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Nationalpark aktuell

Geführte Wanderungen, Radtouren und sonstiges Aktuelles rund um den Nationalpark Bayerischer Wald


Austausch zu aktuellen Radwegekonzepten der Region

Tauschten sich über aktuelle Radwegkonzepte aus: Sabine Lemberger (FNBW, v.l.), Tobias Niedermeier (LAG-Manager, Landkreis FRG), Elisabeth Unnasch und Johann Wenzl (Arberland Regio GmbH, Landkreis REG, Teresa Schreib und Florian Porst (Nationalpark Bayerischer Wald), Andrea Rothkopf und Veronika Egger (Rothkopf Projektmanagement) sowie Robert Kürzinger, Geschäftsführer der FNBW (vorne). (Foto: Ingrid Brunnbauer, FNBW)

Nationalparkverwaltung organisiert landkreisübergreifendes Treffen

Zu einem Austausch über die momentan entstehenden Radwegekonzepte in den Landkreisen Freyung-Grafenau, Regen und Deggendorf trafen sich Vertreter der Nationalparkverwaltung mit Beteiligten aus den Planungsregionen. Teresa Schreib und Florian Porst, verantwortlich für Tourismus und Regionalentwicklung bzw. Besuchermanagement im Nationalpark, betonten, dass der Nationalpark regional abgestimmte Bestrebungen zur Stärkung des Radverkehrs begrüße. Man erhoffe sich durch die Gesprächsrunde das Aufzeigen von möglichen Synergieeffekten was die Konzeptionierung, aber auch die spätere Umsetzung im Nationalparkgebiet und der gesamten Region betreffe.

Der LAG-Manager von Freyung-Grafenau, Tobias Niedermeier, informierte zunächst über den aktuellen Stand des Landkreis-Radwegekonzeptes, das bis Ende 2023 abgeschlossen sein soll. Hier gehe es um die Konzeptionierung von Touren im Bereich Freizeit und Tourismus, im Fokus stehen die Zielgruppen der Mountainbiker, der Gravelbiker, Rennradnutzer sowie der Tourenradfahrer. Teil des Konzeptes soll auch eine Beschilderungsplanung für den Gesamtlandkreis sein, hier mit dem Fokus auf Tourenfahrer.

Das Konzept des Landkreises Regen berücksichtige ausdrücklich auch die Bedarfe zu alltagstauglichen Radwegeverbindungen zum Beispiel für Pendler, so Elisabeth Unnasch und Johann Wenzl von der Arberland Regio GmbH. Im Freizeitbereich stehe vor allem die qualitative Überprüfung der bestehenden Mountainbikerouten auf der Agenda. Die generelle Bedarfsermittlung soll in intensiver Zusammenarbeit mit den Kommunen vor Ort geschehen und deren individuelle Wünsche im Gesamtkonzept sollen ergänzend aufgeführt werden. Man gehe von einer Laufzeit von zirka eineinhalb Jahren aus, bis das Landkreiskonzept vollständig erstellt sei.

Andrea Rothkopf vom gleichnamigen Projektmanagementbüro erläuterte das „Radwegenetz von der Donau nach Böhmen“, das sich – angestoßen auf Initiative der ILE Sonnenwald mit neun Kommunen aus dem Landkreis Deggendorf und Zenting aus dem Landkreis FRG – mit mittlerweile rund 30 Partnerkommunen auf bayerischer Seite sowie der Mikroregion Šumava-západ aktuell in der Finalisierung der Bedarfsermittlung zu Beschilderung und Ausstattung bzw. der Feinabstimmung zur Routenführung befindet. Eine Antragstellung zur Konzeptumsetzung über Interreg ist für Frühjahr 2023 anvisiert.

Die Akteure waren sich einig, dass trotz der unterschiedlichen Ausgangslagen und Bearbeitungsstadien die oberste Zielsetzung sei, eine gemeinsame, hochwertige Radinfrastruktur für die Region – diesseits und jenseits der Landesgrenze – zu schaffen.

Die einzelnen Konzeptvorhaben funktionieren maßgeschneidert für die Teilregionen, die verantwortlichen Planungsbüros können so direkt auf individuelle Ansprüche reagieren, denn nicht zuletzt stehe der Nutzer bzw. Besucher im Mittelpunkt, dessen Anspruch über das vielfältige Routenangebot hinaus bei einer verlässlichen digitalen Beschreibung und analogen Beschilderung liegt. Auch müsse man möglichst umfassend dem Wunsch nach Sicherheit der Radwege nachkommen, so FNBW-Geschäftsführer Robert Kürzinger: Der Gast möchte grundsätzlich abseits der Hauptverkehrsrouten die Region erkunden, idealerweise auf separaten Radwegen oder wenig befahrenen Nebenstraßen.

Zum weiteren Vorgehen ist für Anfang nächsten Jahres ein weiteres Treffen vorgesehen, bei dem mögliche gemeinsame Qualitätsstandards und Regularien für die künftige Radwegebeschilderung erörtert werden sollen.


Parkplatz Graupsäge ist fertiggestellt

Freuen sich über die Fertigstellung des P&R-Parkplatzes Graupsäge: Elke Ohland, Leiterin der Nationalpark-Stabsstelle (v.l.), Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl, Johannes Dick, Bauingenieur vom Nationalpark, Reinhard Wolf, beim Landratsamt zuständig für den ÖPNV, Ingenieur Tassilo Pichlmeier, Bürgermeister Alfons Schinabeck und Nathalie Obermüller vom ÖPNV-Team im Landratsamt. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

150 Stellplätze und barrierearme Bushaltestelle – Entlastung für Waldhäuser

Ein erster wichtiger Schritt zur Verkehrsentlastung in der Ortschaft Waldhäuser ist getan. An der Nationalparkstraße wurde der P&R-Parkplatz Graupsäge mit über 150 Stellplätzen und einer barrierefreien Bushaltstelle gebaut. Die Fertigstellung ist bereits abgeschlossen, in Betrieb geht der Parkplatz im nächsten Jahr mit dem Start der Igelbussaison.

