Das Wiki für den Bayerischen Wald

Nationalpark aktuell

Geführte Wanderungen, Radtouren und sonstiges Aktuelles rund um den Nationalpark Bayerischer Wald



Sturmschäden im Nationalpark

Sturmschäden im Nationalpark

Besucher müssen teils mit erheblichen Einschränkungen rechnen

Der Sturm des vergangenen Tages hat auch im Nationalpark Bayerischer Wald Schäden verursacht. Besucher müssen auf der gesamten Fläche teils mit erheblichen Einschränkungen rechnen und werden gebeten, gegebenenfalls auf Sperrungen zu achten.








Jugendwaldheim sucht neuen Betreiber der Küche

Für das Jugendwaldheim bei Glashütte wird ein neuer Küchenbetreiber gesucht. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober – Exposé auf der Homepage

Die Nationalparkverwaltung sucht ab dem 1. Januar 2022 einen neuen Betreiber der Küche im Jugendwaldheim Wessely-Haus. Interessenten können sich bis zum 31. Oktober 2021 darum bewerben.

Konzeptioniert ist das Jugendwaldheim vornehmlich für Schulklassen der 3. bis 12. Jahrgangsstufe, aber auch Aufenthalte von Studenten, Leistungskursen oder Fachakademien sind die Regel. Im Jugendwaldheim müssen bis zu 60 Personen mit Frühstück, Mittagessen oder Lunchpaket sowie Abendessen versorgt werden. Dafür sollten vor allem saisonale Produkte aus der Region oder aus biologischem Anbau verwendet werden, wünschenswert sind Gerichte, die überwiegend vegetarisch ausgerichtet sind. Die verwendeten Lebensmittel sowie die Zubereitung des Essens sollen dem Grundgedanken des „nachhaltigen Wirtschaftens“ entsprechen. Die Belegungszeiten im Jugendwaldheim sind über das ganze Jahr verteilt. Schulklassen kommen in der Regel von Montag bis Freitag, Wochenendbelegungen stellen die Ausnahme dar.

Alle weiteren Informationen, unter anderem zu den Bewerbungskriterien sowie zum Jugendwaldheim selbst, sind in einem Exposé auf der Homepage des Nationalparks Bayerischer Wald unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de einsehbar. Auskünfte erteilt Jan Günther, der Leiter des Jugendwaldheimes, unter 08558-96 05 13 sowie per Mail an jan.guenther@npv-bw.bayern.de.


Vortrag zum Flussperlmuschel-Schutz

Die Flussperlmuschel ist ein Indikator für naturnahe Mittelgebirgsbäche.  (Foto:  Landschaftspflegeverband Passau)

Am Donnerstag, 28. Oktober: Marco Denic referiert im Hans-Eisenmann-Haus über die bedrohte Art

Die Flussperlmuschel hat seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dramatische Bestandsrückgänge zu verzeichnen und droht vollständig aus Mitteleuropa zu verschwinden. Mit ihr würde nicht nur ein regionales Kulturgut, sondern vor allem auch eine Schlüsselart und ein hochsensibler Indikator für saubere, naturnahe Mittelgebirgsbäche verloren gehen. Deswegen engagieren sich bundesweit wie regional mehrere Initiativen, um die Muschel zu erhalten. Am Donnerstag, 28. Oktober, gibt Dr. Marco Denic vom Landschaftspflegeverband Passau um 18 Uhr im Neuschönauer Hans-Eisenmann-Haus dazu im Rahmen der wissenschaftlichen Vortragsreihe des Nationalparks Bayerischer Wald spannende Einblicke.

Im Projekt ArKoNaVera, das 2015 startete, wurde über ein Nachzuchtprogramm dafür gesorgt, dass wieder Jungmuscheln zur Verfügung stehen, mit denen die Bestände erstmals seit Beginn der Schutzbemühungen stabilisiert werden konnten. Daneben wurden verschiedene Maßnahmen zur Wiederherstellung eines geeigneten Lebensraums umgesetzt und einzelne Gewässerabschnitte renaturiert. Mit dem Anschluss-Projekt MARA sollen nun die nächsten Schritte auf dem Weg zu intakten Flussperlmuschelbeständen getan werden.

Der Vortrag gibt einen anschaulichen Überblick über die Bedeutung der Flussperlmuschel für die Bayerwaldbäche, die ersten Erfolge im Projekt ArKoNaVera sowie die bestehenden Herausforderungen, die in den kommenden Jahren mit dem Projekt MARA gemeistert werden sollen.

Der Eintritt ist frei. Da die Teilnehmerzahl coronabedingt beschränkt ist, ist eine Anmeldung unter wgm@npv-bw.bayern.de oder 08552/974 8890 erforderlich. Der Vortrag kann auch ab dem Tag nach der Veranstaltung auf dem YouTube-Kanal des Nationalparks angesehen werden.


Nationalpark-Podcast geht in die Verlängerung

Eine der ersten Gesprächspartnerinnen für Podcast-Host Christian Keim war Silvia Pflug, Nationalpark-Försterin in der Dienststelle Bayerisch Eisenstein. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Bei „Wildnis schafft Wissen“ gibt’s Einblicke in die Arbeit für das Schutzgebiet

Im vergangenen Winter lauschten über 22.000 Hörer den ersten Podcast-Folgen aus der grenzenlosen Waldwildnis. Nun geht die Reihe unter dem Motto „Wildnis schafft Wissen – Einblicke in den Nationalpark Bayerischer Wald“ in die Verlängerung. Während sich die erste Staffel speziell mit Forschungsthemen befasste, rückt die Fortsetzung nun ein breiteres Themenspektrum in den Fokus.

Die Podcast-Folgen werden in Zusammenarbeit mit dem Passauer Lokalradiosender Unser Radio produziert, der Teile der Folgen auch im Programm ausspielt. Dabei spricht Moderator Christian Keim unter anderem mit Silvia Pflug, der ersten Nationalpark-Försterin, mit Hans-Eisenmann-Leiter Christian Binder, Umweltpädagoge Thomas Michler oder mit Julia Zink, die beim Nationalpark für das digitale Besuchermanagement zuständig ist.

Die erste Folge ging bereits am Donnerstag auf der Homepage des Nationalparks, dem angeschlossenen YouTube-Kanal sowie auf allen gängigen Podcast-Portalen online. Im dreiwöchigen Turnus werden Abonnenten dann mit neuen Folgen versorgt. Direkt zum Podcast gelangt man via www.np-bw.de/podcast.


Behinderungen rund um die Reschbachstraße

Mauth

Ab Montag, 11. Oktober dreiwöchige Bauarbeiten – Wanderer und Radfahrer müssen bis Ende Oktober Umwege in Kauf nehmen

Ab Montag, 11. Oktober, kommt es auf der Reschbachstraße bei Mauth zwischen der Einmündung in die Nationalparkstraße und der Schustersäge wegen Bauarbeiten zu Behinderungen. Damit ist für zirka drei Wochen bei den umliegenden Wander- und Radwegen mit Einschränkungen zu rechnen.

Ab Montag, 11. Oktober, werden Vorbereitungsmaßnahmen durchgeführt, wofür noch keine Komplettsperrung notwendig ist und auch die beiden Parkplätze Jägerstraßl und Sandriegel noch angefahren werden können. Es muss lediglich mit Behinderungen gerechnet werden.

Ab Montag, 18. Oktober, wird die Reschbachstraße inklusive der Parkplätze Jägerstraßl und Sandriegel gesperrt. Die Parkplätze Schwarzbachbrücke und Oberes Reschbachtal sind hingegen aus nördlicher Richtung weiter erreichbar. Wanderer und Radfahrer können in dieser Woche den Parkplatz Dreikönigs-Loipe in Mauth nutzen und an der Baustelle vorbei über das Jägerstraßl das Wegenetz erreichen.

Ab Montag, 25. Oktober, ist diese Querung aufgrund der Vollsperrung der Straße nicht mehr möglich. Die Wanderregion westlich von Mauth kann in diesem Zeitraum nur über das Obere Reschbachtal mit den Parkplätzen Schwarzbachbrücke und Oberes Reschbachtal oder über das Felswandergebiet bei Glashütte erreicht werden.

Wanderern auf dem Goldsteig wird empfohlen, ab dem Tummelplatz der Wanderlinie „Arnika“ ins Obere Reschbachtal zu folgen. Über die Markierung „Hauptwanderweg“ (Drei Bäume) ist die Wanderlinie „Via Nova“ erreichbar, die zurück nach Mauth und auf die Route des Goldsteiges führt. Vor Ort wird mit Schildern auf die gesperrten Bereiche hingewiesen.


Neue Corona-Vorschriften im Haus zur Wildnis

Neue Corona-Vorschriften

In Innengastronomie, im Kino und bei Führungen ist 3-G-Nachweis notwendig

Die geänderten Corona-Schutzmaßnahmen wirken sich auch auf den Betrieb im Haus zur Wildnis in Ludwigsthal aus. Nachdem die Inzidenz im Landkreis Regen über 35 liegt, ist ein Zutritt zur Innengastronomie nur für Besucher möglich, die geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Auch bei der Teilnahme an Indoor-Führungen durch die Nationalparkeinrichtung, bei Kinovorführungen sowie bei der Nutzung des Kinder-Erlebnisraumes ist einer dieser Nachweise erforderlich. Vorgelegt werden muss er an der Info-Theke im Haus zur Wildnis. Generell besteht im Inneren des Gebäudes FFP2-Maskenpflicht. Kinder unter sechs Jahren sind von der Maskenpflicht befreit, Kinder und Jugendliche im Alter bis 16 Jahren müssen nur eine Alltagsmaske tragen. Die bisher erfolgte Kontaktdatenerhebung bleibt bestehen.

Mehr Informationen gibt es auch auf der Homepage unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de sowie im Haus zur Wildnis unter der Telefonnummer 09922 5002-0.


