruhestand. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Neuschönaus Förster Werner Kirchner in den Ruhestand verabschiedet

Er stand Herausforderungen gegenüber, wie sie ein „normaler“ Förster nie haben würde. In den 35 Jahren, in denen Werner Kirchner beim Nationalpark Bayerischer Wald gearbeitet hat, war er nicht nur ein Experte rund um den Wald. Er war auch Tierflüsterer, Philosoph und Pädagoge. Ein Macher, Bauer und Gestalter. Seit Februar ist der 65-Jährige nun im wohlverdienten Ruhestand.

„Otti!“ Werner Kirchner steht am Fischottergehege im Tier-Freigelände bei Neuschönau und ruft seinen Lieblingstieren. Es dauert keine Minute und schon kommen die beiden Wassermarder angerannt, schauen neugierig und toben im Schnee. Dass sich nicht nur die beiden Otter hier wohl fühlen, sondern auch Werner Kirchner, merkt man sofort.

Vor 35 Jahren hat er sich ganz bewusst nach seiner Staatsprüfung dafür entschieden, vom Forstamt Rehau im Landkreis Hof in den Nationalpark Bayerischer Wald zu gehen. „Erst nur als Beamter zur besonderen Verfügung“, erinnert sich Werner Kirchner. „Ich wollte schauen, ob die Arbeit hier für mich passt und ob sich meine Familie wohl fühlt.“ Nachdem Frau und Tochter mit der neuen Heimat einverstanden waren, hat er die Stelle fest angenommen. Im Forsthaus in Neuschönau fanden er, seine Frau und später drei Töchter ihren idealen Platz.

„Zunächst aber nur für sechs Jahre – letztendlich sind 35 daraus geworden.“ 35 Jahre, in denen die Faszination darüber, wie sich die Natur in dem Schutzgebiet selbst entwickeln darf, von Jahr zu Jahr größer geworden ist. „Es hieß immer, dass der Wald nach einer Störung lange braucht, um sich wieder zu entwickeln.“ Nach den großen Borkenkäferschäden in den 1990er Jahren ging die Verjüngung dann doch schneller als alle erwartet haben. „Es ist faszinierend zu sehen, wie sich in meiner Dienstzeit Waldbilder immer wieder verändert haben. Und das ohne Zutun des Menschen.“

Doch nicht nur im Wald kannte sich Werner Kirchner aus wie in seiner Westentasche. Er war ein Tausendsassa. Nach zwei Jahren als Beamter zur besonderen Verfügung hatte er 1988 die Forstdienststelle Neuschönau übernommen. Dazu gehörten auch das Tier-Freigelände, die Schreinerei und der Wegebautrupp. „Das war eine bunt gemischte, tolle Mannschaft aus den unterschiedlichsten Berufen.“ Und so vielfältig wie die Kollegen rund um ihn herum waren, so abwechslungsreich waren auch seine Aufgaben.

Gerade die Arbeit im Tier-Freigelände war eine ganz neue Erfahrung für den Förster. „Ich musste mich einfühlen, eine Mensch-Tier-Beziehung aufbauen.“ Werner Kirchner denkt sofort an die beiden Fischotter, die er mit der Unterstützung seiner Familie per Hand großgezogen hat. Oder an die vielen Auswilderungen von Habichtskäuzen und Auerhühnern. „Das waren tolle Erlebnisse. Und hier habe ich viel über Tiere gelernt.“ Wissen, das ihm auch half, wenn nicht alles nach Plan verlief. Wie beim Wolfsausbruch im Jahr 2002. „Das war eine schwierige Situation“, denkt Werner Kirchner zurück. „Da lag viel Verantwortung auf meinen Schultern.“

Dies galt auch nach Stürmen, wenn die Arbeit im Wald für die Forstleute ganz besonders gefährlich war. „Ich erinnere mich noch an Wibke im Jahr 1990. Wir hatten einen enormen Schaden im Tier-Freigelände.“ Jeder Arbeitseinsatz musste hier vorausschauend geplant werden. „Dies ist uns immer gut gelungen“, freut sich Werner Kirchner. „In den 35 Jahren meiner Dienstzeit hatten wir keine schweren Unfälle oder gar Todesfälle im Revier.“

Deshalb blickt Werner Kirchner positiv auf sein Arbeitsleben zurück. „Ich habe gerne mit den verschiedensten Leuten zusammengearbeitet.“ Auch auf dem Jugendzeltplatz, für den er 30 Jahre lang verantwortlich war, hat er tolle Menschen kennengelernt. Begegnungen über den Nationalpark hinaus waren für ihn sowieso immer wichtig. Neben normalen Führungen hatte es Werner Kirchner die Reihe „Nationalpark und Schöpfung“ angetan. „Die Begleitung von einem Theologen war immer spannend. Es war interessant, unter welchen Blickwinkeln wir gemeinsam die unterschiedlichsten Themen betrachtet haben.“ Und auch für die ganz Kleinen hatte der Förster – der mittlerweile selbst vierfacher Opa ist – schon immer ein Herz. Zusammen mit Kindergärten aus der Region hat er in den 1990er Jahren einen Leitfaden zu „Natur erleben im Nationalpark“ gemacht - und damit auch einen wichtigen Grundstein für die heutige Umweltbildung gelegt.

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks, bedankte sich bei Werner Kirchner für sein großes Engagement und wünschte ihm alles Gute für seinen Ruhestand. „Mit Werner Kirchner verlieren wir ein Nationalparkurgestein, einen Mitarbeiter, auf den stets Verlass war und der mit ganzem Herzen auch die Nationalparkidee über Jahrzehnte hinweg gelebt hat.“

Und was kommt nun für den Förster, der mittlerweile in Schönanger wohnt? „Zeit für die Enkel und für den Garten“, sagt Werner Kirchner und freut sich auf den Wandel in seinem Leben. Denn dass der Wandel etwas Positives ist, hat ihn die Natur von Neuschönau bis hinauf zum Lusen in den vergangenen 35 Jahren gelehrt. Man braucht sich nur die Waldbilder von früher und heute anschauen. „Der Wandel ist das einzig Beständige im Nationalpark. Und das ist auch gut so.“


Grenzüberschreitende Partnerschaft bleibt ausgezeichnet

Bei einem mehrtägigen Evaluierungsbesuch von Europarc-Vertretern wurde die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava untersucht. Ergebnis: Die Schutzgebiete dürfen sich weiterhin mit dem Gütesiegel „Transboundary Park“ schmücken.  (Foto: Leo Reyrink/Nationalpark Šumava)

Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava erhalten zum dritten Mal „Transboundary“-Zertifikat

Anlass zur Freude gibt es in den beiden Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava: Die beiden Schutzgebiete sind mit dem „Transboundary“-Zertifikat ausgezeichnet worden, Europas wichtigstem Naturschutz-Gütesigel – und das bereits zum dritten Mal nach 2009 und 2015.

Coronabedingt konnte die übliche, offizielle Preisverleihung mit der Übergabe des Zertifikats noch nicht stattfinden. Dafür kamen die Glückwünsche per Post. „Die Neubewertung hat gezeigt, dass der gemeinsame Erhalt der Natur unabhängig von politischen Grenzen letztendlich zu einem besseren Schutzgebietsmanagement führt“, beglückwünschte EUROPARC-Präsident Ignace Schops die beiden Schutzgebiete. Dem Ziel, einen grenzüberschreitenden Urwald dort entstehen zu lassen, wo einst der Eiserne Vorhang Europa teilte, sei man in den vergangenen Jahren wieder einen Schritt nähergekommen.