„Wir konnten diese für die Besucherinfrastruktur notwendige Maßnahme in weniger als einem Jahr umsetzen“, sagte Dr. Franz Leibl, Leiter der Nationalparkverwaltung, bei einem Besichtigungstermin. Von dem Parkplatz sollen nicht nur die Besucher profitieren, die hier genügend Fläche für ihr Auto haben und mit dem Igelbus bequem Richtung Lusen fahren können. „Die neue Struktur kommt auch den Bürgern von Waldhäuser zu Gute.“ An besuchsstarken Tagen ist das hohe Verkehrsaufkommen im Ort oft eine Belastung für die Anwohner. „Wir erhoffen uns eine Entspannung der Situation.“

Dass die Bürger von Waldhäuser den neuen Parkplatz begrüßen, erklärte Alfons Schinabeck, Bürgermeister von Neuschönau. „Der Parkplatz ist aus unserer Sicht absolut positiv zu bewerten und wir freuen uns, dass der Nationalpark diesen ersten Schritt in Richtung eines geordneten Verkehrsleitsystems geht.“ Schinabeck sehe den neuen P&R-Parkplatz auch als wichtigen Baustein für das Verkehrskonzept, an dem derzeit vom Nationalpark gearbeitet wird und das Auffangparkplätze und kostenlose Shuttlebusse vorsehe.

Wie Johannes Dick, Bauingenieur des Nationalparks, erklärte, bestand die Herausforderung darin, den Parkplatz nicht nur für Fahrzeuge, sondern auch für den ÖPNV auszurüsten. „Dafür musste nicht nur die Fahrbahn auf eine Breite von sechs Metern erweitert werden. Durch die höheren Frequenzen und stärkeren Belastungen, die durch die Busse auf die Straße wirken, war eine aufwendige Verstärkung des Frostschutzes und der neuen Asphaltdecke nötig.“ Damit die Busse nicht rangieren müssen und gefahrenlos umdrehen können, wurde eine Buswendeschleife am Ende des Parkplatzes errichtet. Ein barrierefreier Bussteig, den auch Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen nutzen können, ein Wartehäuschen sowie eine barrierearme Toilette runden das Angebot ab. Letztere wurden in der gewohnten Optik von den Mitarbeitern des Nationalparks gebaut.

Bevor die Anlage im Mai nächsten Jahres in Betrieb genommen wird, ist noch einiges zu tun. Sitzgruppen werden aufgestellt, ebenso die Beschilderung der Wanderwege, die von dem Parkplatz aus wegführen. Wie Reinhard Wolf, im Landratsamt Freyung-Grafenau zuständig für den ÖPNV, mitteilte, werden an der Bushaltestelle noch entsprechende Markierungen sowie Tafeln mit dem Fahrplan angebracht.


Nationalpark holt Touristiker an einen Tisch

Die Vertreter der Nationalparkverwaltung sowie die Akteure aus dem Bereich Tourismus freuten sich über den Austausch und die gewinnbringenden Diskussionen. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Austausch im Waldgeschichtlichen Museum über Besuchermanagement, ÖPNV und Nationalparkerweiterung

Ein Austausch über laufende Projekte und Aktionen sowie die Möglichkeit zur Diskussion bot sich beim Runden Tisch „Nationalpark und Tourismus“ im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald. Bereits zum dritten Mal trafen sich auf Einladung des Nationalparks Bayerischer Wald Akteure aus der Tourismusbranche, darunter Vertreter des Tourismusverbandes Ostbayern, der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald, des Landkreises Freyung Grafenau, der Arberland Regio sowie der Nationalpark-Partner.

Auf großes Interesse aller Beteiligten stießen Informationen zum digitalen Besuchermanagement, die von Nationalpark-Mitarbeiterin Julia Zink vorgestellt wurden. Der überwiegende Teil der Gäste nutze für die Planung ihrer Wanderung oder Radtour digitale Tourenportale. Dort nehme die Zahl der Touren, die auf verbotenen Wegen verlaufen, jedoch ständig zu. Durch das Einpflegen der erlaubten und naturverträglichen Touren arbeite der Nationalpark offensiv an der Behebung dieses Problems.

Die allgemeinen Besucherzahlen im Nationalpark Bayerischer Wald stellte Mitarbeiterin Dr. Stefanie Döringer vor. Seit der Coronapandemie sei die Zahl der außergewöhnlich besuchsstarken Tage stetig gestiegen, wie Befragungen der Nationalparkverwaltung ergeben haben. Besonders an den Wochenenden komme es an neuralgischen Punkten wie Parkplätzen, Berggipfeln und Schutzhütten zu einem großen Besucheraufkommen. Für Diskussionen in der Runde sorgte die Tatsache, dass 87 Prozent aller Besucher nach wie vor mit dem Auto anreisen.

Einen Vorschlag, wie man hier entgegenwirken und den ÖPNV attraktiver gestalten könnte, liefert das Verkehrskonzept, das derzeit vom Nationalpark ausgearbeitet wird. Teresa Schreib, in der Nationalparkverwaltung zuständig für Tourismus und Regionalentwicklung, erklärte die Eckpunkte. Durch eine Kombination von Parkleitsystemen, Auffangparkplätzen und Shuttlebussen soll ein Parkchaos in den Besucher-Hotspots künftig verhindert werden. Erst einmal werde das Vorhaben als Pilotprojekt für die Bereiche Zwieslerwaldhaus, Waldhäuser und Finsterau in enger Abstimmung mit den Landkreisen und Gemeinden entwickelt.