Mit dem Luchs in Ingolstadt

Dem Nationalparkstand statteten am letzten Öffnungstag der diesjährigen Landesgartenschau zahlreiche Gäste einen Besuch ab. (Foto: Josef Wanninger/Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark präsentierte sich als Vorbote auf Landesgartenschau 2023 in Freyung

Ein Luchs sonnt sich vor ein paar Bäumchen, während ein Schwarzspecht in der Nähe an einem toten Baumstamm sitzt. Dieser Anblick ist schon im Nationalpark Bayerischen Wald selten. Umso ungewöhnlicher war er vergangenes Wochenende in Ingolstadt.

Wer auf der Landesgartenschau den Stand des Nationalparks besuchte, konnte sich diese Szenerie der Waldwildnis jedoch einmal genauer anschauen. An den präparierten Tieren staunten die Besucher nicht schlecht darüber, wie groß die Luchse und vor allem deren Pfoten sind. Wer sich den Luchs genau angeschaut hatte, konnte danach mit Leichtigkeit alle Fragen am Glücksrad beantworten und einige Erinnerungsstücke gewinnen.

Für den Nationalpark war der diesjährige Auftritt auch eine Einstimmung auf die Landesgartenschau in der Region – genauer gesagt 2023 in Freyung. Auch das Wetter spielte mit, was nicht nur die Standbetreuerinnen Katharina Wipplinger, Sofie Hofbauer, beide Teilnehmerinnen am Freiwilligen Ökologischen Jahr, und Commerzbank-Umweltpraktikantin Lea Gerhäußer freute: „Bei Sonnenschein macht die Öffentlichkeitsarbeit am Stand gleich viel mehr Spaß! Wir kamen mit vielen Menschen ins Gespräch und es ist richtig Interessant, welche Erinnerungen und Erfahrungen diese mit dem Nationalpark verknüpfen“, so das Trio.


Wanderweg zwischen Graupsäge und Waldhäuser gesperrt

Waldhäuser

Ab Montag, 11. Oktober wegen Kanal-Bauarbeiten voraussichtlich bis Mitte November gesperrt.

Der Wanderweg mit den Markierungen „Fichte“ und „Goldener Steig“ zwischen Waldhäuser und Graupsäge ist ab Montag, 11. Oktober, für voraussichtlich fünf Wochen komplett gesperrt. Der Grund ist der Bau einer Kanalleitung von Altschönau bis nach Waldhäuser.

Vor Ort wird mit Schildern auf den gesperrten Bereich hingewiesen.








Neue Wohnmobil-Stellplätze in Scheuereck

Eröffneten den Wohnmobil-Stellplatz: Nationalparkleiter Franz Leibl (v.l.), Bürgermeister Gerd Lorenz und die beim Bau beteiligten Nationalpark-Mitarbeiter Bärbel Sagmeister, Reinhold Gaisbauer, Ingo Brauer und Manfred Feucht. (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald)

Angebot des Nationalparks startet an zweiter Stelle – Zeltplätze sollen folgen.

Neben den Stellplätzen am Parkplatz des Nationalparkzentrums Falkenstein bei Ludwigsthal hält der Nationalpark Bayerischer Wald ab sofort einen zweiten Ort bereit, an dem Wohnmobil-Urlauber Halt machen können. Im Weiler Scheuereck unterhalb des Großen Falkensteins stehen nun ebenfalls vier Stellplätze zur Verfügung. Inmitten der entstehenden Waldwildnis können Camping-Gefährte hier maximal zwei Nächste stehen bleiben. Die Nutzung ist kostenlos.

Eröffnet wurden die Stellplätze im Beisein von Lindbergs Bürgermeister Gerd Lorenz, der sich besonders freute, dass seine Gemeinde bei der neuen Einrichtung bedacht wurde. Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl lobte vor allem, dass die Einrichtung des Platzes so zügig vonstattenging. Nun habe man noch mehr Angebot für eine steigende Nachfrage in diesem Bereich geschaffen. Direkt neben den in einen Wanderparkplatz integrierten Stellplätzen sind noch Flächen für Zelte geplant. Da dort jedoch erstmal noch Gras und Pflanzen anwachsen müssen, können diese erst nächstes Jahr genutzt werden.

Vor Ort werden die Urlauber über die Nutzungsbedingungen informiert. So ist eine Vorab-Anmeldung beim Haus zur Wildnis via 09922/5002-0 oder hzw@npv-bw.bayern.de notwendig, spätestens bis 17 Uhr des Abstellbeginns. Zwei Nächte in Folge darf dann in Scheuereck Halt gemacht werden. Eine Versorgungs- und Entsorgungsstation ist nicht vorhanden. Genutzt werden darf der Platz nur im Sommerhalbjahr – von 1. April bis 15. November.


Keine Kontaktdatenerhebung mehr in den Tier-Freigeländen

Hinweistafeln helfen den Besuchern in den Nationalparkzentren bei der Orientierung

Ab sofort müssen in den Tier-Freigeländen des Nationalparks in Ludwigsthal und in Neuschönau keine Kontaktdaten mehr erhoben werden. Die Landratsämter in Freyung-Grafenau und Regen haben dem Antrag auf eine Ausnahmereglung zugestimmt. Eine Kontaktdatenerhebung ist nach wie vor im Hans-Eisenmann-Haus, im Haus zur Wildnis, im Waldgeschichtlichen Museum, in der Gastronomie der Nationalparkzentren sowie beim Besuch des Baumwipfelpfades erforderlich.












Digitale Schnitzeljagd durchs Tier-Freigelände

Digital kann man im Tier-Freigelände Falkenstein nun „Auf Schatzsuche mit dem Schratzl“ gehen. (Foto: Paula Feuchtmeyer/Nationalpark Bayerischer Wald)

Knifflige Rätsel und Fragen für Kinder ab sieben Jahren im Nationalparkzentrum Falkenstein

Welche Tiere leben im Totholz? Welcher Vogel hat eine sehr lange Zunge und Ameisen zum Fressen gern? Und warum tragen manche Luchse Halsbänder? Im Tier-Freigelände Ludwigsthal können kleine Nationalparkfans ab sieben Jahren nun auf Entdeckerrallye gehen – und zwar mit dem Handy. Unter dem Motto „Auf Schatzsuche mit dem Schratzl“ gilt es, eine digitale Schnitzeljagd zu meistern.

Entwickelt wurde die Rallye von Paula Feuchtmeyer, die derzeit im Nationalpark ein freiwilliges ökologisches Jahr absolviert. Bei der Schatzsuche erwarten die Kinder knifflige Rätsel und Fragen rund um den Nationalpark und seine tierischen Bewohner, wie Wolf, Wildpferd und Luchs. Wenn alle Fragen gemeistert sind, gibt es als Belohnung einen Schatz – aber Achtung, auch dieser muss gesucht werden.

Um die zirka eineinhalb Stunden dauernde Rallye auf dem Handy starten zu können, ist der Download der kostenlosen App „Actionbound“ notwendig. Beim Startpunkt am Servicegebäude des Nationalparkzentrums Falkenstein beim Parkplatz an der B11 ist ein Plakat mit einem QR-Code zu finden, der über die App gescannt werden kann. Es ist auch möglich, die Rallye bereits zuhause über die Suchfunktion der App herunterzuladen.


Immer mehr Wildcamper im Nationalpark

Viele Wildcamper schlagen ihr Zelt mitten in der Kernzone auf. Auch Lagerfeuer werden oftmals entzündet – ohne einen Gedanken an die Waldbrandgefahr zu verschwenden.(Foto: Nationalparkwacht Bayerischer Wald)

Zelte und Lagerfeuer mitten in der Kernzone – Streifen der Ranger ausgeweitet

Mit einem großen Problem sehen sich die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald derzeit konfrontiert, und zwar mit Wildcampern. „Immer mehr Besucher übernachten bei uns im Schutzgebiet, obwohl dies verboten ist“, erklärt Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem unsere Ranger niemanden erwischen.“

Die einen sind mit Zelt ausgestattet, den anderen reicht ein Schlafsack, mit dem sie in den Schutzhütten übernachten – die Mitarbeiter der Nationalparkwacht finden ständig andere Szenarien an den vermeintlichen Übernachtungsplätzen, die oftmals mitten im Kerngebiet liegen, vor. Immer wieder werden auch Lagerfeuer im Wald angezündet. „Das ist nicht nur verboten, sondern aufgrund der Waldbrandgefahr unverantwortlich“ so Leibl. Wenn die Wildcamper zur Rede gestellt werden, erklären sie meist, dass sie etwas in der Wildnis erleben wollen. „Wir sind aber ein Schutzgebiet und kein Abenteuerspielplatz.“

Im Nationalpark hat sich durch die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ eine einmalige Artenvielfalt entwickelt. Seltene Tiere wie Luchs, Fischotter, Auerhuhn oder Habichtskauz finden hier wieder ein Zuhause. Nachdem der Druck durch Wanderer in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen hat, ist es für die Tier- und Pflanzenwelt wichtig, zumindest nachts keinen Störungen zu unterliegen. „Werden empfindliche Tiere durch grelle Stirnlampen oder laute Geräusche aufgeschreckt, erhöht das deren Stresslevel signifikant und kann äußerst negative Auswirkungen haben“, so Leibl. „Personen, die unerlaubt im Nationalpark übernachten, handeln nicht nur gegen die geltenden Nationalparkregeln, sie stören mit ihrem Verhalten in erster Linie die dort lebenden Arten.“

Die Nationalparkverwaltung reagiert nun verstärkt auf dieses Problem und weitet die Streifengänge der Ranger auch auf die Nachtstunden aus. Wer erwischt wird, dessen Daten werden an die Landratsämter Freyung-Grafenau und Regen weitergeleitet, eine Anzeige sowie ein Bußgeld sind die Folge.