Über die erneute Verleihung des Zertifikats freuen sich die Nationalpark-Leiter Dr. Franz Leibl und Pavel Hubený sowie die beiden für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit verantwortlichen Sachgebietsleiter Hans Kiener und Martin Starý sehr. „Die Auszeichnung bestätigt uns, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von großer Bedeutung ist und wir ganz gezielt an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten sollen“, so Dr. Franz Leibl. Der Bayerische Wald und der Šumava haben eine gemeinsame Natur und Geschichte. „Durch unsere Kooperation in den verschiedensten Bereichen – wie Forschung, Umweltbildung oder Tourismus – bringen wir Menschen und Natur zueinander.“

Dem kann Pavel Hubený nur zustimmen. „Dank Franz Leibl und seinem Team schaffen wir dies gut und ich bin überzeugt, dass trotz der Coronavirus-Probleme wir immer besser werden! Die Natur und ihre Prozesse kennen keine Grenzen und verbinden auch uns auf beiden Seiten unseres wunderschönen Gebirges. Ich fühle, dass es auch in den Augen und der Begeisterung der Besucher erkennbar ist.„

„Transboundary Parks“, also grenzüberschreitende Parks, dürfen sich nur Schutzgebiete nennen, die über Staatsgrenzen hinweg partnerschaftlich zusammenarbeiten und dabei die Standards der EUROPARC-Föderation erfüllen, die Mitglieder von hunderten Behörden und tausenden Schutzgebieten in 40 Ländern hat. Die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava etwa haben ihre grenzenlose Kooperation seit der ersten gemeinsamen Auszeichnung im Jahr 2009 in vielen Bereichen ausgebaut: Neben mehrsprachigen Multimedia-Ausstellungen im Hans-Eisenmann-Haus (Neuschönau), Waldgeschichtlichen Museum (Sankt Oswald-Riedlhütte) und Schloss Wolfstein (Freyung) sind grenzüberschreitende Wanderwege, etwa zwischen Finsterau und Bučina (Buchwald), entstanden.

Umweltbildungsexperten auf deutscher wie tschechischer Seite haben in den letzten Jahren neues Lehrer- und Schülermaterial entwickelt. Die Naturschutz- und Forschungsabteilungen beider Nationalparks arbeiten zusammen an Tier- und Pflanzenschutzprojekten und präsentieren ihre Ergebnisse auf gemeinsamen Konferenzen vor internationalem Publikum. Regelmäßige Arbeitstreffen von Mitarbeitern verschiedener Fachbereiche sind heute selbstverständlich geworden. Bei der erneuten Bewertung wurde besonders das gemeinsame, grenzüberschreitende soziookönomische Monitoring sowie die Beschäftigung von zweisprachigen Mitarbeitern positiv beurteilt.

Fünf weitere Jahre dürfen sich deshalb die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava nun mit dem Transboundary-Zertifikat schmücken – bis zur nächsten Beurteilungsrunde durch das grenzüberschreitende Steuerungs- und Evaluations-Komitee von EUROPARC. 23 Schutzgebiete in elf europäischen Ländern gehören aktuell zum „TransParcNet“, der grenzüberschreitenden Initiative von EUROPARC. In Deutschland tragen neben dem Bayerischen Wald nur noch der Nationalpark Sächsische Schweiz sowie der Naturpark Schwalm-Nette das Transboundary-Zertifikat.

Pressemeldung Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald


Nationalparkverwaltung im Ruhemodus

Wie bereits im Frühjahr müssen die Nationalparkeinrichtungen wieder gesperrt werden. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Vom 19. Dezember bis auf Weiteres nur Notbetrieb – Einrichtungen geschlossen

Wie der Großteil der bayerischen Behörden begibt sich auch die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald in den Ruhemodus. Von 19. Dezember bis 10. Januar wird nur ein Notbetrieb aufrechterhalten. Der beinhaltet systemrelevante Arbeitsbereiche wie Räumdienste, die Nationalparkwacht, die Versorgung der Tiere in den Tier-Freigeländen und Wintergattern sowie eine eingeschränkte Kontaktmöglichkeit.

Erreichbar ist die Verwaltung unter anderem telefonisch via +49 8552 9600-0 – werktags von 8 bis 12 Uhr sowie mit Ausnahme von Freitagen auch von 13 bis 16 Uhr. Daneben kann die Behörde via poststelle@npv-bw.bayern.de kontaktiert werden. Auch das Kontaktformular auf der Nationalpark-Homepage kann benutzt werden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass mit längeren Bearbeitungszeiten zu rechnen ist.

Zu beachten ist darüber hinaus, dass alle Nationalparkeinrichtungen inklusive der Tier-Freigelände bis auf Weiteres für Besucher geschlossen sind. Der Führungsbetrieb ruht ebenfalls.


Nationalpark-Läden nur digital geöffnet

das Hans-Eisenmann-Haus

Betreiberinnen der Shops im Hans-Eisenmann-Haus und im Haus zur Wildnis von Schließung massiv betroffen. Bestellungen über Online-Shop möglich!

Es ist schon das zweite Mal in diesem Jahr, dass das Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal und das Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau aufgrund der Coronapandemie geschlossen bleiben müssen. Dadurch hatten auch das Haus zur Wildnis und das Hans-Eisenmann-Haus bereits in den Herbstferien geschlossen – eine Öffnung über Weihnachten und Silvester ist ebenfalls ausgeschlossen. Für die beiden privaten Betreiberinnen der jeweiligen Souvenirläden ein harter Schlag – gerade in der sonst besucherstarken Ferienzeit. Sabine König und Theresia Weber bieten ihren Kunden jedoch die Möglichkeit, Produkte per E-Mail oder über einen Online-Shop zu bestellen.

Zum Sortiment der Shops gehört vor allem ein kindgerechtes Angebot – von Plüschtieren über Entdeckerbücher, Spiele und T-Shirts. Aber auch erwachsene Naturfans finden ein breites Sortiment an Literatur, Wanderkarten oder regionalen Produkten.

Theresia Weber, die den Laden im Hans-Eisenmann-Haus gepachtet hat, erreicht man via theresiaweber04@web.de.

Sabine König vom Laden im Haus zur Wildnis kann man unter ladenhauszurwildnis@gmx.de kontaktieren beziehungsweise den Online-Shop via www.ladenhauszurwildnis.de nutzen.

Bernhard Bachl, Pächter der Gastronomie im Haus zur Wildnis, bietet seine handgemachten Pralinen im Netz unter www.bayerwaldpraline.de an.



Straße zur Racheldiensthütte gesperrt

Die Racheldiensthütte

Ab Mittwoch, 25. November. Kein Winterdienst für diesen Bereich – Bereits jetzt Gefahr von Glatteis

Die Straße zur Racheldiensthütte wird ab Mittwoch, 25. November, für den Verkehr komplett gesperrt. Der Grund ist, dass es für diesen Bereich keinen Winterdienst gibt und bei den derzeitigen Witterungen bereits Glatteis auftreten kann. Auch bei beginnendem Schneefall wird die Straße nicht geräumt. Die Sperrung gilt für die komplette Wintersaison.


Wildwuchs im Nationalpark

Dieses Kreuz wurde illegal an einer Felswand am Farrenberg angebracht. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Fälle von illegal aufgestellten Kreuzen und freigeschnittenen Wegen

Es ist ein Problem, mit dem sich die Nationalparkverwaltung in den vergangenen Monaten immer wieder beschäftigen musste. Die Rede ist von Kreuzen oder Gedenktafeln, die unerlaubterweise im Schutzgebiet aufgestellt werden. Jüngste Beispiele gibt es im Bereich Finsterau: Am Farrenberg haben Unbekannte ein Kreuz an die Felswand geschraubt. Und an den Drei Zwergen wurde ein Kreuz fest im Felsen verankert. Beide Bereiche liegen in der Kernzone des Schutzgebietes. Was die Verwaltung in der vergangenen Zeit ebenfalls vermehrt feststellen musste, sind Wege, die unerlaubterweise freigeschnitten oder mit eigenen Markierungen – wie zum Beispiel mit einem roten Herz – versehen werden.