Elke Ohland, Leiterin der Stabsstelle, berichtete über die Erweiterung des Schutzgebietes um 600 Hektar bei Finsterau. Dort werde der bereits bestehende Wanderparkplatz Wistlberg barrierearm umgebaut und mit unter anderem einem Nationalpark-Café sowie einem barrierearmen Naturspielplatz und zwei Aussichtsplattformen versehen.


Wildkatzen-Gehege wird erweitert

Aktuell laufen im Tier-Freigelände die Erdarbeiten für die Gehege-Vergrößerung. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Bauarbeiten im Tier-Freigelände gestartet – Fertigstellung für 2023 geplant

Besucher des Tier-Freigeländes bei Neuschönau haben es in den vergangenen Tagen bereits gesehen: Am Wildkatzen-Gehege ist der Bagger angerollt. Denn: Die aktuell 500 Quadratmeter große Anlage soll auf etwa das Doppelte vergrößert werden. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant.

Die Erweiterung des Geheges ist notwendig, um die Wildkatzen noch naturnäher halten zu können. „Die Baumaßnahme haben wir uns schon lange gewünscht, da Wildkatzen eigentlich Einzelgänger sind“, erklärt Nationalpark-Tierärztin Susanne Klett. „Zukünftig haben Kater und Katze dann jeweils ihren eigenen Bereich, können sich aber während der Paarungszeit über zwei Verbindungs-Tunnel besuchen.“ Außerhalb der Paarungszeit werden die Tunnel dann wieder geschlossen.

Gebaut wird das zweite Abteil auf der gegenüberliegenden Seite des bestehenden Geheges. „Wir arbeiten mit Punktfundamenten, um die Bodendurchlässigkeit nicht zu beeinträchtigen“, erklärt Stefan Vießmann, Leiter des Servicezentrums Lusen. Daneben werde ein Untergrabschutz eingebaut, um das Gehege ausbruchssicher zu machen. Die Erdarbeiten sollten noch im November über die Bühne gehen, der eigentliche Gehege-Bau folge dann im nächsten Jahr.


Neue Forstwirte dank Erweiterung

Begrüßt wurde das Forstwirt-Duo Roland Ratzesberger (2.v.l.) und Werner Selwitschka von Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (links) und Sachgebietsleiter Franz Baierl (rechts).  (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Roland Ratzesberger und Werner Selwitschka neu im Nationalpark-Team

Im Sommer wurde der Nationalpark Bayerischer Wald um rund 700 Hektar erweitert – hauptsächlich in der Nähe der Ortschaft Finsterau. Mit der Vergrößerung des Schutzgebiets gibt’s für die Nationalparkverwaltung auch ein paar neue Aufgaben. Daher wurde als Teil des Gesamtinvestitionspakets auch ein Mehr an Personal beschlossen. So konnten nun zwei neue Forstwirte ihren Dienst antreten.

Mit Roland Ratzesberger und Werner Selwitschka hat es ein Duo aus der Region geschafft. Beide werden nun unter anderem auch in den Erweiterungsflächen im Einsatz sein, etwa beim Borkenkäfermanagement in den Nationalpark-Randzonen. Begrüßt wurden die neuen Mitarbeiter nun in der Grafenauer Nationalparkverwaltung – nicht nur von Sachgebietsleiter Franz Baierl, sondern auch von Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Der wünschte nicht nur „viel Spaß bei den neuen Aufgaben, sondern vor allem allzeit verletzungsfreie Arbeitstage“.


Nationalpark-Einrichtungen gehen in Herbstruhe

Hans Eisenmann Haus

Haus zur Wildnis, Hans-Eisenmann-Haus und Waldgeschichtliches Museum ab Montag, 7. November bis Weihnachten geschlossen

Turnusgemäß gehen die beiden großen Besuchereinrichtungen des Nationalparks Bayerischer Wald, das Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau und das Haus zur Wildnis in Ludwigsthal, nach den Herbstferien in die alljährliche Schließphase. Somit ist ab Montag, 7. November, bis inklusive 25. Dezember geschlossen. Neu ist heuer, dass auch das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald in diesem Zeitraum zu ist. Damit möchte die Nationalparkverwaltung im Rahmen der Energiekrise einen Einsparungsbeitrag leisten. Künftig wird die Innentemperatur in den Museen auch auf 19 Grad reguliert.

Geöffnet sind alle drei Häuser wieder ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag, also ab dem 26. Dezember.

Weiterhin geöffnet bleiben die Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald im Nationalparkzentrum Lusen und Nationalparkzentrum Falkenstein. Der Führungsbetrieb ruht hingegen wie üblich ebenfalls während der Schließphase der Häuser.




Nationalpark bietet wieder Waldführer-Ausbildung

(Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Waldführer-Ausbildung: Bewerbung bis 31. Januar 2023 möglich – Falkenstein-Team sucht Verstärkung.

Wer hat Lust, Kindern, Schülern und Besuchern die Aufgaben und Ziele sowie die Einrichtungen und landschaftlichen Höhepunkte des Nationalparks näher zu bringen? Für den ist die Ausbildung zum ehrenamtlichen Waldführer genau das Richtige. Bis zum 31. Januar 2023 können sich Interessierte bewerben.

Die Waldführertätigkeit beinhaltet eine große Spannbreite unterschiedlicher Tätigkeiten von Führungen mit Schulklassen über Privatgruppen bis hin zur Durchführung von Projekt- und Walderlebnistagen in den Bildungseinrichtungen des Nationalparks. Auch die Mitwirkung bei Veranstaltungen und der Besucherinformation, zum Beispiel am Baumwipfelpfad, gehört zum Aufgabenspektrum.