Möglichkeiten mit Zelten zu übernachten werden im Übrigen derzeit von der Nationalparkverwaltung in der Nähe des Hirschgeheges bei Scheuereck geschaffen. Ebenso sollen dort in Zukunft Camper Stellplätze nutzen können.


Drei junge Falken fliegen im Höllbachgespreng aus

Drei junge Falken sind im Höllbachgespreng ausgeflogen. (Foto: Michael Pscheidl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Brut war erfolgreich – Sperrung des Wanderwegs ab Freitag aufgehoben

Eine gute Nachricht gibt es aus dem Höllbachgespreng unterhalb des Großen Falkensteins zu vermelden: Die Wanderfalken waren mit ihrer Brut erfolgreich. Drei Jungvögel sind aus dem Nest geflogen.

Jochen Linner, Naturschutzbeauftragter des Nationalparks Bayerischer Wald, freut sich sehr über diesen Erfolg und bedankt sich in erster Linie bei den verständnisvollen Wanderern. „Um den Falken die Chance auf eine erfolgreiche Brut zu geben, haben wir wie nahezu jedes Jahr den Wanderweg durch das Höllbachgespreng gesperrt.“ Die Besucher des Nationalparks haben sich vorbildlich an die Betretungsregelung gehalten.

Um die Falken und den Bruterfolg verfolgen zu können, haben Ranger der Nationalparkwacht den Horst in regelmäßigen Abständen beobachtet. Auch Mitarbeiter des Landesbundes für Vogelschutz sind immer mit eingebunden. „Allerdings sind sie dabei sehr vorsichtig vorgegangen, um die Vögel nicht zu stören“, sagt Linner. Letztendlich konnte vor rund zwei Wochen beobachtet werden, wie drei Jungvögel ausgeflogen sind. Daher kann die Sperrung des Wanderwegs durch das Höllbachgespreng am Freitag, 18. Juni, aufgehoben werden. Wanderer können dann auch wieder über diesen Abschnitt den Falkenstein erreichen.

In diesem Zusammenhang weist Linner noch einmal auf das Wegegebot hin, das in Teilen des Nationalparks gilt. „Zum Schutz gefährdeter Arten ist ein Verlassen der markierten Wege im Kerngebiet nicht gestattet.“ Auch in anderen Bereichen des Nationalparks gebe es Brutplätze. Hier handle es sich vor allem um die Lebensräume des Auerhuhns oder um Moore. „Die Wanderer können durch ihr Verhalten dazu beitragen, dass wir den Tieren eine Chance geben, ihren Nachwuchs groß zu ziehen.“


Stabswechsel im Jugendwaldheim

Als Rita Gaidies 2008 die Leitung des Jugendwaldheims übernahm, war Jan Günther ihr Zivi. Nun übernimmt er selbst den Chefposten. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Büro mit Alpenblick: Auf Rita Gaidies folgt ihr Ex-Zivi Jan Günther

Den Blick auf Kreuzberg und die Alpen vermisst Rita Gaidies jetzt schon ein bisschen. „Wer hat denn auch schon so einen Arbeitsplatz“, sagt die 64-jährige Pädagogin, die sich seit kurzem im Rentenstand befindet. Seit Anfang Mai genießt nämlich Jan Günther (32) die tolle Aussicht aus dem Büro im Jugendwaldheim bei Glashütte. Ihr Nachfolger ist kein Unbekannter in der Einrichtung des Nationalparks Bayerischer Wald. 2008 war er hier schon Zivi. Damals war seine Vorgängerin frisch im Amt.

Der Zeitpunkt des Stabswechsels ist ein ruhiger. Noch hält die Umweltbildungseinrichtung einen coronabedingten Dornröschenschlaf. „Da ist es etwas schwierig, einen Schlussstrich zu ziehen“, erzählt Gaidies, die gern noch viele Belegungen abgewickelt hätte. „Schon allein, um mich auch von vielen Stammgästen persönlich zu verabschieden. Mit einigen Lehrern ist über die Jahre eben schon eine Freundschaft entstanden.“ Seit 1984 war die ausgebildete Lehrerin beim Nationalpark beschäftigt, zunächst im Hans-Eisenmann-Haus und im Wildniscamp. 2008 folgte dann der Wechsel auf den Leitungsposten im Jugendwaldheim. Just in diesem Jahr war Jan Günther ihr Zivildienstleistender.

„In dieser Zeit habe ich gemerkt, diese Arbeit gefällt mir, das will ich später einmal machen, hoffentlich auch an so einem tollen Arbeitsplatz“, so Jan Günther. „Dass es genau dieser Job wird, hätte ich mir damals aber nicht träumen lassen.“ Zuletzt war er in der Jugendherberge in Waldhäuser beschäftigt, studiert hat er unter anderem Regionalentwicklung und Naturschutz mit Schwerpunkt Umweltbildung. Den Start in die neue Aufgabe hätte sich aber auch der 32-Jährige anders vorgestellt. „So ist der Anfang zwar entspannter, aber klar, der Ort lebt von den Kindern.“

Seiner Vorgängerin waren genau diese Begegnungen immer wieder Antrieb und Motivation zugleich. „Wenn man nach einer Woche Aufenthalt von den Schülern so viele positive Rückmeldungen bekommt, weiß man ganz genau, warum man diese Arbeit macht“, blickt Rita Gaidies zurück. Um die Schulklassen und Studentengruppen fachgerecht zu betreuen, haben sie und ihr Team nicht nur ständig an den pädagogischen Programmen gefeilt, auch die Rahmenbedingungen wurden stets optimiert. „Ich habe eigentlich immer gebaut“, sagt die 64-Jährige mit einem Schmunzeln. In ihrer Amtszeit ist der Anbau mit Seminar- und EDV-Raum entstanden, aber auch allerlei Ausstattung im Außengelände, zuletzt regensichere Unterstandshütten für Outdoor-Programme bei Schlechtwetter.

Auch ihr Nachfolger darf sich von Anfang an in der Rolle als Bauherr fühlen. Der Neubau des Speisesaal-Trakts steht für die nahe Zukunft an. Derweil hofft Jan Günther aber, baldmöglichst wieder Gäste begrüßen zu dürfen. Dabei ist er überzeugt: „Bessere Bedingungen wie hier, um Umweltbildung direkt in der wilden Waldnatur zu betreiben, gibt’s wohl nirgends. Wo sonst kann man zum Beispiel auf eine eigene Forschungsabteilung oder eine ehrenamtliche Waldführer-Mannschaft zurückgreifen.“


Auch Nationalparkzentrum Lusen fast im Normalbetrieb

Hinweistafeln helfen den Besuchern in den Nationalparkzentren bei der Orientierung

Anmeldepflicht entfällt ab Mittwoch 2.Juni – Führungen im Landkreis Freyung-Grafenau ohne negativen Coronatest möglich

Das Landratsamt Freyung-Grafenau hat am Montag festgestellt, dass die Inzidenz als stabil unter 50 gilt. Somit treten ab Mittwoch, 2. Juni, weitere Erleichterungen in Kraft, die auch vom Nationalpark Bayerischer Wald umgesetzt werden. So kann das Waldgeschichtliche Museum St. Oswald sowie das Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau mit dem dortigen Tier-Freigelände, dem Hans-Eisenmann-Haus und dem Baumwipfelpfad nahezu wieder in den Normalbetrieb wechseln.

Aufgehoben werden am Mittwoch die Sperrungen der Nebeneingänge des weitläufigen Nationalparkzentrums, da keine Anmeldung mehr notwendig ist und Kontaktdaten der Besucher nur noch in der Gastronomie erfasst werden müssen. Somit ist nun unter anderem auch ein Zugang über die Parkplätze sowie die Igelbushaltestelle bei Altschönau wieder möglich. Die üblichen Hygieneregeln gelten jedoch weiterhin. Das heißt: Die Abstände zueinander sind einzuhalten. Darüber hinaus gilt in den Innenbereichen sowie auf den Aussichtskanzeln der Gehege eine Personenbeschränkung sowie eine FFP2-Maskenpflicht ab 15 Jahren. Bei Kindern von 6 bis 14 Jahren reicht ein Mund-Nasen-Schutz.

Ab Mittwoch ist zudem die Teilnahme am Führungsbetrieb des Nationalparks im Landkreis Freyung-Grafenau vereinfacht möglich. Teilnehmende müssen dann keinen negativen Coronatest, Genesenennachweis oder Impfnachweis mehr vorzeigen. Außerdem starten die beiden Führungen „Zu Käuzen, Bär und Otter“ nun wieder jeden Dienstag und Freitag am Eingang zum Tier-Freigelände bei Altschönau. Anmeldungen zu allen Führungen sind weiter verpflichtend beim Nationalpark-Führungsservice – 0800 0776650 – nötig.

Im Landkreis Regen mit dem im Nationalparkzentrum Falkenstein gelegenen Haus zur Wildnis traten diese Erleichterungen bereits vergangenes Wochenende in Kraft. Alle Infos zu den aktuellen Einschränkungen in den Nationalparkeinrichtungen werden tagesaktuell unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de veröffentlicht.