„Der Wildwuchs nimmt überhand“, erklärt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Diese Aktionen sind kein Zeichen der Wertschätzung unserer Natur und Schöpfung gegenüber. Personen, die Kreuze oder Gedenktafeln aufstellen, handeln nicht nur gegen die geltenden Nationalparkregeln, sie beschädigen und stören mit ihrem Verhalten in erster Linie die unberührte Natur.“ Denn wie Leibl beobachten konnte, werden Kreuze häufig an verborgenen Orten mitten in der Kernzone des Nationalparks aufgestellt.

Im Fall der Drei Zwerge führte zum Standort des Kreuzes nicht einmal ein erlaubter Pfad. „Diejenigen, die das Kreuz aufgestellt haben, sind querfeldein gegangen ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Bereich Rückzugsort für viele seltene Tier- und Pflanzenarten ist.“ Außerdem wurde für das Kreuz mit schwerem Gerät ein Loch in den Felsen gebohrt.

Was Leibl besonders ärgert, ist die Aufschrift, die auf dem Kreuz zu lesen ist, und zwar „Gläubige stellen Kreuze auf, Ungläubige lassen sie entfernen.“ „Das Kreuz ist ein Symbol für Gott und für seine wunderbare Schöpfung. Wer sich mit dem Kreuz im Glauben verbunden fühlt, sollte auch das Ziel verfolgen, die Schöpfung zu bewahren sowie die Natur zu achten und sich nicht durch derartige fragwürdige Aktionen selbst zu verwirklichen.“ Durch das illegale Aufstellen von Denkmälern zeigt man nur das Gegenteil.

Aus diesen Gründen hat die Nationalparkverwaltung die Kreuze abmontiert. „Ich möchte nochmal an alle Naturfreunde appellieren, von solchen Aktionen abzulassen. Das illegale Aufstellen von Kreuzen, Tafeln oder das Hinterlassen von Schriftzügen auf Wegweisern machen nur Menschen, die keine Achtung vor Natur und fremdem Eigentum haben.“ Gleiches gilt für das Freischneiden von privaten Pfaden. So hat ein besonders rücksichtsloser Zeitgenosse kürzlich mehr als 300 junge Fichten raudihaft entfernt, nur um sich einen Steig im Gelände anzulegen. „Auf derartige Gäste verzichten wir gerne im Nationalpark“, stellt Leibl fest.


Im Kerngebiet muss jetzt auf den Wegen geblieben werden

Diese orangenen Schilder weisen im Gelände auf die geltenden Betretungsregeln im Nationalpark-Kerngebiet hin. Wo dieser Hinweis hängt, ist der Zutritt von 15. November bis 15. Juli nicht erlaubt. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Ab 16. November wieder ein striktes Wegegebot im Kerngebiet. Betretungsregelung zum Schutz der bedrohten Auerhühner gilt jährlich von 16. November bis 15. Juli

Der Winter steht vor der Tür und mit ihm die schwierigste Zeit für den Wappenvogel des Bayerischen Waldes, das Auerhuhn. Daher gilt im Nationalpark – ähnlich zu den Regelungen im Dreisessel- und Arbergebiet – ab 16. November wieder ein striktes Wegegebot im Kerngebiet. Das besagt, dass man in besonders sensiblen Bereichen des Schutzgebiets, hauptsächlich in den höheren Lagen, die markierten Wege nicht verlassen darf.

„Wir hoffen, dass unsere Besucher wieder viel Verständnis für diese wichtige Schutzbestimmung zeigen“, sagt Nationalparkleiter Franz Leibl. „Nur so können wir gewährleisten, dass das gefährdete Auerwild auf Dauer in der Region überleben kann.“ Gerade die anstehende kalte Jahreszeit ist gefährlich für die Tiere, da sie ihren Energiebedarf nun fast nur noch mit kargen Fichtennadeln decken. Jede Flucht vor einem querfeldein gehenden Schneeschuhgeher kann dann tödlich für die Auerhühner enden.

Was vielen Nationalparkbesuchern nicht klar ist: Auch nach dem Winter erleben die Vögel noch eine störungssensible Phase. Im Frühling werden die Küken großgezogen, die sich am Anfang noch nicht selbst wärmen können. Eine vor Wanderern flüchtende Henne unterzeichnet oftmals unfreiwillig das Todesurteil ihres Nachwuchses. Daher gilt die Einschränkung des Betretungsrechtes jährlich bis 15. Juli.

Im Gelände wird an vielen Stellen auf die Regelungen hingewiesen. Außerdem überwachen Ranger die neuralgischen Punkte. Bei Verstößen werden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, womit ein Bußgeld droht. „Lieber wäre es uns aber, wenn alle Naturfans sich an die Regeln halten und somit der Natur mit dem nötigen Respekt und der nötigen Rücksicht begegnen. Die markierten Wege erschließen schließlich auch alle Höhepunkte des Nationalparks“, so Leibl.


Jetzt für die Waldführer-Ausbildung bewerben!

Während der Ausbildung lernt man viele Bereiche der Nationalparkverwaltung intensiv kennen – unter anderem auch die Forschungsarbeit im Schutzgebiet. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald))

Blockseminare finden im Frühjahr und Sommer statt – Bewerbungsfrist ist der 15. Januar 2021

Die eigene Heimat aus ganz neuen Blickwinkeln kennenlernen – und das Gelernte später an Fans des Nationalparks weitergeben. Genau das ermöglicht die Ausbildung zum ehrenamtlichen Waldführer, die der Nationalpark Bayerischer Wald 2021 wieder anbietet. Noch bis zum 15. Januar 2021 können sich Interessierte per Online-Formular bewerben.

Bei den fünf Blockseminaren, die von April bis August 2021 geplant sind, werden 17 Tage lang Themen wie Biodiversität und Walddynamik bis hin zu Umweltbildung und Naturethik bei Fachführungen in der Waldwildnis sowie Seminaren in den Bildungseinrichtungen des Parks vermittelt. Dabei steht die Vermittlung von Hintergrundwissen und die praktische Umsetzung des Gelernten im Vordergrund. Kompetente Referenten und ausführliche Schulungsunterlagen sorgen für eine fundierte Ausbildung. Nach einer schriftlichen und praktischen Abschlussprüfung können die neuen Waldführer dann selbst Urlauber und Einheimische durch den Nationalpark führen, wofür eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

Weitere Informationen, etwa die genauen Termine der Kurse sowie das Bewerbungsformular, finden Sie unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/jobs. Für Fragen steht Thomas Michler zur Verfügung (08552/9600-167 oder thomas.michler@npv-bw.bayern.de). Hinweis: Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde der aktuelle Zeitplan unter Vorbehalt aufgestellt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


Neuausrichtung der Besucherinfrastruktur im Falkensteingebiet in der Umsetzungsphase

Der stark unterspülte Wanderweg vom Falkenstein zum Sulzschachten erhielt eine neue Deckschicht. (Foto: Elke Ohland / Nationalpark Bayerischer Wald)

Forststraße am Lackenberg wird zum Wandersteig – Camperstellplätze in Ludwigsthal

Bei der im vergangenen Jahr begonnenen Umstrukturierung der Besucherinfrastruktur in der Region Falkenstein kann die Nationalparkverwaltung nun eine erste Zwischenbilanz ziehen.