Bei den fünf Blockseminaren, die von Mai bis Juli 2023 geplant sind, werden 17 Tage lang Themen wie Biodiversität und Walddynamik bis hin zu Umweltbildung und Naturethik bei Fachführungen in der Waldwildnis sowie Seminaren in den Bildungseinrichtungen des Parks vermittelt. Dabei steht die Aneignung von Hintergrundwissen und die praktische Umsetzung des Gelernten im Vordergrund. Kompetente Referenten und ausführliche Schulungsunterlagen sorgen für eine fundierte Ausbildung. Nach einer schriftlichen und praktischen Abschlussprüfung können die neuen Waldführer dann selbst Urlauber und Einheimische durch den Nationalpark führen, wofür eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

Die Ausbildung richtet sich schwerpunktmäßig an interessierte Bewohner der Nationalparkregion. Insbesondere im Falkenstein-Gebiet wird Verstärkung für das Waldführer-Team im Wildniscamp am Falkenstein sowie für das Schulklassen-Team im Haus zur Wildnis benötigt. Bewerberinnen und Bewerber aus dem Landkreis Regen, die gerne mit Kindern und Schulklassen arbeiten wollen, sind also besonders willkommen.

Weitere Informationen, etwa die genauen Termine der Kurse sowie das Bewerbungsformular, gibt es auf der Homepage des Nationalparks Bayerischer Wald. Für Fragen steht Thomas Michler zur Verfügung (08552/9600-167 oder thomas.michler@npv-bw.bayern.de). Interessierte Bewerber haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich bei zwei Infoveranstaltungen über die Waldführertätigkeit zu informieren. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.


Auf Tuchfühlung mit den Nachbarn

Wildniscamp

Aufenthalte von Schulklassen aus Deutschland und Tschechien im Wildniscamp

Das Wildniscamp am Falkenstein war in diesem Jahr ein beliebter Treffpunkt für deutsch-tschechische Gruppen. Insgesamt nahmen 150 Kinder und Jugendliche an den Umweltbildungsprogrammen des Nationalparks Bayerischer Wald teil.

Schulklassen unter anderem aus Osek, Rokycany, Nittenau, Prachatice, Ingolstadt und Prag sowie die Freizeitaktion „Auf deutsch-tschechischen Pfaden“, die vom Verein Prostor pro rozvoj organisiert wurde, waren über das ganze Jahr verteilt im Wildniscamp. Die Begegnungen von Ingolstadt und Prachatice sowie von Rokycany mit Nittenau wurden sogar vom deutsch-tschechischen Zukunftfonds gefördert. Im Vordergrund standen zu Beginn der Aufenthalte immer Aktionen zum spielerischen Kennenlernen, bei denen die Kinder und Jugendlichen die Sprache und Kultur der anderen Teilnehmer kennenlernen sollten. In Kleingruppen bestand anschließend die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Nationalparkthemen zu beschäftigen, wie zum Beispiel künstlerisches Gestalten aus Naturmaterialien, Schnitzen, Forschen und Bestimmen. Im Herbst waren die Pilze von großem Interesse, es entstand sogar eine kleine Pilzausstellung.

Begeistert waren alle Teilnehmer von den Exkursionen, die Bestandteil des Programms sind. Dabei erfahren die Teilnehmer wertvolle Informationen zum Nationalpark und lernen viel über die Besonderheiten des Schutzgebietes. Auch die Falkensteinwanderung konnte immer durchgeführt werden, gerade das Ankommen am Gipfel ist für viele Gruppen ein Erfolgserlebnis. Damit solche zweisprachigen Begegnungen reibungslos ablaufen, arbeiten im Wildniscamp am Falkenstein zwei tschechisch- und deutschsprachige Mitarbeiterinnen, die übersetzen können und entsprechend ausgebildet sind.

Rothirsch-Gehege wieder geöffnet

Die Rothirsche im Nationalparkzentrum Lusen haben nun wieder ihr komplettes Gehege zur Verfügung.  (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Zaun nach Gewittersturm rund um Altschönau repariert: Ab Freitag, 21. Oktober, kann die beliebte Einrichtung wieder vollumfänglich genutzt werden.

Zu Pfingsten sauste ein heftiger Sturm über Teile des Nationalparks Bayerischer Wald. Dabei wurde auch der Rand des Tier-Freigeländes des Nationalparkzentrums Lusen getroffen. Vor allem das Rothirsch-Gehege wurde durch umgefallene Bäume stark in Mitleidenschaft gezogen. Nun sind die Reparaturarbeiten beendet, so dass die beliebte Einrichtung wieder vollumfänglich genutzt werden kann.

Rückblick: Es ist Pfingstsamstag dieses Jahrs. Am späten Nachmittag reißen Starkwinde im nördlichen Bereich des knapp sieben Hektar großen Zuhauses der Rothirsche dutzende Bäume zu Boden. Zum Teil liegen diese wie meterhohe Mikado-Türme im Wald am Ortsrand von Altschönau. Der Zaun wird an drei Stellen massiv beschädigt, gut 150 Laufmeter sind unbrauchbar. Als Sofort-Maßnahme trennt das Team des Nationalpark-Servicezentrums und Tier-Freigeländes Lusen das Gehege noch am Pfingstwochenende ab – mithilfe von 200 Meter Bauzaun. Drei außerhalb des zerstörten Zauns befindliche Hirsche werden durch gutes Zureden der Tierpfleger wieder ins Innere gelockt. Das Gehege, durch das man in der Regel durchwandern kann, wird gesperrt. Damit die Tiere weiter erlebbar sind, wird eine Futterstelle in der Nähe der von außen zugänglichen Aussichtskanzel angelegt.

Ab Freitag, 21. Oktober, ist diese Zwischenlösung beendet. Denn: Der Zaun ist nun wieder auf ganzer Länge instandgesetzt, der Weg durchs Gehege verkehrsgesichert. „Aufgrund der dringlichen Borkenkäfermaßnahmen in den Nationalpark-Randzonen war ein früheres Aufarbeiten des Schadens im Gehege leider nicht möglich“, erklärt Stefan Vießmann, Leiter des Servicezentrums Lusen. „Dafür können Besucher im Gehege nun hautnah die Nationalpark-Dynamik erleben.“ Die umgeworfenen Stämme sind schließlich im Gehege verblieben, so dass dort in Zukunft kleinteilig das beobachtet werden kann, was im Nationalpark auch im Großen zugelassen wird, eine ungebremste, natürliche Waldentwicklung.