Weitere Nationalparkeinrichtungen öffnen

Hinweistafeln helfen den Besuchern in den Nationalparkzentren bei der Orientierung

Hans-Eisenmann-Haus und Haus zur Wildnis ab Freitag auf – Führungsbetrieb läuft wieder an

Die Corona-Situation in den beiden Nationalpark-Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen entspannt sich zunehmend. Somit können weitere Einrichtungen des Schutzgebiets öffnen. Ein Überblick:

Nationalparkzentren: Neben den Tier-Freigeländen öffnen ab Freitag, 28. Mai, auch das Hans-Eisenmann-Haus bei Neuschönau und das Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal, wobei hier aufgrund der laufenden Baumaßnahme nur die obere Etage zugänglich ist. Beide Häuser stehen Besuchern dann täglich von 9 bis 17 Uhr zur Verfügung – inklusive der Außenbereich der dortigen Gastronomie-Betriebe als auch den Nationalparkläden. In den Innenbereichen besteht FFP2-Maskenpflicht ab 15 Jahren. Selbiges gilt für die Parkplätze und Aussichtskanzeln der Tier-Freigelände. Kinder von 6 bis 14 Jahren müssen dort eine Alltagsmaske tragen. Zudem müssen die Kontaktdaten erfasst werden. Dies wird über die Anmeldepunkte auf den Parkplätzen abgewickelt. Dort bekommen Besucher nach ihrer kostenlosen Registrierung einen Tagespass, der zum Besuch aller geöffneter Anlagen berechtigt. Der Eintritt für den Baumwipfelpfad ist wie üblich separat an der Kasse zu entrichten. Um den Anmeldevorgang vor Ort zu beschleunigen, empfiehlt der Nationalpark eine Online-Anmeldung bis zum Vortag des Besuchs über www.nationalpark-bayerischer-wald.de.

Waldgeschichtliches Museum: Das Museum in St. Oswald ist ab 28. Mai täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag. Kontaktdaten müssen vor Ort über Anmeldelisten hinterlassen werden. Die Maskenpflicht gilt analog zu den Nationalparkzentren.

Führungen: Der Führungsbetrieb startet am 28. Mai. Alle Veranstaltungen sind auf der Homepage des Nationalparks veröffentlicht. Auch Flyer und Plakate sind bereits an vielen Stellen einsehbar. Einzige Änderung zum gedruckten Programm: Die für jeden Dienstag und Freitag geplanten Führungen durch das Tier-Freigelände ab Altschönau werden räumlich verschoben und starten ebenfalls am Parkplatz P1 des Nationalparkzentrums Lusen bei Neuschönau. Generell gilt: Für alle Führungen bedarf es einer Anmeldung beim Nationalpark-Führungsservice unter der kostenlosen Rufnummer 0800 0776650. Es dürfen pro Führung maximal 15 Personen teilnehmen. In den Tier-Freigeländen wird die Anzahl aufgrund der räumlichen Bedingungen nochmals reduziert, auf 10 Personen. Bei viel Nachfrage wird dort versucht zwei parallel stattfindende Führungen zu organisieren. Alle Teilnehmer müssen eine FFP2-Maske mitführen, die aber nur beim Bezahlen sowie in den ausgewiesenen Bereichen der Tier-Freigelände getragen werden muss. Ansonsten ist auf die gängigen Abstandsregeln zu achten. Außerdem müssen aktuell alle Teilnehmer ab einem Alter von sechs Jahren einen maximal 24 Stunden alten Coronatest, einen Genesenen-Nachweis oder einen Impfnachweis vorlegen. Am P1 des Nationalparkzentrums Lusen ist eine Vor-Ort-Testung bis mindestens Sonntag, 30. Mai, möglich. Testen lassen kann man sich samstags und sonntags auch am Parkplatz des Nationalparkzentrums Falkenstein.

Racheldiensthütte: Die Einkehrmöglichkeit unterhalb des Rachelsees hat wieder täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Zunächst steht an der Racheldiensthütte aber nur der Biergarten zur Verfügung. Nur bei sehr schlechter Witterung bleibt geschlossen. Zur Anreise eignet sich der im Stundentakt verkehrende Igelbus.

Hinweis: Alle aufgeführten Regelungen gelten für den stabil unter 100 liegenden Inzidenzbereich, der aktuell in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen festgestellt wurde. Sobald die Inzidenz als stabil unter 50 gilt, können weitere Lockerungen in Kraft treten, über die die Nationalparkverwaltung gesondert berichten wird.


Tier-Freigelände öffnen für Besucher

Hinweistafeln helfen den Besuchern in den Nationalparkzentren bei der Orientierung

Eintritt unter Auflagen möglich – Öffnung Hans-Eisenmann-Haus und Haus zur Wildnis zum 28. Mai

Die Tier-Freigelände in den Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein sind seit Samstag, 22. Mai, von 9 bis 17 Uhr für Gäste geöffnet – allerdings unter bestimmten Auflagen.

Jeder, der die Einrichtungen besuchen will, muss nach der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung seine Kontaktdaten hinterlassen und erhält auch nur so ein kostenloses Tagesticket. Um Warteschlangen vor Ort zu vermeiden, hat die Nationalparkverwaltung die Möglichkeit einer Online-Buchung eingerichtet. Über die Homepage des Nationalparks können unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de vorab bequem alle Daten und die Anzahl der Begleitpersonen eingegeben werden. Wenn die maximale Anzahl an Tagesgästen erreicht ist, ist eine Buchung nicht mehr möglich. Die Buchungsbestätigung erhält der Gast per Mail. Diese muss in den Anmeldestationen auf den Hauptparkplätzen der Zentren vorgelegt werden. Im Nationalparkzentrum Lusen sind das der P1 und der P2 und im Nationalparkzentrum Falkenstein ist es der Parkplatz an der B11. Alle anderen Nebeneingänge und kleineren Parkplätze bleiben gesperrt.

Inzidenzabhängig ist auch die Vorlage eines negativen, höchstens 24 Stunden alten Coronatests, eines Nachweises über eine doppelte Impfung oder eine Genesungsbestätigung nötig. Dies ist derzeit nur im Nationalparkzentrum Lusen im Landkreis Freyung-Grafenau noch der Fall. Dort gibt es für Besucher an den Wochenenden und an den Feiertagen eine Corona-Testmöglichkeit vom Bayerischen Roten Kreuz. Letzter Einlass in die Tier-Freigelände ist um 16 Uhr. Die Zahl der Parkplätze ist begrenzt, eine Anreise ist auch mit dem Igelbus möglich.

Anders als in einem klassischen zoologischen Garten gilt die Maskenpflicht in den Tier-Freigeländen nur dort, wo viele Menschen zusammenkommen oder Mindestabstände nicht eingehalten werden können, wie zum Beispiel an den Aussichtskanzeln bzw. an entsprechend markierten Bereichen. Auf den sonstigen sehr weitläufigen Wegen besteht bei Einhaltung der Mindestabstände keine Maskenpflicht.

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks, freut es sehr, dass in die Besuchereinrichtungen nun wieder Leben einzieht. „Es ist uns in Abstimmung mit den Landratsämtern Freyung-Grafenau und Regen gelungen, ein Öffnungskonzept auf die Beine zu stellen.“ Problematisch war, dass die Tier-Freigelände nach den Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung als zoologische Einrichtungen gelten. „Wir haben aber keinen Zentraleingang, an dem wir alle Besucher registrieren können. Und unsere Gehegezone ist auch nicht eingezäunt.“ Dennoch ist die Nationalparkverwaltung dazu verpflichtet, die Kontaktdaten der Besucher zu erfassen und sicherstellen, dass sich nur registrierte Personen in den Zentren aufhalten.

Mit dem Tagesticket ist es auch möglich, ab Sonntag, 23. Mai, im Nationalparkzentrum Lusen ein Ticket für den Baumwipfelpfad zu kaufen. Ab dem 28. Mai ist es in Abstimmung mit den Gastronomen in den beiden Nationalparkzentren geplant, das Hans-Eisenmann-Haus sowie das Haus zur Wildnis zu öffnen. Dann ist mit dem Tagesticket auch dort der Zutritt möglich. Im Haus zur Wildnis ist allerdings wegen Bauarbeiten in der Ausstellungshalle lediglich die obere Ebene inklusive Laden zugänglich. Auch das Waldgeschichtliche Museum in St. Oswald öffnet am 28. Mai.

Generell ist eine Öffnung des Hans-Eisenmann-Hauses, des Haus zur Wildnis und des Waldgeschichtlichen Museums nur bei einer stabilen Inzidenz unter 100 möglich. Aktuelle Informationen dazu gibt es auf der Homepage des Nationalparks. In allen drei Häusern ist nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern zulässig, es gelten entsprechende Hygienekonzepte. Sollte eine Öffnung möglich sein, dürfen sich Besucher auf neue Ausstellungen freuen. Im Hans-Eisenmann-Haus gibt es bis zum 25. Juli Bilder von Michael Morasch unter dem Motto „Wild und gefährdet. Heimische Orchideen“ zu sehen, im Waldgeschichtlichen Museum stellt Gabi Hanner bis zum 19. September Bilder zum Thema „Der gefühlte Wald“ aus.


„Der wilde Wald“ feiert Premiere beim renommierten Münchner DOK.fest

Der Film „Der wilde Wald“ widmet sich dem ältesten deutschen Nationalpark.  (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald

„Der wilde Wald“ feiert Premiere beim renommierten Münchner DOK.fest. Das Festival findet noch bis 23. Mai als reines Digital-Event statt.

Coronabedingt musste die Premiere des Kinofilms „Der wilde Wald“ letztes Jahr verschoben werden. Nun aber ist die cineastische Hommage an den Nationalpark Bayerischer Wald erstmals zu sehen. Der Dokumentarfilm, der im Zuge des 50. Geburtstags des Schutzgebiets entstand, ist beim renommierten Münchner DOK.fest im Programm. Das Festival findet noch bis 23. Mai als reines Digital-Event statt. Filmtickets sind über www.dokfest-muenchen.de buchbar.

„Der Film ist ein Plädoyer für mehr wilde, unberührte Natur und damit auch für mehr Artenvielfalt im Kampf gegen den Klimawandel“, sagt Regisseurin Lisa Eder, selbst gebürtige „Waidlerin“. Vier Jahre lang war sie mit bis zu vier Kamerateams gleichzeitig im und um den Nationalpark herum unterwegs, um das einzigartige Ökosystem filmisch einzufangen. Entstanden sind nicht nur imposante Landschaftsaufnahmen und detailgetreue Tierporträts, sondern auch spannende Einblicke in das Leben der Menschen, die sich mit dem Nationalpark beschäftigen.