Die Arbeiten zur Umwidmung von Forststraßen, die für die Holzabfuhr nicht mehr benötigt werden, haben in den vergangenen Monaten begonnen. So wird derzeit die Forststraße zwischen Rindlschachten und Lackenberg zu einem Wandersteig zurückgebaut. Die Trassenführung des Steiges ist bereits im Gelände erkennbar, die Feinarbeiten erfolgen im Frühjahr des kommenden Jahres. Ab nächstem Jahr ist der Steig dann zwischen dem 15. Juli und 15. November begehbar. Mit dem Rückbau von Forststraßen werden naturschutzfachliche Aspekte, wie zum Beispiel die Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Gebirgsbächen, berücksichtigt.

Bereits wieder begehbar und fertig saniert ist der Wanderweg vom Falkenstein hinunter zum Sulzschachten. Dort wurde die Deckschicht erneuert da der Pfad stark unterspült und mit vielen Löchern nur schwer begehbar war. Ebenfalls fertig ist der Camperstellplatz am Parkplatz vom Haus zur Wildnis. In einem gesonderten Bereich können hier Wohnmobile über Nacht stehen bleiben.

Noch in der Vorbereitungsphase hingegen ist der zusätzliche Radwegeabschnitt beim Jährlingsschachten. Die Neuwidmung liegt derzeit bei der Regierung von Niederbayern zur Genehmigung.


Straße zum Gfäll wird saniert

Unterzeichneten den Vertrag für die Sanierung der Schwarzachstraße: Bürgermeister Karlheinz Roth (l.) und Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald)

3,7 Millionen Euro teure Maßnahme soll 2021 beginnen

Zum 50. Geburtstag hat die Bayerische Staatsregierung ein Sonderprogramm zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen aufgelegt. Dazu gehört auch die Sanierung der Schwarzachstraße von Spiegelau hinauf zum Gfäll-Parkplatz. Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, und Karlheinz Roth, Bürgermeister von Spiegelau, haben die 3,7 Millionen teure Maßnahme nun auf den Weg gebracht.

Ausschlaggebend für die Sanierung ist der schlechte bauliche Zustand, in dem sich die Schwarzachstraße derzeit befindet. „Es besteht die Gefahr, dass sie in absehbarer Zeit nicht mehr von den für den Nationalparknahverkehr wichtigen Igelbussen befahren werden kann“, so Leibl. Deshalb wurde in diesem Jahr in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Umweltministerium und der Gemeinde Spiegelau an einer Lösung gearbeitet. „Wir freuen uns, dass wir nun zu einem Ergebnis gekommen sind“, so Leibl. „Denn die Straße bildet sowohl für Einheimische als auch für Gäste eine wichtige Zufahrtsmöglichkeit in die Rachelregion.“ Auch für die Sanierung des Waldschmidthauses, die in den nächsten Jahren geplant ist, sei eine intakte Zufahrtsmöglichkeit von großer Bedeutung.

Bürgermeister Karlheinz Roth bedankte sich bei der Unterzeichnung des Vertrages bei allen Beteiligten. „Uns war es sehr wichtig, dass die Nutzung der Schwarzachstraße nach der Sanierung für alle Beteiligte die gleiche ist als auch vor der Sanierung, egal ob für Igelbusse oder für den Individualverkehr.“ Roth freue sich auf die fertig sanierte Straße vor allem auch deswegen, weil sie dann wieder für Radfahrer freigegeben werden kann. Sowohl Roth als auch Leibl dankten insbesondere MdL Max Gibis für sein Engagement und seine Initiative, ohne dessen Hilfe es nicht zur Sanierung der Schwarzachstraße gekommen wäre. Erfreulich sei laut Roth insbesondere, dass der Freistaat Bayern nicht nur die Sanierungskosten, sondern zudem auch die nicht unerheblichen Unterhaltslasten in vollem Umfange übernehmen wird, ohne dass der Gemeinde Spiegelau künftig hier noch zusätzliche Kosten entstehen.

Der Freistaat Bayern wird die Sanierungskosten in Höhe von 3,7 Millionen Euro übernehmen. Nach Abschluss der Arbeiten wird die bisherige Gemeindestraße in den Besitz des Freistaates Bayern übergehen. Alle bisherigen Nutzungsrechte der Gemeinde Spiegelau bleiben in vollem Umfange erhalten und können auch künftig nur mit Zustimmung der Gemeinde Spiegelau geändert werden. Im oberen Bereich wir die Teerschicht erneuert, im unteren Bereich wird eine wassergebundene Decke aufgebracht. Diese Lösung war besonders für die Nationalparkverwaltung von Bedeutung. „Es war uns wichtig, dass die Bereiche der Straße, die auf Moorgrund verlaufen, mit wassergebundener Decke ausgebaut werden“, so Leibl. „Dadurch ist die ökologische Durchgängigkeit besser gewährleistet als bei einer Teerstraße.“ Die Planungen sollen noch heuer fertiggestellt werden, so dass im Jahr 2021 die Baumaßnahme beginnen kann.


Anschubhilfe für seltene Grau-Erlen

An der Deffernik bei Zwieslerwaldhaus sowie am Großen Regen bei Bayerisch Eisenstein finden derzeit Maßnahmen zur Förderung der Grau-Erlen statt. (Foto: Michael Pscheidl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Entnahme von Fichten an der Deffernik und am Großen Regen zum Schutz der besonderen Lebensräume

Fichten, Tannen und Buchen – das sind die Baumarten, an die man im Nationalpark Bayerischer Wald als erstes denkt. Gerade in den tieferen Lagen gibt es in den Bachbereichen aber auch Grau-Erlen-Vorkommen. Der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union zufolge gelten Grauerlenwälder als seltene und prioritär zu schützende Vegetationsbestände. Um diese Bestände zu fördern, werden derzeit an der Deffernik bei Zwieslerwaldhaus und am Großen Regen zwischen Arberhütte und Bayerisch Eisenstein Grau-Erlen freigestellt.

„Die Auwälder entlang der Bäche, in denen die Grau-Erlen dominieren, sind bis auf wenige Reste im Nationalpark verschwunden“, erklärt Jochen Linner, der im Nationalpark für Naturschutz zuständig ist. Die Gründe dafür seien die jahrzehntelange Förderung von Fichtenbeständen sowie die Verbauung der Bäche. „Dadurch senkt sich der Grundwasserspiegel ab und die natürliche Wasserdynamik geht verloren.“

Um diesen besonderen Lebensraum der Auwälder und damit auch der Grau-Erlen zu erhalten, hat die Nationalparkverwaltung nun in der Entwicklungszone des Schutzgebiets sowie auf nicht zum Nationalpark gehörenden Flächen, die jedoch im Besitz des Freistaats sind, Maßnahmen ergriffen. „Wir fällen Fichten, die in der Nähe der Grau-Erlen stehen und ihnen Licht und Platz nehmen“, so Silvia Pflug, Leiterin der Nationalparkdienststelle Bayerisch Eisenstein. Dies wird ausschließlich durch eigenes Personal mit Hilfe von Motorsägen durchgeführt. Auf empfindlichen Nassböden kommen für den Abtransport sogar Rückepferde zum Einsatz – eine besonders naturschonende Weise der Holzernte. Ein Teil des anfallenden Holzes wird als Rechtholz vergeben, gelangt also nicht auf den freien Markt.

Entsprechende Maßnahmen wurden in den Vorjahren bereits am Kolbersbach zwischen Lindbergmühle und Spiegelhütte sowie am Reschbach zwischen Finsterau und Mauth durchgeführt. Die Maßnahmen werden jeweils in Abstimmung mit der Fachstelle Waldnaturschutz Niederbayern geplant.