Ausgleichsfläche für den Kiosk am Wistlberg

Finsterau vom Wistlberg aus)

Angrenzender Fichtenwald wird naturnah umgestaltet.

Im Laufe des kommenden Jahres soll am Wistlberg bei Finsterau mit dem Bau des Schaufensters der Region begonnen werden. Dabei entstehen ein Kiosk mit Terrasse und Gastraum sowie ein Waldspielplatz. Nachdem für diese Baumaßnahme ein Stück Wald gerodet werden muss, ist der Nationalpark im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens dazu verpflichtet, eine Ausgleichsfläche in der Randzone zu schaffen.

Mit der Umgestaltung der Fläche, die nördlich des bestehenden Parkplatzes liegt und auf der in erster Linie nur Fichten wachsen, wurde nun begonnen. In einem ersten Schritt war ein Harvester im Einsatz.

„Wir versuchen, den Wald auf dieser Fläche naturnäher zu gestalten“, erklärt Helmut Kustermann, Leiter der Nationalparkdienststelle Finsterau. Neben stehendem und liegendem Totholz, von dem aufgrund der Borkenkäfergefahr die Rinde entfernt wurde, werden auch aufgeklappte Wurzelteller stehen gelassen. So entstehen Lebensräume für viele verschiedene Arten. Die vereinzelten Tannen und Buchen, die dort wachsen, wurden freigestellt und erhalten nun wieder mehr Licht. „Im Frühjahr werden wir zusätzliche Tannen und Buchen auf dieser Fläche pflanzen. Durch das Einbringen von heimischen Sträuchern im Laufe der nächsten Jahre soll sich außerdem ein artenreicher Waldrand entwickeln.“ Ein Teil des bei dieser Maßnahme geschlagenen Fichtenholzes geht außerdem in den Holzverkauf.

Wie diese Ausgleichsfläche auszusehen hat, dazu hat die Nationalparkverwaltung klare Vorgaben erhalten, und zwar vom landschaftspflegerischen Begleitgutachten, das im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens erstellt wurde.


SELTENE FUNDE BEI PILZTAGEN IN SANKT OSWALD

Pizfunde (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Experten trafen sich bei Pilztagen in Sankt Oswald. Mit Trüffelhunden auf Exkursion im Nationalpark-Umland.

Bei den diesjährigen Pilztagen haben sich im Waldgeschichtlichen Museum in Sankt Oswald erneut Pilzexperten aus ganz Deutschland getroffen. Auf der Agenda standen neben dem fachlichen Austausch auch mehrere Exkursionen, bei denen auch seltene Funde gemacht wurden.

Elf Pilzfachkundige aus der gesamten Bundesrepublik waren der Einladung von Nationalpark-Mykologe Peter Karasch gefolgt und zu den diesjährigen Pilztagen nach Sankt Oswald gekommen. „Wir tauschen uns über pilzkundliche Schätze aus und wollen natürlich welche im Nationalparkgebiet, aber auch im Umland, finden“, erzählt Peter Karasch. „Dafür sind wir jeden Tag auf Exkursion in ausgewählten Biotopen und finden tatsächlich auch jedes Mal fünf bis sechs interessante oder sehr seltene Pilzarten. Manchmal sind auch für das Gebiet ganz neue Arten dabei.“ Die Entdeckungen werden von den Pilzexperten im Anschluss genau unter die Lupe genommen, bestimmt und in eine Datenbank eingepflegt.

Mit den ausgebildeten Trüffelhunden „Snoopy“ und „Candy“ ging es dieses Jahr auch auf Trüffelexkursion außerhalb des Schutzgebietes. „Diesen schönen alten Bauernwald unterhalb von Sankt Oswald habe ich vor ein paar Jahren schon entdeckt. Toll, was für seltene Pilzarten hier wachsen und auch Trüffel gibt es“, schwärmt Nationalpark-Mykologe Karasch. Wer sich nun aber Hoffnungen macht im Bayerischen Wald mit Trüffeln reich zu werden, der irrt. „Tatsächlich muss man unterscheiden zwischen den Echten Trüffeln und den in den allermeisten Nadelwäldern Europas heimischen Hirschtrüffeln. Für uns Menschen sind diese, auch wegen der hohen radioaktiven Belastung, nicht genießbar. Hirsche und auch Wildschweine mögen diese Pilze aber gerne und man findet sie auch relativ häufig.“

Anders ist das bei den echten Trüffeln: „Die findet man vor allem an, ich nenne es `gestörten Stellen´. Also dort, wo früher Schuttplätze waren oder auch an Wegrändern, wo Schotter drin ist, denn manche Arten brauchen Basen oder auch ein wenig Kalk.“ Und tatsächlich zeigt Trüffelhund „Snoopy“ am Wegrand einen spannenden Fund an. Nach dem prüfenden Blick durch eine Lupe greift Peter Karasch zum Messer und schneidet die möglicherwiese seltene Knolle auf: „Um welche Art es sich genau handelt, muss die Untersuchung im Labor zeigen. Ich kann mit dem bloßen Auge aber schon erkennen, dass es sich tatsächlich um ein Exemplar der Gattung Tuber, also um einen echten Trüffel handelt.“


Finaler Schritt bei Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald

Die Hammerklause

Flächenübergabe von den Staatsforsten zum Nationalpark Bayerischer Wald , der jetzt größter Waldnationalpark Deutschlands ist.