Da spricht Diana Six, Professorin in Montana (USA), über die Bedeutung von Insekten für die Walddynamik. Da durchwandert der einheimische Fotograf Bastian Kalous den kompletten Grenzkamm mit seinem geschulten Auge für das besondere Bildmotiv. Da spricht Philosophin Christina Pinsdorf von der Universität Bonn über die Emotionen, die Wildnis in Menschen hervorrufen. Und da sinniert Förster Peter Langhammer, der in Zwieslerwaldhaus lebt, über Dinge, die Forstbetriebe vom Schutzgebiet lernen können. Die Protagonisten schildern allesamt ihre persönliche Sicht auf den Nationalpark, machen ihn somit greifbar, erlebbar, fühlbar.

„Weil der Mensch nicht in die Natur eingreift, wächst aus den einstigen Wirtschaftswäldern ein Naturwald mit vielen Merkmalen echter Urwälder heran“, berichtet Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl, der wie sein Vorgänger Dr. Hans Bibelriether, sein Stellvertreter Prof. Jörg Müller und sein tschechischer Amtskollege Pavel Hubený ebenfalls einen Gastauftritt im Film hat. „In ‚Der wilde Wald‘ wird dieser Prozess eindrucksvoll geschildert – mit gewaltigen Bildern, die die Zuschauer in ihren Bann ziehen werden.“

Der Film entstand in Koproduktion mit dem Nationalpark Bayerischer Wald. Die Umsetzung wurde gefördert durch den Filmfernsehfonds Bayern sowie den Deutschen Filmförderfonds und unterstützt durch die Leir Foundation. Zusammengearbeitet wurde zudem mit SWR und arte. Der Trailer zum Film ist auf dem YouTube-Kanal des Nationalsparks zu sehen. Außerdem gibt’s auf dem YouTube-Kanal vom DOK.fest ein gut 25-minütiges Interview mit Lisa Eder zu sehen. Der reguläre Kinostart ist für Herbst 2021 geplant.


Morchelzeit ist Lorchelzeit

(bei giftigen Lorcheln wie der Frühjahrslorchel muss man Vorsicht walten lassen. Foto: Peter Karasch/Nationalpark Bayerischer Wald)

Vorsicht bei Unterscheidung von Gift- und Speisepilzen

Mit dem Beginn der Apfelblüte startet auch die Hochsaison der Speise- und Spitz-Morcheln. „Im bodensauren Bayerischen Wald sind diese Pilzvertreter jedoch eher Raritäten“, sagt Nationalparkmykologe Peter Karasch. „Sie verstecken sich meist im Rindenmulch der Gärten oder an Holzlagerplätzen mit Rindenresten.“

Doch der Experte mahnt beim Sammeln zu Vorsicht. Warum? „Die als tödlich giftig geltenden Giftlorcheln sind im Bayerischen Wald viel häufiger als Spitzmorcheln.“ Trotzdem wurden die Lorcheln bis in die Nachkriegszeit noch relativ häufig in der Bayerwald-Küche verarbeitet. „Obwohl beim Kochen Dämpfe des Nervengifts Gyromitrin freigesetzt werden, weshalb die Lorchel auch als Giftpilz gilt.“ Die Lorcheln lassen sich relativ leicht an den hirnartig gewundenen Hüten erkennen. Die genießbaren Spitzmorcheln hingegen zeichnen sich durch wabenartig gekammerte Hüte aus.

Übrigens: Umgangssprachlich nennt man die Morcheln auch oft Mauracherl. Die Lorcheln sind auch unter den Bezeichnungen Stockmorchel, Stocklorcherl oder Laurich bekannt. Pilzexperte Karasch freut sich derweil über Hinweise und Zuschriften älterer Bürger, die mit beiden Pilzarten in der Nachkriegszeit Erfahrungen gesammelt haben. Er ist via Mail – peter.karasch@npv-bw.bayern.de – erreichbar.


Goldenes Strassl wieder in Schuss

Vom Erfolg der Radweg-Instandsetzung durch die DB Netz AG überzeugten sich Nationalparkleiter Franz Leibl (links), Försterin Silvia Pflug und Bürgermeister Michael Herzog. Für die Reparaturmaßnahme wurde ein Grader (Hintergrund) eingesetzt.  (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald)

Radweg bei Bayerisch Eisenstein wurde von der Bahn instandgesetzt

Seit 2019 musste einiges an Baustellenverkehr über das Goldene Strassl rollen. Nur so war es möglich, einen Durchlass unter der dortigen Waldbahn-Trasse zwischen Seebachschleife und Bayerisch Eisenstein zu ertüchtigen. Das schwere Gerät zog die eigentlich primär als Radweg markierte Forststraße dabei arg in Mitleidenschaft. Nachdem die Bauarbeiten nun aber beendet sind, konnte auch das Strassl wieder repariert werden. Zweiradfahrer können die Route nun wieder ohne Einschränkungen nutzen.

„Ich freue mich, dass der Weg nun wieder so gut in Schuss ist“, sagt Bayerisch Eisensteins Bürgermeister Michael Herzog. „Schließlich nutzen diese Verbindung nicht nur Urlauber, sondern auch viele Einheimische.“ Dem folgenden Dank an die DB Netz AG, Bauherrin der Maßnahme, schlossen sich bei einem Vor-Ort-Termin auch Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl und Nationalpark-Försterin Silvia Pflug an. „Nach Fertigstellung der Instandsetzung ist der wichtige Lückenschluss zwischen Ludwigsthal und Bayerisch Eisenstein somit wieder hergestellt“, so Leibl. „Wie auch auf dem restlichen, über 200 Kilometer langem Radwegenetz des Nationalparks, war uns auch hier eine familienfreundliche und sichere Trassengestaltung wichtig.“


Wanderfalken-Brut im Höllbachgspreng läuft

Wanderfalken brüten im Nationalpark nur an ganz wenigen Orten. Einer davon liegt direkt am Wanderweg durch das Höllbachgespreng.  (Foto: Michael Göggelmann)

Nest liegt direkt am Wanderweg – Umleitungsregelung wird verlängert

Erfreuliche Nachrichten von der Falkenstein-Ostwand: „Aktuelle Beobachtungen unserer Ranger lassen darauf schließen, dass sich im Höllbachgespreng ein Wanderfalkenpaar zur Brut aufhält“, berichtet Jochen Linner, Naturschutzbeauftragter des Nationalparks Bayerischer Wald. „Die Vögel haben ihren Horst auf einem Felskopf eingerichtet, der in unmittelbarer Nähe des Wanderwegs liegt.“

Daher muss die temporäre Sperrung des Wanderwegs durch das Höllbachgespreng vorerst aufrechterhalten werden. „Nur so haben die Falken die Chance auf eine erfolgreiche Brut“, erklärt Linner. Störungen durch Menschen sorgen schließlich dafür, dass die Elterntiere die Aufzucht der Jungtiere vernachlässigen, was meist zum Tod des Nachwuchses führt. „Wir bauen hier ganz stark auf das Verständnis unserer Besucher“, sagt der Nationalparkmitarbeiter.

Auf das Naturerlebnis Höllbachfälle muss dennoch niemand verzichten. Denn der Wanderweg dorthin ist frei zugänglich. Von den Wasserfällen aus führt eine ausgeschilderte Umleitung auf dem Weg mit der Markierung Silberblatt über den Sulzschachten zum Gipfel. So bleibt ein direkter Aufstieg von Scheuereck zum Großen Falkenstein möglich. Diese Regelung wird solange aufrechterhalten, bis die Brut abgeschlossen ist. Vermutlich ist dies spätestens Ende Juni der Fall.

Generell weist Linner zudem darauf hin, dass im Nationalpark-Kerngebiet bis Mitte Juli stets ein striktes Wegegebot gilt, da im Frühling und Frühsommer viele Tierarten ihre Jungen aufziehen. Das besagt, dass Wanderer vornehmlich in den Hochlagen die markierten Wege nicht verlassen dürfen. Gerade die bedrohten Auerhühner sind auf die Akzeptanz dieser Maßnahme angewiesen, um ihre Bruten erfolgreich durchzuführen.


Ein Auge für seltene Arten

Gabi Zechmann (Mitte) erhielt von Cornelia Straubinger und Dr. Christoph Heibl als Dankeschön für ihr außergewöhnliches Engagement im Artenschutz ein botanisches Fachbuch. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalparkmitarbeitern Gabi Zechmann entdeckt Ästige Mondraute.

Sie kennt sich im Nationalparkzentrum Neuschönau aus wie in ihrer Westentasche, kennt alle dort wachsenden Blumen, Sträucher und Moose und ihre Standorte. Deshalb ist es Gabi Zechmann auch sofort aufgefallen, als auf einer ehemaligen Versuchsfläche plötzlich eine besonders seltene Art wiederaufgetaucht ist – und zwar die Ästige Mondraute.

„Gabriele Zechmann hat einen ganz besonderen Spürsinn für das Auffinden und die Pflege seltener, heimischer Arten“, sagt Dr. Christoph Heibl, stellvertretender Sachgebietsleiter „Naturschutz und Forschung“. Ihn freut es sehr, dass sie die Ästige Mondraute gefunden hat. „Dieser Farn steht als stark gefährdet auf der Roten Liste und Deutschland besitzt eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Pflanzenart.“ In ganz Bayern gibt es nur mehr wenige Standorte der Ästigen Mondraute, drei davon liegen im Nationalpark Bayerischer Wald, und zwar auf dem Ruckowitzschachten, auf der Rachelwiese und auf dem Hochschachten. „Und nun ist dank der Aufmerksamkeit von Gabi Zechmann ein vierter dazugekommen.“

Für Christoph Heibl und sein Team ist das Auffinden der Pflanze eine botanische Sensation und Anlass, die langjährigen Bemühungen von Gabi Zechmann, die seit 1993 beim Nationalpark arbeitet, zu ehren. „Weltweit war bisher keine erfolgreiche Anzucht aus Sporen bekannt“, so Heibl. „Die Pflanze lebt viele Jahre ihrer Entwicklung unterirdisch mit einem Pilzpartner zusammen und bildet nur wenige Wochen überirdische, wenig Zentimeter große Sprosse aus.“ Die Entdeckung einer solchen Art erfordert also einen besonderen Blick.