Straße zum Gfäll für Radfahrer gesperrt

Spiegelau Kirche

Gemeinde Spiegelau: Grund ist der desolate Zustand

Die Schwarzachstraße hinauf zum Gfällparkplatz wird ab sofort von der Gemeinde Spiegelau für Radfahrer gesperrt. Der Grund ist der desolate Zustand der Straße, Risse und aufgebrochene Teilstücke stellen für Radfahrer eine zu große Gefahr dar. Der Igelbusverkehr ist von der Sperrung nicht betroffen.

Die Schwarzachstraße ist ein Teilstück des Radweges 98, Beschilderungen im Gelände weisen die Besucher auf die Sperrung hin. Wasser, Luft und Boden: Einblicke in die Forschungsstation Taferlruck


Die Quadratur des Jubiläums

Wer ein Foto von sich mit der großen „50“ macht und auf Instagram teilt, kann einen der Jubiläumswürfel gewinnen. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Zum 50. Geburtstag des Nationalparks: Fotoaktion mit großen Holzwürfeln startet in den Nationalparkeinrichtungen

Ein knalliges Grün zieht derzeit die Blicke der Nationalparkbesucher auf sich. Die großen Würfel mitsamt einer weißen 50 darauf stehen vor dem Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau, vor dem Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald und vor dem Haus zur Wildnis in Ludwigsthal. Entstanden sind sie in der nationalparkeigenen Schreinerei bei Altschönau, wo normalerweise Wegweiser, Informationstafeln oder Sitzgarnituren angefertigt werden.

Doch was hat es mit den Würfeln eigentlich auf sich? Die Aktion ist Teil des 50. Geburtstag des Nationalparks. Die Würfel vor den Einrichtungen sollen Gästen als Fotomotiv dienen – und so das Jubiläum in die Welt hinaustragen. Wer will, kann die entstandenen Bilder auf Instagram unter dem Hashtag #50jahrenationalpark teilen. Unter allen hochgeladenen Bildern wird am Ende des Jahres einer der schmucken Holzwürfel verlost. Da lohnt sich das Fotografieren gleich doppelt!


Parkscheinautomaten für das Nationalparkzentrum Falkenstein

Ab sofort steht am Parkplatz des Nationalparkzentrums Falkenstein ein Parkscheinautomat zur Verfügung. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Ab 1.Juli gibt es Parkscheinautomaten, Schranke wird abgebaut – „Einfach zu bedienende und wartungsarme Lösung“

Eine Neuerung gibt es im Parkplatzbereich des Nationalparkzentrums Falkenstein bei Ludwigsthal. Dort wird die Schrankenanlage zum 1. Juli durch Parkscheinautomaten ersetzt.

„Die Schrankenanlage ist in die Jahre gekommen“, erklärt Achim Klein, Leiter vom Haus zur Wildnis. „Es gab einige Ausfälle und keine Ersatzteile mehr für dieses Modell.“ Deshalb entschied sich die Nationalparkverwaltung dazu, die Schranken abzubauen und Parkscheinautomaten aufzustellen. „Das ist eine einfach zu bedienende und wartungsarme Lösung“, so Klein. Hinzu kommt, dass die Schranken häufig die Besucher davor abgeschreckt haben, auf den Parkplatz zu fahren und sich zu informieren. „Auch dieses Problem haben wir somit gelöst.“

Die Mitarbeiter vom Servicegebäude auf dem Parkplatz stehen weiterhin als Ansprechpartner für die Besucher vor Ort zur Verfügung. „Außerdem haben wir eine einfache Gebührenstruktur erarbeitet“, erklärt Klein. Es gibt ein Tagesticket sowie ein Feierabendticket mit günstigem Tarif, das vor allem für die Einheimischen gedacht ist, die am Nachmittag eine Runde im Tier-Freigelände spazieren gehen möchten.


Besucherandrang: Nationalpark verstärkt Information

Besucherandrang am Rachel

Waldführer werden an Parkplätzen eingesetzt – Polizei weist auf Freihalten von Rettungswegen hin

Derzeit sind außergewöhnlich viele Besucher im Nationalpark Bayersicher Wald unterwegs – nicht nur in den Einrichtungen des Schutzgebiets, sondern auch auf den Wanderwegen. Beliebte Wanderziele wie die Gipfel Rachel, Lusen und Falkenstein sind an regenfreien Tagen wie jüngst an Fronleichnam sehr hoch frequentiert. Das sorgt nicht nur aufgrund aktueller Abstands- und Hygieneregeln für Herausforderungen. Schwierig gestaltet sich oft auch die Parkplatzsuche.

Der Nationalpark Bayerischer Wald setzt daher ab sofort verstärkt ehrenamtliche Waldführer zur Besucherlenkung ein. „An den neuralgischen Punkten werden die Besucher dann gleich beim Ankommen informiert“, sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Dabei gehe es nicht nur um eine Erstinformation über den Nationalpark, sondern auch darum, welche Parkplätze aktuell noch frei sind und angesteuert werden können. Nur dank dieses Engagements können die Ranger weiterhin verstärkt im Gelände unterwegs sein, um die Schutzgebietsregeln zu überwachen.

Gerade in der Ferienzeit ist es oft vorgekommen, dass sogar großflächige Parkplätze ihr Kapazitätslimit bereits am Vormittag erreicht haben. Viele Besucher wichen dann auf nicht ordnungsgemäße Parkflächen aus. Die Polizeiinspektionen Grafenau und Zwiesel, die für den Großteil der Nationalparkfläche zuständig sind, weisen ausdrücklich darauf hin, dass Rettungswege, aber auch Grünstreifen und Buswendemöglichkeiten unbedingt freizuhalten sind. Dies war jüngst nicht immer der Fall. Ausflügler sollten sich bewusst sein, das ordnungswidriges Parken auch im kostenpflichtigen Abschleppen münden kann.

Doch nicht nur auf den vielen klassischen Wanderparkplätzen kam es jüngst zu Problemen. Selbst der Großraumparkplatz des Nationalparkzentrums Lusen bei Neuschönau war am Pfingstmontag und an Fronleichnam überfüllt. Ab sofort wird der Nationalpark bei derartigen Situationen aktuell über seinen Facebook-Account über derartige Engpässe informieren. Auch Radiostationen würden informiert, wie an Fronleichnam erstmals praktiziert. „Damit hoffen wir, unsere Besucher frühzeitig über aktuelle Kapazitätsengpässe aufzuklären“, so Leibl. Eine Alternative zur Anreise mit dem Auto sei übrigens das ÖPNV-System der Region. Mit Igelbus und Waldbahn sind viele Ausflugsziele bestens erreichbar. Das Auto kann dann schon im Vorfeld des Nationalparks stehen bleiben. Informationen dazu gibt’s unter www.bayerwald-ticket.com.

Die hohen Besucherzahlen sind auch hinsichtlich der aktuellen Hygieneregeln bezüglich der Corona-Pandemie für alle Beteiligten herausfordernd. „Hier bitten wir eindringlich um eine gegenseitige Rücksichtname“, appelliert Leibl. Besonders an den Hotspots des Schutzgebiets sei das Abstandhalten nicht immer einfach. „Man muss einfach auch etwas mehr Zeit und Geduld mitbringen.“

In den beiden Tier-Freigeländen der Nationalparkzentren sind daher aktuell zur Besucherlenkung neben Rangern ebenfalls ehrenamtliche Waldführer im Einsatz. Zu Staus kann es gerade vor den Aussichtskanzeln kommen. Diese dürfen derzeit nur eine begrenzte Zahl von Besuchern nutzen. Kleine Volieren mussten ganz gesperrt werden, andernorts gelten Einbahnregelungen. „Wir haben all diese Maßnahmen gut beschildert und bitten darum, dies vor Ort auch zu befolgen“, sagt Leibl.