Schon mit der Neufassung der Nationalparkverordnung am 23. Juni dieses Jahrs wurden rund 600 Hektar Staatswald nordöstlich der Ortschaft Finsterau in den Nationalpark Bayerischer Wald eingegliedert. Damit entstand der größte Waldnationalpark Deutschlands. Nun wurde der finale Schritt der Erweiterung vollzogen: Anfang September gingen die Flächen rund um die Hammerklause, das Finsterauer Filz und den Reifenkopf von den Bayerischen Staatsforsten auf die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald über.

„Damit geht für uns die Arbeit erst richtig los“, sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Das Gebiet wird ausgiebig vermessen und inventarisiert, damit wir die nächsten Schritte planen können.“ Dabei wird anfangs noch sehr eng mit dem Forstbetrieb Neureichenau zusammengearbeitet, der bisher als Teil der Bayerischen Staatsforsten für die neu hinzugekommenen Nationalpark-Areale zuständig war.


Grenzübergang Blaue Säulen weiterhin geschlossen

bei den Blauen Säulen

Der Grenzübergang Blaue Säulen, den die Nationalparkverwaltung Šumava von der tschechischen Seite von Březník (Pürstling) aus zugänglich machen will, ist weiterhin geschlossen. So können Wanderer das Forsthaus Březník weiterhin nur von Modrava oder Filipova Huť aus erreichen.

Die Nationalparkverwaltung arbeitet weiter an einer legalen Möglichkeit zur Eröffnung des Grenzübergangs Blaue Säulen und des Wanderwegs durch das Lusental, die den Berg Lusen mit dem Forsthaus Březník verbinden würden. Dieses Gebiet ist zum Schutz der bedrohten Auerhühner gesperrt.

Vor kurzer Zeit wurde das Verfahren zur Genehmigung der sogenannten Ausgleichsmaßnahmen beendet. Die Naturschutzbehörde entschied, dass um den Weg Blaue Säulen - Březník eröffnen zu können, die Nationalparkverwaltung Šumava mehrere Bedingungen erfüllen muss. Eine davon ist, dass die Anzahl der Auerhuhn-Population im Böhmerwald mehr als 725 Individuen betragen muss. Die Auerhuhn-Population wird die Nationalparkverwaltung zusammen mit den Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald Anfang 2023 dokumentieren. Die Ergebnisse des Monitorings werden frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 bekannt sein. Eine weitere Bedingung für die Eröffnung ist, dass das neue Kerngebiet gültig sein muss. Die Verhandlungen dazu werden im Herbst 2022 wiederaufgenommen. Wenn der Prozess reibungslos verläuft, wird das neue Kerngebiet voraussichtlich ab der zweiten Hälfte des nächsten Jahres gelten.

Solange diese Bedingungen nicht erfüllt sind, wird es nicht möglich sein, vom Lusen zum Pürstling zu gehen.


Erweiterung des Nationalparks ist besiegelt

Die Hammerklause gehört künftig zum Nationalpark. Besucher können dorthin nicht nur wandern, auch ein Radweg führt an den See.

Festakt mit Staatsminister Glauber – „Ein Gewinn für Mensch und Natur“

Mit einem Festakt wurde die Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald um knapp 700 Hektar nun feierlich besiegelt. Im Salettl des Freilichtmuseums Finsterau freute sich Umweltminister Thorsten Glauber zusammen mit Vertretern der Nationalparkverwaltung und vielen Ehrengästen über die gelungene Vergrößerung. „Das ist nicht nur ein Gewinn für Mensch und Natur“, so der Staatsminister. „Damit haben wir unser Juwel auch zum größten Waldnationalpark Deutschlands gemacht.“

Die Erweiterung wurde bereits im Oktober 2020 – zum 50. Geburtstag des Schutzgebietes – durch Ministerpräsident Markus Söder und Staatsminister Glauber verkündet und war ein Geschenk der Bayerischen Staatsregierung. Weniger als zwei Jahre später ist es nun soweit und die Fläche, die bislang zu den Bayerischen Staatsforsten gehörte, wird Schutzgebiet.

„Der Nationalpark Bayerischer Wald ist ein Hotspot für die Artenvielfalt und Vorbild für sanften Tourismus“, sagte Glauber. Die Schönheit und die Ursprünglichkeit des Nationalparks seien überwältigend. „Die Erweiterung auf eine Fläche von fast 25.000 Hektar ist ein echter Gewinn für die Natur und die Menschen vor Ort.“ Der Nationalpark Bayerischer Wald sei nun Deutschlands größter Wald-Nationalpark. Zusammen mit den neuen Besucherprojekten werde der Nationalpark noch attraktiver. „Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und das große Engagement für die Natur und die Region.“

Wie Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks, in seinem Grußwort sagte, passen die neuen Flächen mit ihrer Naturausstattung hervorragend zum Nationalpark. „Darüber hinaus vergrößern wir mit der Erweiterung aber auch die gemeinsame Grenze mit dem Nationalpark Šumava in Tschechien.“ Dies bedeute, dass es mehr bayerisch-tschechische Berührungspunkte gebe und man dem Besucher noch mehr grenzüberschreitendes Naturerleben anbieten könne. „Mit der Erweiterung festigen wir die Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Šumava und die gemeinsame, grenzübergreifende Nationalparkentwicklung.“

Von Bedeutung sei auch die Ausrichtung der neuen Besucherinfrastruktur, die bei Finsterau auf dem Wistlberg entstehen soll. Geplant ist ein Schaufenster der Region, ein barrierearmer Waldspielplatz sowie eine große Aussichtsplattform, die einen Blick auf den Lusen ermöglicht und auch für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen erreichbar ist. Das benachbarte Finsterauer Filz soll mit einem barrierearmen Bohlenweg erschlossen werden. „Wir erstellen hier einen Besucherschwerpunkt für barrierefreies Naturerleben“, so Leibl.