Die Nachzucht und Pflege von Gehölzen und Kräutern aus dem Bayerischen Wald gehört seit vielen Jahren in das Tätigkeitsfeld von Gabi Zechmann und ihren Kollegen. „Vor allem Pflanzen, die in unserer Landschaft aufgrund der Nutzungsveränderungen der letzten Jahrzehnte selten geworden sind, werden auf den Flächen des Nationalparks gezielt gefördert“, erzählt Gabi Zechmann. Im Pflanzen-Freigelände am Hans-Eisenmann-Haus können Besucher diese Arten bestaunen. Bevor es so weit ist, liegen viele Arbeitsschritte vor Gabi Zechmann und ihren Kollegen. „Das erfordert in vielen Fällen ein hohes Maß an Geduld und manchmal braucht es auch innovative Ansätze“, so Heibl.

Um dieses Engagement zu würdigen, überreichten Christoph Heibl und Cornelia Straubinger, stellvertretend für die Belegschaft des Nationalparks, als Dank ein botanisches Fachbuch mit allen heimischen Arten an Gabi Zechmann - damit sie auch in Zukunft die Pflanzenwelt ihrer Heimat und die botanischen Seltenheiten des Nationalparks erfolgreich bestimmen kann.


Rettungszäune für Amphibien

Ein 40 Zentimeter hoher Fangzaun wurde von Nationalparkmitarbeitern unter anderem zwischen St. Oswald und Altschönau aufgebaut. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark ermöglicht Kröten, Fröschen und Molchen gefahrenlose Straßenquerung

Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche machen sich bald wieder auf Wanderschaft. Damit sie auf ihren beliebten Routen unbeschadet über die Straßen zu ihren Laichgewässern kommen, werden im Nationalpark Bayerischer Wald an kritischen Stellen Amphibienschutzzäune aufgestellt.

An drei Orten sind die zirka 40 Zentimeter hohen Zäune jährlich zu sehen – und zwar bei Zwieslerwaldhaus, bei Neuhütte und bei der Bergerbrücke zwischen St. Oswald und Altschönau. Zweimal täglich kontrollieren dann vor allem junge Mitarbeiter auf Zeit, etwa Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr oder Praktikanten, die Eimer und bringen die Amphibien über die Straße zu ihren Laichgewässern. Um keine tödlichen Infektionen, die durch Pilze oder Viren ausgelöst werden, zu übertragen, spielt Hygiene beim Transport der Tiere eine wichtige Rolle. Das Tragen von Handschuhen und das regelmäßige Reinigen der Eimer ist Pflicht.

Im vergangenen Jahr konnten durch die Schutzmaßnahmen insgesamt 501 Erdkröten, 55 Grasfrösche und 178 Bergmolche bei ihrer Wanderung geholfen werden. „An manchen Bereichen müssen wir die Tiere nicht nur zu ihren Laichplätzen bringen, sondern auch wieder zurück. Gerade bei der Bergerbrücke nehmen wir die Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche zweimal in die Hand“, erklärt Jochen Linner, der im Nationalpark unter anderem für Artenschutz zuständig ist. Deshalb werden die Zäune oft auch erst Anfang bis Mitte Mai abgebaut.

Neben den Fangzäunen weist Linner noch auf eine weitere Maßnahme hin, und zwar die grün-weißen Krötenwarnschilder, die entlang der Nationalparkbasisstraße in mehreren Bereichen aufgestellt wurden. „Wir wollen die Autofahrer dafür sensibilisieren, in diesen Bereichen langsamer zu fahren.“ In der Einmündung zu Waldhäuser gibt es das Warnschild schon seit einigen Jahren. „Hier werden nur noch wenige Tiere überfahren “, erklärt Linner, der weiterhin an die Rücksicht der Autofahrer appelliert.


Haus zur Wildnis und Tier-Freigelände weiter geschlossen

Nationalpark

Inzidenz im Landkreis Regen unter 100 – Anmeldebesuch in Nationalparkeinrichtungen nicht möglich

Die Inzidenz im Landkreis Regen ist auf den Bereich von 50 bis 100 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gefallen. Damit wäre laut den rechtlichen Rahmenbedingungen die Öffnung von Museen und Zoos möglich, wenn man sich vorab anmeldet und ein festes Zeitfenster bucht. Diese organisatorische Hürde ist in den Nationalparkeinrichtungen nicht umsetzbar – gerade im weitläufigen Tier-Freigelände bei Ludwigsthal mit seinen zahlreichen Eingängen. Deswegen bleiben die Gehege wie auch das Haus zur Wildnis weiter geschlossen. Über geplante Öffnungsschritte wird die Nationalparkverwaltung rechtzeitig informieren.


Nationalpark-Gastronomie wird neu ausgeschrieben

Für den Betrieb der Gastronomie-Betriebe im Haus zur Wildnis und im Hans-Eisenmann-Haus kann man sich bis 18. April bewerben. (Foto: Daniela Blöchinger/Nationalpark Bayerischer Wald)

Turnusgemäße Vergabe im Hans-Eisenmann-Haus und Haus zur Wildnis

Die beiden Nationalparkzentren Lusen bei Neuschönau und Falkenstein bei Ludwigsthal locken Besucher nicht nur mit vielen Infos über die wilde Natur, sondern auch mit einem gastronomischen Angebot. Die kulinarischen Einrichtungen im Hans-Eisenmann-Haus und im Haus zur Wildnis hat die Nationalparkverwaltung dabei traditionsgemäß verpachtet. Nun steht die turnusgemäße Neuvergabe auf dem Plan.

„Uns ist wichtig zu betonen, dass wir mit den bisherigen Betreibern des Café Eisenmanns und der Nationalpark-Gastronomie im Haus zur Wildnis sehr gut zusammenarbeiten“, betont Sachgebietsleiter Josef Wanninger. „Als öffentliche Verwaltung sind wir jedoch dazu angehalten, in einem Rhythmus von etwa zehn Jahren Pachtverträge neu auszuschreiben, um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen.“ Dies geschehe jetzt. So hätten nicht nur die bisherigen Geschäftspartner die Chance, ihren Hut wieder in den Ring zu werfen, sondern auch potentiell neue Interessenten.

Alle Infos zu den Ausschreibungen sind auf der Nationalpark-Homepage – www.nationalpark-bayerischer-wald.de – veröffentlicht. Die Unterlagen finden Nutzer im Bereich „Wir über uns“ im Menüpunkt „Jobs/Ausschreibungen“. Bewerbungsfrist ist der 18. April 2021. Das Pachtverhältnis soll zum 1. Dezember 2021 starten.


Wanderfalken bereiten sich auf Nachwuchs vor

Damit die Wanderfalken unterhalb des Großen Falkensteins ungestört ihre Jungen aufziehen können, wir der Weg durchs Höllbachgespreng vorläufig gesperrt. (Foto: Michael Göggelmann/Nationalpark Bayerischer Wald)

Weg durch das Höllbachgespreng vorerst gesperrt – Umleitung über den Sulzschachten ausgeschildert

Scheuereck. Das Höllbachgespreng mit seinem ursprünglichen Bergmischwald ist als Rückzugsgebiet für Wanderer ebenso attraktiv wie für empfindliche Tiere. Um den dort lebenden Wanderfalken eine ungefährdete Brut zur ermöglichen, haben die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald und das Landratsamt Regen gemeinsam beschlossen, den Wanderweg Heidelbeere zwischen den Höllbachfällen und dem Hüttensteig ab 15. Februar zu sperren. Eine Umleitung zum Großen Falkenstein ist ausgeschildert.

„Wanderfalken sind während der Brutzeit eine sehr störungsempfindliche Art“, erklärt Jochen Linner, der beim Nationalpark für Naturschutz zuständig ist. „Nur mit einer Sperrung können wir gewährleisten, dass die Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen nicht unnötig gestört werden.“ Schließlich richten die Tiere ihr Nest meist direkt auf den Felsen entlang des Weges ein. Sollten die Experten schließlich einen Bruterfolg beobachten, könnte die Sperrung bis maximal Ende Juni verlängert werden.

Die beeindruckenden Höllbachfälle können trotz der Sperrung besichtigt werden, der Wanderweg ist bis dorthin frei zugänglich. Von den Wasserfällen aus führt die ausgeschilderte Umleitung auf dem Weg mit der Markierung Silberblatt über den Sulzschachten zum Gipfel. So bleibt ein direkter Aufstieg von Scheuereck zum Großen Falkenstein möglich.

Um die Wanderfalken und andere Tierarten nicht bei Paarung und Nachwuchsaufzucht aufzuschrecken, bittet die Nationalparkverwaltung außerdem, in den Kerngebieten des Nationalparks weiterhin das Wegegebot einzuhalten und die markierten Wege und Loipen bis Mitte Juli nicht zu verlassen. „Wir bauen hier ganz stark auf das Verständnis unserer Besucher“, sagt Naturschutzbeauftragter Linner. Schließlich dienen die saisonal begrenzten Wegeeinschränkungen insbesondere dem Schutz seltener und gefährdeter Tierarten, etwa dem Auerhuhn.