Zur aktuellen Standardausrüstung für den Nationalparkausflug gehört auch der Mund-Nasen-Schutz. Der muss nicht nur im ÖPNV und im Inneren der Besuchereinrichtungen, wie dem Hans-Eisenmann-Haus und dem Haus zur Wildnis, getragen werden, sondern zum Beispiel auch beim Betreten der bewirtschafteten Schutzhütten.

„Daneben sollten alle Besucher nicht vergessen, dass der Nationalpark ein Schutzgebiet ist, in dem seltene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten vorkommen“, ergänzt Leibl. Daher gelte es sich neben Abstands- und Hygieneregeln auch an allgemeine Verhaltensregeln zu halten. So ist im Nationalpark-Kerngebiet, zu dem vor allem die Hochlagen gehören, das Verlassen markierter Wege nicht gestattet. Nur so können bedrohte Arten wie das Auerhuhn überleben. Radfahren ist übrigens nur auf ausgewiesenen Radwegen erlaubt. Zelten, Nächtigen auf Parkplätzen und Müll hinterlassen ist verboten. „In jüngster Zeit hat die Nationalparkwacht in allen Bereichen leider vermehrt Verstöße dieser Art festgestellt.“ In diesen Fällen werden Bußgeldverfahren eingeleitet.

„Nichtdestotrotz freuen wir uns natürlich über Naturliebhaber, die unsere entstehende Waldwildnis erleben wollen“, so Leibl. „Wenn sich alle Besucher mit Rücksicht, Respekt und gesundem Menschenverstand durch unsere einzigartige Natur bewegen, werden wir auch den aktuellen Besucherandrang meistern.“


Wie geht es mit dem Nationalpark-Jubiläum weiter?

der Nationalpark

Fest der Region wird im Juni 2021 nachgeholt

Eigentlich hätte der Nationalpark Bayerischer Wald das ganze Jahr über bei mehr als einem Dutzend Veranstaltungen seinen 50. Geburtstag gefeiert. Die Corona-Pandemie hat die Planungen über Bord geworfen. Alle bis Mitte Juli geplanten Termine waren bereits abgesagt. Nun ist klar, dass das Jubiläumsprogramm auch im Rest des Jahres ausfällt. Dafür wird der Hauptakt 2021 nachgeholt. Führungen finden – in reduzierter Form – ab 30. Mai 2020 wieder statt.

Von der ausgeweiteten Absage sind unter anderem das für Anfang August im Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal anvisierte Fest der Region sowie sechs Tage der offenen Türen in den Nationalpark-Einrichtungen betroffen. Zudem wird die Geburtstagsführungsreihe ersatzlos gestrichen. Die gängigen Abstands- und Hygieneregeln wären bei derlei Veranstaltungen schlicht nicht umsetzbar.

Doch es gibt auch positive Nachrichten: „Bereits vergangenes Wochenende hätte es einen großen offiziellen Festakt sowie ein zweitägiges Fest der Region im Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau geben sollen“, berichtet Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Diese Hauptveranstaltung holen wir nächstes Jahr nach.“ Die behördliche Genehmigung vorausgesetzt, soll das Event von 18. bis 20. Juni 2021 über die Bühne gehen. Darüber hinaus ist die Nationalparkverwaltung gerade dabei, einige der abgesagten Veranstaltungen neu zu konzipieren und online in Videoformaten anzubieten.

Besucherinteraktion in Realität gibt’s derweil bald wieder im Führungsbereich. Ab Samstag, 30. Mai, werden im Rahmen eines Corona-Ersatzprogramms täglich verschiedene geführte Wanderungen größtenteils kostenlos angeboten.

Größere Touren sind am Wochenende geplant. An den Samstagen findet jeweils um 10 Uhr eine Tageswanderung in die wilde Natur zwischen Rachel und Lusen statt, am Sonntag geht es zur selben Zeit in das Nationalparkgebiet zwischen Falkenstein und Rachel. Auch an den Werktagen werden täglich bis zu zwei Führungen angeboten, wie zum Beispiel am Montag ein Urwaldspaziergang mit einem Ranger in Zwieslerwaldhaus, eine Wanderung zu den wilden Wäldern am Sagwasser am Mittwoch oder die Entdeckung der Vogelwelt am Donnerstagmorgen.

Nachdem ab den Pfingstferien mit einem erhöhten Besucheraufkommen im Nationalpark zu rechnen ist, hat sich die Verwaltung für das Angebot eines Ersatz-Programmes entschieden. „Für uns ist es wichtig, dass nicht nur Urlaubsgäste, sondern auch Einheimische wieder bei geführte Wanderungen unsere wilde Natur entdecken können“, erklärt Leibl. Die Bayerische Staatsregierung hatte in dieser Woche den Weg dafür geebnet und Führungen unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften erlaubt.

„Im Nationalpark bedeutet dies, dass der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden muss. Aus diesem Grund ist die Teilnehmerzahl auf maximal zehn Personen beschränkt.“ Bei entsprechender Nachfrage nach einzelnen Angeboten wird jedoch versucht, zwei Gruppen zu bilden, die räumlich getrennt voneinander unterwegs sind, um die Gesamtkapazität pro Führung auf 20 Personen zu erhöhen.

Das Programm läuft vorerst bis zum 30. Juni. Danach wird, entsprechend den dann geltenden Verhaltensregeln, entschieden, wie es mit dem Führungsbetrieb weitergeht. Das komplette Führungsangebot ist auf der Homepage des Nationalparks unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de abrufbar. Zu jeder Führung müssen sich die Teilnehmer beim Führungsservice unter 0800 0776650 oder nationalpark@fuehrungsservice.de anmelden.


Wegen Corona: Waldschmidthaus bleibt zu

Waldschmidthaus

Pächter der Schutzhütte am Rachel führen 2020 Bewirtschaftung nicht fort – 2021 wird gebaut

Rachel-Wanderer müssen sich für die Pause in Gipfelnähe zukünftig wieder selbst versorgen, denn das Waldschmidthaus bleibt vorerst geschlossen. Die aufgrund der Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen für die Gastronomie würden „wirtschaftlich, gesundheitlich und rechtlich ein nicht kalkulierbares, existentielles Risiko“ darstellen, so die bisherigen Pächter Sigrid Kick und Rudolf Holzapfel gegenüber der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald. Daher haben die Gastronomen auf eigenen Wunsch ihre Kündigung eingereicht.

„Wir bedauern diese Entscheidung“, so Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Gerade hinsichtlich des renovierungsbedürftigen Zustands der Hütte inklusive der sehr beengten Verhältnisse im Inneren könne man den Schritt jedoch verstehen. Das Abstandsgebot sei sowohl im Gastraum als auch im Sanitärbereich kaum wirksam umsetzbar.

Für die Hütte bedeutet die Kündigung wohl, dass es in dieser Saison keinen Betrieb geben wird. „Kurzfristig einen neuen Pächter zu finden, ist so gut wie ausgeschlossen“, so Leibl. Nicht nur aufgrund der coronabedingten Einschränkungen, sondern auch weil das Haus 2021 sowieso geschlossen bleiben wird. Denn im nächsten Jahr soll die Generalsanierung beginnen. „Sobald absehbar ist, wann diese abgeschlossen ist, werden wir uns auf die Suche nach neuen Pächtern begeben.“


Racheldiensthütte öffnet am 18. Mai

die Racheldiensthütte

Wirt startet Probebetrieb ab 18. Mai vorerst nur bei schönem Wetter

Pünktlich zur bayernweiten Öffnung der Biergärten herrscht auch an der Racheldiensthütte ab 18. Mai wieder Betrieb. „Vorerst allerdings nur bei schönem Wetter von 10 bis 18 Uhr“, wie Wirt Hans Wichtl sagt. Der Gastronom plant erstmal einen einwöchigen Probebetrieb im Außenbereich, um danach zu entscheiden, ob ein weiterer Betrieb unter den aktuellen Gegebenheiten sinnvoll erscheint.