Dass dieser Ansatz hervorragend zur bisherigen Ausrichtung der Gemeinde Mauth passt, erklärte Bürgermeister Ernst Kandlbinder. „Wir sind sehr froh über die weitreichenden Investitionen in unserem Gebiet und hoffen, dass wir mit dem positiven Image des Nationalparks eine stärkere Attraktivität unserer Tourismusregion erreichen – gerade im Bereich Barrierefreiheit.“ Kandlbinder betonte, dass es ihm darüber hinaus besonders wichtig war, bei den Planungen zur Nationalparkerweiterung die Anliegen der Bürger mit einzubeziehen. Dies sei in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark geglückt.

Als herausragende Einrichtung für die Region bezeichnete Sebastian Gruber, Landrat von Freyung-Grafenau, das Schutzgebiet. „Neben den naturschutzfachlichen Aspekten leistet der Nationalpark mit all seinen Angeboten und Einrichtungen einen wesentlichen Beitrag für die Lebensqualität der Menschen vor Ort und ist zudem ein touristisches Aushängeschild. Wir freuen uns sehr über die Erweiterung, die auch einen weiteren, wichtigen Impuls zur Regionalentwicklung gibt.“

Glückwünsche gab es auch von den tschechischen Nachbarn. Eva Volfová, die tschechische Vize-Umweltministerin, überbrachte die besten Grüße, als Gast war auch Pavel Hubený, der Leiter des Nationalparks Šumava, vor Ort.


Erster Nationalpark-Zeltplatz in Scheuereck

neue Stellplätze für Wohnmobile in Scheuereck

Kostenloses Campen mit Blick auf Großen Falkenstein und Hirschgehege

Vier neue Stellplätze für Wohnmobile konnte der Nationalpark Bayerischer Wald im Weiler Scheuereck bereits im Spätsommer vergangenen Jahres fertigstellen. Seit wenigen Tagen gibt es dort nun auch die Möglichkeit, in der wilden Natur zu campen.

Fertig war der neue und erste Zeltplatz im Nationalpark im vergangenen Jahr. Mitarbeiter der Dienststelle Scheuereck und des Servicezentrums Falkenstein hatten dafür angepackt und den ehemaligen Privatgarten umgestaltet. „Damit man auf dem Gelände aber tatsächlich zelten kann, musste sprichwörtlich erst noch etwas Gras über die Sache wachsen“, sagt Bärbel Sagmeister, im Nationalpark zuständig für die Besucherinfrastruktur im Gelände. „Im doch relativ rauen Klima hier unterhalb des Großen Falkensteins dauerte es eine Weile, bis der bereits letztes Jahr gesäte Rasen ausreichend angewachsen war.“

Insgesamt vier Zeltplätze mit Aussicht auf den Großen Falkenstein und zum Hirschgehege Scheuereck stehen den Campern nun zur Verfügung. „Das war für uns auch ein Grund warum wir den Zeltplatz hier eingerichtet haben“, sagt Sagmeister. „Ein sehr attraktiver Platz, der gut mit dem ÖPNV zu erreichen ist - und im Herbst werden die Camper mit etwas Glück vom Röhren unserer Hirsche geweckt.“ Ein weiteres Plus des Standortes: In unmittelbarer Nähe steht ein WC und es gibt auch einen Wasseranschluss. Nur offenes Feuer ist aus Sicherheitsgründen nicht gestattet.

„Uns freut es, dass die Wohnmobil-Stellplätze in Scheuereck bereits gut angenommen werden. Mit dem neuen Zeltplatz hoffen wir auf ähnlich gute Erfahrungen“, so Bärbel Sagmeister. Während Wildcampen im Nationalparkgebiet verboten ist, dürfen Besucher in Scheureck für bis zu zwei Nächte ihre Zelte aufschlagen und von hier aus ihre Wanderungen oder Radtouren ins Schutzgebiet starten.

Dieses neue Angebot des Nationalparks Bayerischer Wald ist kostenlos, jedoch ist eine vorherige Anmeldung beim Haus zur Wildnis nötig. (Tel.: 09922 5002-0; Mail: hzw@npv-bw.bayern.de)



Wo queren Amphibien die Nationalparkstraße?

Auf insgesamt vier Kilometern Länge werden aktuell entlang der Nationalparkstraße Amphibienschutzzäune aufgestellt. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Auf vier Kilometern Länge soll geklärt werden, wo im Zuge der Straßensanierung Durchlässe gesetzt werden

Amphibienschutzzäune sind im Nationalpark Bayerischer Wald in jedem Frühjahr ein gewohntes Bild, etwa in der Bergerau bei St. Oswald oder an der Deffernik bei Ludwigsthal. Doch neben den bekannten Orten stehen heuer erstmals auch Zäune an der Nationalparkstraße zwischen Spiegelau und Neuschönau. Dabei geht es nicht nur um das Offensichtliche, also die Wanderhilfe für Kröten, Frösche und Molche, sondern auch um die langfristige Sicherheit der Tiere.

„Es ist ein kleines Forschungsprojekt“, erklärt Christoph Heibl, stellvertretender Leiter des Sachgebiets Naturschutz und Forschung im Nationalpark Bayerischer Wald. „Wir schauen an drei Stellen, wo die Wanderrouten der Tiere genau verlaufen.“ Deswegen sind die Eimer auf insgesamt vier Kilometern Länge Strecke nummeriert. „Um festzustellen, wo die meisten Amphibien ankommen.“ Dort sollen dann im Zuge der Sanierung der Nationalparkstraße dauerhafte Durchlässe eingebaut werden. „Das sind dann feste Tunnels, durch die Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Co. die nächsten Jahrzehnte ohne Gefährdung durch den Straßenverkehr wandern können“, sagt Heibl. Diese etwa 70 auf 100 Zentimeter großen Betonprofile, die unten offen sind, würden aber durchaus auch von anderen Tieren genutzt, etwa von Spitzmäusen, Bibern oder Fischottern.