Ein Tausendsassa verlässt den Nationalpark

 35 Jahre lang war Werner Kirchner im Nationalpark als Förster tätig. Nun gehen er und seine Hündin Feli in den wohlverdienten Ruhestand. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Neuschönaus Förster Werner Kirchner in den Ruhestand verabschiedet

Er stand Herausforderungen gegenüber, wie sie ein „normaler“ Förster nie haben würde. In den 35 Jahren, in denen Werner Kirchner beim Nationalpark Bayerischer Wald gearbeitet hat, war er nicht nur ein Experte rund um den Wald. Er war auch Tierflüsterer, Philosoph und Pädagoge. Ein Macher, Bauer und Gestalter. Seit Februar ist der 65-Jährige nun im wohlverdienten Ruhestand.

„Otti!“ Werner Kirchner steht am Fischottergehege im Tier-Freigelände bei Neuschönau und ruft seinen Lieblingstieren. Es dauert keine Minute und schon kommen die beiden Wassermarder angerannt, schauen neugierig und toben im Schnee. Dass sich nicht nur die beiden Otter hier wohl fühlen, sondern auch Werner Kirchner, merkt man sofort.

Vor 35 Jahren hat er sich ganz bewusst nach seiner Staatsprüfung dafür entschieden, vom Forstamt Rehau im Landkreis Hof in den Nationalpark Bayerischer Wald zu gehen. „Erst nur als Beamter zur besonderen Verfügung“, erinnert sich Werner Kirchner. „Ich wollte schauen, ob die Arbeit hier für mich passt und ob sich meine Familie wohl fühlt.“ Nachdem Frau und Tochter mit der neuen Heimat einverstanden waren, hat er die Stelle fest angenommen. Im Forsthaus in Neuschönau fanden er, seine Frau und später drei Töchter ihren idealen Platz.

„Zunächst aber nur für sechs Jahre – letztendlich sind 35 daraus geworden.“ 35 Jahre, in denen die Faszination darüber, wie sich die Natur in dem Schutzgebiet selbst entwickeln darf, von Jahr zu Jahr größer geworden ist. „Es hieß immer, dass der Wald nach einer Störung lange braucht, um sich wieder zu entwickeln.“ Nach den großen Borkenkäferschäden in den 1990er Jahren ging die Verjüngung dann doch schneller als alle erwartet haben. „Es ist faszinierend zu sehen, wie sich in meiner Dienstzeit Waldbilder immer wieder verändert haben. Und das ohne Zutun des Menschen.“

Doch nicht nur im Wald kannte sich Werner Kirchner aus wie in seiner Westentasche. Er war ein Tausendsassa. Nach zwei Jahren als Beamter zur besonderen Verfügung hatte er 1988 die Forstdienststelle Neuschönau übernommen. Dazu gehörten auch das Tier-Freigelände, die Schreinerei und der Wegebautrupp. „Das war eine bunt gemischte, tolle Mannschaft aus den unterschiedlichsten Berufen.“ Und so vielfältig wie die Kollegen rund um ihn herum waren, so abwechslungsreich waren auch seine Aufgaben.

Gerade die Arbeit im Tier-Freigelände war eine ganz neue Erfahrung für den Förster. „Ich musste mich einfühlen, eine Mensch-Tier-Beziehung aufbauen.“ Werner Kirchner denkt sofort an die beiden Fischotter, die er mit der Unterstützung seiner Familie per Hand großgezogen hat. Oder an die vielen Auswilderungen von Habichtskäuzen und Auerhühnern. „Das waren tolle Erlebnisse. Und hier habe ich viel über Tiere gelernt.“ Wissen, das ihm auch half, wenn nicht alles nach Plan verlief. Wie beim Wolfsausbruch im Jahr 2002. „Das war eine schwierige Situation“, denkt Werner Kirchner zurück. „Da lag viel Verantwortung auf meinen Schultern.“

Dies galt auch nach Stürmen, wenn die Arbeit im Wald für die Forstleute ganz besonders gefährlich war. „Ich erinnere mich noch an Wibke im Jahr 1990. Wir hatten einen enormen Schaden im Tier-Freigelände.“ Jeder Arbeitseinsatz musste hier vorausschauend geplant werden. „Dies ist uns immer gut gelungen“, freut sich Werner Kirchner. „In den 35 Jahren meiner Dienstzeit hatten wir keine schweren Unfälle oder gar Todesfälle im Revier.“

Deshalb blickt Werner Kirchner positiv auf sein Arbeitsleben zurück. „Ich habe gerne mit den verschiedensten Leuten zusammengearbeitet.“ Auch auf dem Jugendzeltplatz, für den er 30 Jahre lang verantwortlich war, hat er tolle Menschen kennengelernt. Begegnungen über den Nationalpark hinaus waren für ihn sowieso immer wichtig. Neben normalen Führungen hatte es Werner Kirchner die Reihe „Nationalpark und Schöpfung“ angetan. „Die Begleitung von einem Theologen war immer spannend. Es war interessant, unter welchen Blickwinkeln wir gemeinsam die unterschiedlichsten Themen betrachtet haben.“ Und auch für die ganz Kleinen hatte der Förster – der mittlerweile selbst vierfacher Opa ist – schon immer ein Herz. Zusammen mit Kindergärten aus der Region hat er in den 1990er Jahren einen Leitfaden zu „Natur erleben im Nationalpark“ gemacht - und damit auch einen wichtigen Grundstein für die heutige Umweltbildung gelegt.

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks, bedankte sich bei Werner Kirchner für sein großes Engagement und wünschte ihm alles Gute für seinen Ruhestand. „Mit Werner Kirchner verlieren wir ein Nationalparkurgestein, einen Mitarbeiter, auf den stets Verlass war und der mit ganzem Herzen auch die Nationalparkidee über Jahrzehnte hinweg gelebt hat.“

Und was kommt nun für den Förster, der mittlerweile in Schönanger wohnt? „Zeit für die Enkel und für den Garten“, sagt Werner Kirchner und freut sich auf den Wandel in seinem Leben. Denn dass der Wandel etwas Positives ist, hat ihn die Natur von Neuschönau bis hinauf zum Lusen in den vergangenen 35 Jahren gelehrt. Man braucht sich nur die Waldbilder von früher und heute anschauen. „Der Wandel ist das einzig Beständige im Nationalpark. Und das ist auch gut so.“


Grenzüberschreitende Partnerschaft bleibt ausgezeichnet

Bei einem mehrtägigen Evaluierungsbesuch von Europarc-Vertretern wurde die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava untersucht. Ergebnis: Die Schutzgebiete dürfen sich weiterhin mit dem Gütesiegel „Transboundary Park“ schmücken.  (Foto: Leo Reyrink/Nationalpark Šumava)

Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava erhalten zum dritten Mal „Transboundary“-Zertifikat

Anlass zur Freude gibt es in den beiden Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava: Die beiden Schutzgebiete sind mit dem „Transboundary“-Zertifikat ausgezeichnet worden, Europas wichtigstem Naturschutz-Gütesigel – und das bereits zum dritten Mal nach 2009 und 2015.

Coronabedingt konnte die übliche, offizielle Preisverleihung mit der Übergabe des Zertifikats noch nicht stattfinden. Dafür kamen die Glückwünsche per Post. „Die Neubewertung hat gezeigt, dass der gemeinsame Erhalt der Natur unabhängig von politischen Grenzen letztendlich zu einem besseren Schutzgebietsmanagement führt“, beglückwünschte EUROPARC-Präsident Ignace Schops die beiden Schutzgebiete. Dem Ziel, einen grenzüberschreitenden Urwald dort entstehen zu lassen, wo einst der Eiserne Vorhang Europa teilte, sei man in den vergangenen Jahren wieder einen Schritt nähergekommen.

Über die erneute Verleihung des Zertifikats freuen sich die Nationalpark-Leiter Dr. Franz Leibl und Pavel Hubený sowie die beiden für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit verantwortlichen Sachgebietsleiter Hans Kiener und Martin Starý sehr. „Die Auszeichnung bestätigt uns, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von großer Bedeutung ist und wir ganz gezielt an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten sollen“, so Dr. Franz Leibl. Der Bayerische Wald und der Šumava haben eine gemeinsame Natur und Geschichte. „Durch unsere Kooperation in den verschiedensten Bereichen – wie Forschung, Umweltbildung oder Tourismus – bringen wir Menschen und Natur zueinander.“

Dem kann Pavel Hubený nur zustimmen. „Dank Franz Leibl und seinem Team schaffen wir dies gut und ich bin überzeugt, dass trotz der Coronavirus-Probleme wir immer besser werden! Die Natur und ihre Prozesse kennen keine Grenzen und verbinden auch uns auf beiden Seiten unseres wunderschönen Gebirges. Ich fühle, dass es auch in den Augen und der Begeisterung der Besucher erkennbar ist.„

„Transboundary Parks“, also grenzüberschreitende Parks, dürfen sich nur Schutzgebiete nennen, die über Staatsgrenzen hinweg partnerschaftlich zusammenarbeiten und dabei die Standards der EUROPARC-Föderation erfüllen, die Mitglieder von hunderten Behörden und tausenden Schutzgebieten in 40 Ländern hat. Die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava etwa haben ihre grenzenlose Kooperation seit der ersten gemeinsamen Auszeichnung im Jahr 2009 in vielen Bereichen ausgebaut: Neben mehrsprachigen Multimedia-Ausstellungen im Hans-Eisenmann-Haus (Neuschönau), Waldgeschichtlichen Museum (Sankt Oswald-Riedlhütte) und Schloss Wolfstein (Freyung) sind grenzüberschreitende Wanderwege, etwa zwischen Finsterau und Bučina (Buchwald), entstanden.

Umweltbildungsexperten auf deutscher wie tschechischer Seite haben in den letzten Jahren neues Lehrer- und Schülermaterial entwickelt. Die Naturschutz- und Forschungsabteilungen beider Nationalparks arbeiten zusammen an Tier- und Pflanzenschutzprojekten und präsentieren ihre Ergebnisse auf gemeinsamen Konferenzen vor internationalem Publikum. Regelmäßige Arbeitstreffen von Mitarbeitern verschiedener Fachbereiche sind heute selbstverständlich geworden. Bei der erneuten Bewertung wurde besonders das gemeinsame, grenzüberschreitende soziookönomische Monitoring sowie die Beschäftigung von zweisprachigen Mitarbeitern positiv beurteilt.