Gäste müssen beachten, dass die Diensthüttenstraße aufgrund einer Baumaßnahme derzeit gesperrt ist. Eine Zufahrt mit dem Rad ist dank einer Umleitung ab Forschungsstation Taferlruck allerdings möglich. Der Igelbus fährt heuer erst ab 30. Mai.

Die zweite im Besitz des Nationalparks Bayerischer Wald befindliche Hütte, das Waldschmidthaus am Großen Rachel, bleibt zunächst geschlossen. Wann der Saisonstart erfolgt, können die dortigen Pächter derzeit noch nicht sagen.


Den Kreuzottern auf der Spur

Kreuzottern an den verschiedensten Plätzen mit den verschiedensten Zeichnungen konnten im Rahmen des Forschungsprojektes schon fotografiert werden. (Fotos: Pauli Hien/Nationalpark Bayerischer Wald)

Neues Forschungsprojekt will Vorkommen im Nationalpark erheben

Egal ob Rothirsch, Luchs oder Wolf – wenn Forscher diese Tiere draußen in der Natur aufspüren wollen, ist dies nicht leicht und gelingt oft nur mittels Kotproben oder Fotofallen. Aber doppelt so schwer ist es, wenn es um Kreuzottern geht. „Das ist wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen“, sagt Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Mit Hilfe eines Forschungsprojektes sollen nun die Bestände dieses gefährdeten Reptils ermittelt werden.

„Die Kreuzotter ist laut der Roten Liste Bayern 2019 stark gefährdet und die Bestände nehmen weiter ab“, so Leibl. Außerhalb der Alpen gibt es die größten Kreuzottervorkommen in den Ostbayerischen Grenzgebirgen, vor allem im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald. „Zusammen mit den tschechischen Vorkommen im Böhmerwald bildet unser Vorkommen das vermutlich größte, zusammenhängende in Mitteleuropa.“ Bis jetzt sind dies aber nur Vermutungen und viele Fragen sind offen. „Wie groß ist der Bestand? Geht er zurück? Oder profitiert die Kreuzotter von der Walddynamik im Nationalpark?“

Um das herauszufinden wurde bereits im vergangenen Jahr ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. „Mit den Feldarbeiten haben wir im März begonnen“, erklärt Dr. Christoph Heibl, der im Nationalpark für das Projekt zuständig ist. Dann verlassen die Männchen ihre Winterquartiere und sonnen sich erst mal ausgiebig, bevor sie sich auf die Suche nach einer Partnerin machen. „In einem ersten Schritt haben wir Sonnen- und Paarungsplätze kartiert, denn dort lassen sich die Tiere verhältnismäßig leicht zählen und auch fotografieren.“ Über eine Fang-Wiederfang-Statistik und längere Zeitreihen kann dann der Bestandstrend abgeschätzt werden. Generell kann man einzelne Individuen gut unterscheiden, und zwar an ihrer individuellen Kopfbeschuppung. Bis jetzt konnten bereits 36 verschiedene Exemplare gezählt werden, was vermutlich aber nur einen kleinen Teil des Gesamtbestandes ausmacht.

Neben den Beobachtungen nehmen die Forscher auch genetische Proben. „So können wir beurteilen, wie stark der Austausch zwischen einzelnen Populationen ist“, erklärt Heibl. Wenn Populationen klein und isoliert sind, verarmen sie genetisch – „und können dann Krankheiten sowie anderen Stressfaktoren wenig entgegensetzen und sterben aus.“

Unterstützung erhält der Nationalpark bei diesem Projekt von Kreuzotterspezialist Pauli Hien. „Er war zu einer unserer wissenschaftlichen Vortragsreihen eingeladen“, erinnert sich Heibl. „Dort wurde schnell klar, dass er ein besonderes Gespür für die Kreuzottern und ihre Lebensräume hat.“ Über diese Kooperation freut sich Heibl ganz besonders – vor allem, weil er im Rahmen des Projektes noch viel vorhat. „Für 2021 ist eine Studie geplant, die Daten sammelt, wie genau Kreuzottern Windwurfflächen als Lebensräume nutzen.“

Im Rahmen des Projektes wollen die Forscher aber auch über das Reptil aufklären. „Schlangen sind sehr scheue Tiere und Begegnungen mit Menschen sind selten“, so Heibl. Sobald sie Erschütterungen – zum Beispiel durch Schritte – wahrnehmen, verkriechen sich Kreuzottern. Daher sind Bissunfälle, die in der Regel nicht lebensgefährlich sind, auch sehr selten. „Wichtig ist es, den Tieren mit Respekt gegenüberzutreten, was eigentlich – auch für ungiftige Tiere – selbstverständlich sein sollte.“


Racheldiensthüttenstraße wegen Bauarbeiten gesperrt

die Racheldiensthütte

Landeskriminalamt errichtet Funkturm - Schwerlastverkehr gefährlich für Radfahrer

Aufgrund von Bauarbeiten bleibt die Racheldiensthüttenstraße hinauf zur Racheldiensthütte weiterhin komplett für den Verkehr gesperrt. Der Grund sind Bauarbeiten im Bereich der Forschungsstation Taferlruck.

Das Landeskriminalamt errichtet dort für das neue BOS-Funksystem – ein nichtöffentlicher Funkdienst, der von Behörden verwendet wird – einen Sendemast.

Ab Montag, 4. Mai, wird auf der Straße vermehrt Schwerlastverkehr unterwegs sein, was insbesondere für Radfahrer lebensgefährlich sein kann. Daher ist eine Durchfahrt bis zum Abschluss der Bauarbeiten nicht erlaubt.


Anzeige: Unbekannte schneiden Bäume im Nationalpark um

im Nationalpark

Ranger entdeckt 50 gefällte Jungfichten im Kerngebiet – „Kein Einzelfall“

„Das ist kein Bagatelldelikt“, bringt es Prof. Jörg Müller, stellvertretender Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, auf den Punkt. Gemeint ist eine Entdeckung, die ein Mitarbeiter der Nationalparkwacht in der Karwoche gemacht hat. Mitten im Kerngebiet, wo derzeit zum Schutz bedrohter Tierarten absolutes Wegegebot gilt, haben Unbekannte rund 50 Jungfichten umgeschnitten. Die Nationalparkverwaltung hat deswegen Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.

An selber Stelle, jedoch in geringerem Umfang, wurde bereits 2019 ein Eingriff registriert. „Leider ist das kein Einzelfall“, so Müller. Immer wieder kommt es vor, dass Bewuchs auf aufgelassene Wegen von unbekannten Dritten entfernt wird. „Aber gerade hier sollte die Natur wieder das Zepter übernehmen, um unter anderem für Arten wie dem störungsempfindlichen Auerhuhn genügend Rückzugsräume zu schaffen.“

Müller versteht die Baumfällaktion vor allem deswegen nicht, weil neben dem rund 500 Kilometer großen Wegenetz des Parks, das ganzjährig genutzt werden darf, viele in der Nationalparkverordnung definierte sonstige Wege und Steige sowieso von der Nationalparkverwaltung freigehalten werden. „Diese dürfen von 15. Juli bis 15. November von allen Naturfreunden begangen werden, also nachdem etwa die Auerhühner die harte Winterzeit und die Aufzucht ihrer Küken gemeistert haben.“ Dieses Wegekonzept ist mit den umliegenden Kommunen und Verbänden abgestimmt.