Diese Woche startete der Aufbau in der Nähe von Riedlhütte unter Federführung des Nationalpark-Naturschutztrupps. Beteiligt waren aber auch Mitarbeiter vom Servicezentrums Lusens und von der Nationalparkwacht sowie Forstwirts-Auszubildende, Praktikanten und Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr. Sobald die Wanderungen der Amphibien zu den Laichgewässern begonnen haben, werden die in der Erde vergrabenen Eimer zweimal täglich kontrolliert, um die darin gesammelten Tiere auf die andere Straßenseite zu bringen.



Erneute Auszeichnung für Wanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald

Nahmen die Urkunden gerne entgegen, (von links) Nationalpark-Ranger Thomas Drexler, Teresa Schreib (Tourismus und Regionalentwicklung) und Nationalpark-Ranger Roland Ertl (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Deutscher Wanderverband zertifiziert fünf Rundwege als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“

Der Deutsche Wanderverband hat erneut fünf beliebte Rundwanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald mit der Urkunde „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet. Nach einer ersten Zertifizierung vor rund drei Jahren überzeugten die Nationalparkwege damit schon zum zweiten Mal. Das Qualitätssigel gab es für die Rundwanderwege Ameise, Buntspecht, Bussard, Eisvogel und Flusskrebs. Diese wurden etwa als besonderer Familienspaß, regionaler Genuss oder als besonderes Naturvergnügen ausgezeichnet.

Das Prädikat „Traumtour“ erhielt der rund acht Kilometer lange Rundweg Eisvogel westlich von Mauth. Die Route entlang des Reschbachs, über die Steinbachklause und das Seefilz zur Großen Kanzel, sei auch für weniger geübte Wanderer und Familien gut zu bewältigen und biete unterwegs immer wieder die Gelegenheit sich über die Besonderheiten des Nationalparks zu informieren, steht in der Beurteilung des Wanderverbands.

Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl zeigt sich erfreut über die erneute Auszeichnung. „Egal ob sportliche Wanderer oder Familien mit Kindern – möglichst jeder soll unsere Waldwildnis besuchen können und hautnah erleben was passiert, wenn der Mensch nicht mehr in die Natur eingreift. Das zeigt sich entlang unserer ausgezeichneten Rundwanderwege sehr eindrucksvoll. Deshalb freut es mich sehr, wenn auch der Deutsche Wanderverband die Routen als besonders erlebenswert einstuft.“

Wegen Corona wurde die Verleihung der Zertifikate „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ in diesem Jahr digital abgehalten. Über die Plattformen Facebook und Youtube wurden die über 100 ausgezeichneten Wanderwege in ganz Deutschland bekannt gegeben und detailliert vorgestellt. Nach 2019 sind die fünf Rundwanderwege im Nationalpark Bayerischer Wald erneut auf dieser exklusiven Liste.


Wölfin aus dem Šumava streift durch den Nationalpark

Die besenderte Jungwölfin konnte im Lusenbereich mit einer Fotofalle nachgewiesen werden. (Foto: NPV)

Jungtier ist auf der Suche nach einem eigenen Revier – Nachweis auch via Fotofalle

In den zurückliegenden vier Wochen hat sich eine vom Nationalpark Šumava besenderte junge Wölfin vorzugsweise im Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald aufgehalten. Dies konnte nicht nur durch die aktuellen Positionen, die das GPS-Halsband sendet, nachgewiesen werden. Die Wölfin wurde im Lusengebiet auch von einer Fotofalle dokumentiert.

„Die junge Wölfin hat sich von ihrem Rudel getrennt und sucht nun ein Streifgebiet“, erklärt Prof. Marco Heurich, im Nationalpark Bayerischer Wald zuständiger Sachgebietsleiter für das Wildtiermonitoring. Dass Wölfe von Menschen beobachtet werden können, ist eher eine seltene Ausnahme.

Damit auch die Nutztiere, die innerhalb des Nationalparkgebiets gehalten werden, geschützt sind, wirbt die Nationalparkverwaltung ganz offensiv für Herdenschutzmaßnahmen des Freistaates Bayern. „Es ist unser Ziel, die Rückkehr des Wolfes in unserer Region möglichst konfliktarm zu gestalten“, berichtet Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Betroffene Nutztierhalter können sich Maßnahmen zum Herdenschutz gegen Übergriffe durch den Wolf fördern lassen. Anträge können bei den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gestellt werden.

Bis dato sind sowohl auf dem Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald als auch des Šumavas zwei Wolfsrudel aktiv. Die besenderte Jungwölfin stammt vom Ruda-Rudel ab, das beidseits der Grenze lebt und auch das Falkenstein-Gebiet nutzt. Im östlichen Bereich hat das Srní-Rudel seine Streifgebiete. Dieses Rudel ist aus dem Wolfspaar hervorgegangen, das im Jahr 2017 erstmals seit 150 Jahren in Bayern Nachwuchs gezeugt hat. In Tschechien selbst konnten noch zwei weitere Rudel sowie ein standorttreues Paar nachgewiesen werden.

Auftanken in der Wildnis


E-Bike-Fahrer können den Akku ihres Rades ab sofort kostenfrei an der Racheldiensthütte aufladen. (Foto: Hans-Georg Simmet/Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark stellt E-Bike Ladestation an der Racheldiensthütte auf

Auch im Nationalpark Bayerischer Wald sind immer mehr Besucher mit E-Bikes unterwegs. Damit diese ihren fahrbaren Untersatz auch während einer längeren Radtour auftanken können, hat die Nationalparkverwaltung an der Racheldiensthütte nun E-Bike-Ladestationen errichtet. Bis zu acht Akkus können hier gleichzeitig geladen werden, die Benutzung ist kostenlos.


nationalpark_aktuell.txt · Zuletzt geändert: 2022/12/08 10:14 von gfreund

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