Der Vize-Nationalparkchef bittet eindringlich um Verständnis, dass in einem Großschutzgebiet immer Kompromisse zwischen Naturschutz und Erholungsnutzung gemacht werden müssen. Dazu gehört, dass nicht alle Teile des Gebiets zugänglich sein können. Um vergleichbare Freischneideaktionen in Zukunft möglichst zu unterbinden, wird die Nationalparkwacht an den neuralgischen Punkten noch stärker kontrollieren und konsequent Anzeige erstatten.


Rätsel und Basteltipps für kleine Forscher

Beim Rätsel rund um die Frühlingsblumen gilt es auch eine Wörterkiste zu lösen. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Auf neuer Unterseite der Nationalpark-Homepage gibt’s spannende Inhalte für Kinder

Grafenau. Während der Ausnahmesituation rund um das Coronavirus kann es vielen Kindern schnell ein wenig langweilig werden. Für etwas Abhilfe hierbei will jetzt auch der Nationalpark Bayerischer Wald sorgen. Auf seiner Homepage ist daher die neue Rubrik „Für kleine Forscher“ online gegangen, unter der ab sofort regelmäßig Rätsel und Basteltipps veröffentlicht werden.

Zwei abwechslungsreiche Arbeitsblätter sind bereits online. Mit Wörterkisten, Fehlerbildern oder Rechenaufgaben können sich Kinder dabei mit den Frühlingsblumen im Wald und dem Luchs beschäftigen. Kindgerechte Lesetipps geben Hilfe beim Rätseln. Mit etwas Abstand werden auch die Lösungen bereitgestellt. Im zweiten Bereich der Rubrik präsentiert der Nationalpark jede Woche einen neuen Basteltipp. In Form von kurzen YouTube-Videos kann man sich bereits Schritt für Schritt anschauen, wie man ein Insektenhotel baut oder wie auf einer Wäscheklammer ein Küken aus einem Osterei blicken kann.

Die Rätsel und Tipps landen auf der Homepage des Schutzgebiets – www.nationalpark-bayerischer-wald.de – im Navigationsbereich „Lernort Wald“. Daneben erscheinen sie auch stets unter „Aktuelles“ sowie auf dem Facebookkanal des Nationalparks.


So reagiert der Nationalpark auf das Coronavirus

Beim Nationalpark wird aktuell verstärkt auch aus dem Homeoffice gearbeitet. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Vermehrte Heimarbeit und Schichtbetrieb – Abordnungen an Gesundheitsämter

Die Ausnahmesituation rund um das Coronavirus hat auch den Nationalpark Bayerischer Wald voll erfasst. Besuchereinrichtungen sind geschlossen, Führungen abgesagt. Der laufende Betrieb der Verwaltung geht freilich trotzdem weiter. Um dem Infektionsschutz gerecht zu werden, wurden jedoch Maßnahmen zur Minimierung der persönlichen Kontakte umgesetzt.

„In der aktuellen Lage gilt es pragmatische Lösungen zu finden, die der Gesundheit aller dienen“, sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Das vermeiden persönlicher Kontakte steht dabei an oberster Stelle.“ Daher wurde die Möglichkeit, Homeoffice in Anspruch zu nehmen, jüngst noch einmal verstärkt. Aktuell können 47 Mitarbeiter der rund 200-köpfigen Mannschaft ihre Dienstgeschäfte von daheim erledigen – vorwiegend betrifft das die Angestellten in der Verwaltung in Grafenau. „Dadurch haben wir es geschafft, dass kein Büro mehr von zwei Personen benutzt wird.“

Doch nicht alle Aufgaben lassen sich aus der Ferne erledigen. Die Bewohner der beiden Tier-Freigelände müssen zum Beispiel auch versorgt werden, wenn die Gehege für Besucher gesperrt sind. „Bei den Tierpflegern haben wir jedoch auf Schichtbetrieb umgestellt, so dass so wenig Kontakt wie möglich entsteht.“ Dasselbe gilt für die Mitarbeiter im Wald-Management oder bei der Nationalparkwacht. Nur wenn der Arbeitsschutz den Einsatz von zwei Personen zwingend notwendig macht, zum Beispiel bei der Borkenkäferbekämpfung oder bei Maßnahmen der Verkehrssicherung, wird noch in Duos gearbeitet – dann jedoch mit möglichst viel Abstand zueinander.

Derweil haben die Landratsämter Regen und Freyung-Grafenau um Unterstützung gebeten. Daher verstärkt Nationalparkpersonal bereits seit vergangener Woche die Gesundheitsämter in Regen und Waldkirchen. Aktuell sind dafür acht Mitarbeiter abgeordnet. Zum 1. April folgen drei weitere.


Auftanken in der Wildnis


E-Bike-Fahrer können den Akku ihres Rades ab sofort kostenfrei an der Racheldiensthütte aufladen. (Foto: Hans-Georg Simmet/Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark stellt E-Bike Ladestation an der Racheldiensthütte auf

Auch im Nationalpark Bayerischer Wald sind immer mehr Besucher mit E-Bikes unterwegs. Damit diese ihren fahrbaren Untersatz auch während einer längeren Radtour auftanken können, hat die Nationalparkverwaltung an der Racheldiensthütte nun E-Bike-Ladestationen errichtet. Bis zu acht Akkus können hier gleichzeitig geladen werden, die Benutzung ist kostenlos.


Auf Rädern durch den Nationalpark


Freuen sich über die neuen Hilfsmittel für Nationalpark-Besucher mit Handicap: Nationalparkleiter Franz Leibl (von links), Christian Kremer von der Erlebnis Akademie und Umweltbildungsreferent Lukas Laux vor einem Elektro- und einem Wanderrollstuhl. (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald) 
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Besucher mit Handicap können sich ab sofort Elektro-, Wander- und Klapprollstuhl ausleihen

Es ist wieder ein Schritt mehr dafür getan, die wilde Natur des ersten deutschen Nationalparks für Besucher mit Handicap erlebbar zu machen. Denn ab sofort stehen im Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau ein Elektro-, ein Wander- und ein Klapprollstuhl sowie ein Bollerwagen zum kostenlosen Ausleihen zur Verfügung. Das ist eine weiter Maßnahme im Rahmen der Initiative Nationalpark für alle.

„Die Hilfsmittel sind hier gut aufgehoben“, sagte Nationalparkleiter Franz Leibl. „Schließlich haben wir die Wege in den Tier-, Pflanzen- und Gesteins-Freigeländen derart umgestaltet, dass sie auch mit Rollstühlen zu bewältigen sind. So ist es auch körperlich eingeschränkten Naturfreunden möglich, unsere Einrichtungen zu nutzen.“

Finanziert wurden die Neuanschaffungen von der Erlebnis Akademie, die im Nationalparkzentrum Lusen den Baumwipfelpfad betreibt. „Wir konzipieren unsere Angeboten ebenfalls so, dass sie von allen Besuchergruppen genutzt werden können“, betonte Christian Kremer. „Daher unterstützen wir den Nationalpark gern bei Maßnahmen, die die Barrierefreiheit verbessern.“

Wer von den neuen Hilfsmitteln Gebrauch machen möchte, kann einfach beim Parkplatzservice auf dem P1 des Nationalparkzentrums Lusens vorbeischauen. Eine vorherige telefonische Reservierung via 08558/9729823 ist ratsam. Kosten fallen nicht an. „Natürlich können die Rollstühle auch für Touren an anderen Orten des Nationalparks ausgeliehen werden“, so Umweltbildungsreferent Lukas Laux. „Dabei ist lediglich der Transport der Gerätschaften selbst zu organisieren.“


nationalpark_aktuell.txt · Zuletzt geändert: 2022/08/10 11:37 von gfreund

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