Fünf weitere Jahre dürfen sich deshalb die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava nun mit dem Transboundary-Zertifikat schmücken – bis zur nächsten Beurteilungsrunde durch das grenzüberschreitende Steuerungs- und Evaluations-Komitee von EUROPARC. 23 Schutzgebiete in elf europäischen Ländern gehören aktuell zum „TransParcNet“, der grenzüberschreitenden Initiative von EUROPARC. In Deutschland tragen neben dem Bayerischen Wald nur noch der Nationalpark Sächsische Schweiz sowie der Naturpark Schwalm-Nette das Transboundary-Zertifikat.

Pressemeldung Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald


Nationalparkverwaltung im Ruhemodus

Wie bereits im Frühjahr müssen die Nationalparkeinrichtungen wieder gesperrt werden. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Vom 19. Dezember bis auf Weiteres nur Notbetrieb – Einrichtungen geschlossen

Wie der Großteil der bayerischen Behörden begibt sich auch die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald in den Ruhemodus. Von 19. Dezember bis 10. Januar wird nur ein Notbetrieb aufrechterhalten. Der beinhaltet systemrelevante Arbeitsbereiche wie Räumdienste, die Nationalparkwacht, die Versorgung der Tiere in den Tier-Freigeländen und Wintergattern sowie eine eingeschränkte Kontaktmöglichkeit.

Erreichbar ist die Verwaltung unter anderem telefonisch via +49 8552 9600-0 – werktags von 8 bis 12 Uhr sowie mit Ausnahme von Freitagen auch von 13 bis 16 Uhr. Daneben kann die Behörde via poststelle@npv-bw.bayern.de kontaktiert werden. Auch das Kontaktformular auf der Nationalpark-Homepage kann benutzt werden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass mit längeren Bearbeitungszeiten zu rechnen ist.

Zu beachten ist darüber hinaus, dass alle Nationalparkeinrichtungen inklusive der Tier-Freigelände bis auf Weiteres für Besucher geschlossen sind. Der Führungsbetrieb ruht ebenfalls.


Nationalpark-Läden nur digital geöffnet

das Hans-Eisenmann-Haus

Betreiberinnen der Shops im Hans-Eisenmann-Haus und im Haus zur Wildnis von Schließung massiv betroffen. Bestellungen über Online-Shop möglich!

Es ist schon das zweite Mal in diesem Jahr, dass das Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal und das Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau aufgrund der Coronapandemie geschlossen bleiben müssen. Dadurch hatten auch das Haus zur Wildnis und das Hans-Eisenmann-Haus bereits in den Herbstferien geschlossen – eine Öffnung über Weihnachten und Silvester ist ebenfalls ausgeschlossen. Für die beiden privaten Betreiberinnen der jeweiligen Souvenirläden ein harter Schlag – gerade in der sonst besucherstarken Ferienzeit. Sabine König und Theresia Weber bieten ihren Kunden jedoch die Möglichkeit, Produkte per E-Mail oder über einen Online-Shop zu bestellen.

Zum Sortiment der Shops gehört vor allem ein kindgerechtes Angebot – von Plüschtieren über Entdeckerbücher, Spiele und T-Shirts. Aber auch erwachsene Naturfans finden ein breites Sortiment an Literatur, Wanderkarten oder regionalen Produkten.

Theresia Weber, die den Laden im Hans-Eisenmann-Haus gepachtet hat, erreicht man via theresiaweber04@web.de.

Sabine König vom Laden im Haus zur Wildnis kann man unter ladenhauszurwildnis@gmx.de kontaktieren beziehungsweise den Online-Shop via www.ladenhauszurwildnis.de nutzen.

Bernhard Bachl, Pächter der Gastronomie im Haus zur Wildnis, bietet seine handgemachten Pralinen im Netz unter www.bayerwaldpraline.de an.



Straße zur Racheldiensthütte gesperrt

Die Racheldiensthütte

Ab Mittwoch, 25. November. Kein Winterdienst für diesen Bereich – Bereits jetzt Gefahr von Glatteis

Die Straße zur Racheldiensthütte wird ab Mittwoch, 25. November, für den Verkehr komplett gesperrt. Der Grund ist, dass es für diesen Bereich keinen Winterdienst gibt und bei den derzeitigen Witterungen bereits Glatteis auftreten kann. Auch bei beginnendem Schneefall wird die Straße nicht geräumt. Die Sperrung gilt für die komplette Wintersaison.


Wildwuchs im Nationalpark

Dieses Kreuz wurde illegal an einer Felswand am Farrenberg angebracht. (Foto: Nationalpark Bayerischer Wald)

Fälle von illegal aufgestellten Kreuzen und freigeschnittenen Wegen

Es ist ein Problem, mit dem sich die Nationalparkverwaltung in den vergangenen Monaten immer wieder beschäftigen musste. Die Rede ist von Kreuzen oder Gedenktafeln, die unerlaubterweise im Schutzgebiet aufgestellt werden. Jüngste Beispiele gibt es im Bereich Finsterau: Am Farrenberg haben Unbekannte ein Kreuz an die Felswand geschraubt. Und an den Drei Zwergen wurde ein Kreuz fest im Felsen verankert. Beide Bereiche liegen in der Kernzone des Schutzgebietes. Was die Verwaltung in der vergangenen Zeit ebenfalls vermehrt feststellen musste, sind Wege, die unerlaubterweise freigeschnitten oder mit eigenen Markierungen – wie zum Beispiel mit einem roten Herz – versehen werden.

„Der Wildwuchs nimmt überhand“, erklärt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Diese Aktionen sind kein Zeichen der Wertschätzung unserer Natur und Schöpfung gegenüber. Personen, die Kreuze oder Gedenktafeln aufstellen, handeln nicht nur gegen die geltenden Nationalparkregeln, sie beschädigen und stören mit ihrem Verhalten in erster Linie die unberührte Natur.“ Denn wie Leibl beobachten konnte, werden Kreuze häufig an verborgenen Orten mitten in der Kernzone des Nationalparks aufgestellt.

Im Fall der Drei Zwerge führte zum Standort des Kreuzes nicht einmal ein erlaubter Pfad. „Diejenigen, die das Kreuz aufgestellt haben, sind querfeldein gegangen ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass der Bereich Rückzugsort für viele seltene Tier- und Pflanzenarten ist.“ Außerdem wurde für das Kreuz mit schwerem Gerät ein Loch in den Felsen gebohrt.

Was Leibl besonders ärgert, ist die Aufschrift, die auf dem Kreuz zu lesen ist, und zwar „Gläubige stellen Kreuze auf, Ungläubige lassen sie entfernen.“ „Das Kreuz ist ein Symbol für Gott und für seine wunderbare Schöpfung. Wer sich mit dem Kreuz im Glauben verbunden fühlt, sollte auch das Ziel verfolgen, die Schöpfung zu bewahren sowie die Natur zu achten und sich nicht durch derartige fragwürdige Aktionen selbst zu verwirklichen.“ Durch das illegale Aufstellen von Denkmälern zeigt man nur das Gegenteil.

Aus diesen Gründen hat die Nationalparkverwaltung die Kreuze abmontiert. „Ich möchte nochmal an alle Naturfreunde appellieren, von solchen Aktionen abzulassen. Das illegale Aufstellen von Kreuzen, Tafeln oder das Hinterlassen von Schriftzügen auf Wegweisern machen nur Menschen, die keine Achtung vor Natur und fremdem Eigentum haben.“ Gleiches gilt für das Freischneiden von privaten Pfaden. So hat ein besonders rücksichtsloser Zeitgenosse kürzlich mehr als 300 junge Fichten raudihaft entfernt, nur um sich einen Steig im Gelände anzulegen. „Auf derartige Gäste verzichten wir gerne im Nationalpark“, stellt Leibl fest.


Im Kerngebiet muss jetzt auf den Wegen geblieben werden

Diese orangenen Schilder weisen im Gelände auf die geltenden Betretungsregeln im Nationalpark-Kerngebiet hin. Wo dieser Hinweis hängt, ist der Zutritt von 15. November bis 15. Juli nicht erlaubt. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Ab 16. November wieder ein striktes Wegegebot im Kerngebiet. Betretungsregelung zum Schutz der bedrohten Auerhühner gilt jährlich von 16. November bis 15. Juli

Der Winter steht vor der Tür und mit ihm die schwierigste Zeit für den Wappenvogel des Bayerischen Waldes, das Auerhuhn. Daher gilt im Nationalpark – ähnlich zu den Regelungen im Dreisessel- und Arbergebiet – ab 16. November wieder ein striktes Wegegebot im Kerngebiet. Das besagt, dass man in besonders sensiblen Bereichen des Schutzgebiets, hauptsächlich in den höheren Lagen, die markierten Wege nicht verlassen darf.

„Wir hoffen, dass unsere Besucher wieder viel Verständnis für diese wichtige Schutzbestimmung zeigen“, sagt Nationalparkleiter Franz Leibl. „Nur so können wir gewährleisten, dass das gefährdete Auerwild auf Dauer in der Region überleben kann.“ Gerade die anstehende kalte Jahreszeit ist gefährlich für die Tiere, da sie ihren Energiebedarf nun fast nur noch mit kargen Fichtennadeln decken. Jede Flucht vor einem querfeldein gehenden Schneeschuhgeher kann dann tödlich für die Auerhühner enden.

Was vielen Nationalparkbesuchern nicht klar ist: Auch nach dem Winter erleben die Vögel noch eine störungssensible Phase. Im Frühling werden die Küken großgezogen, die sich am Anfang noch nicht selbst wärmen können. Eine vor Wanderern flüchtende Henne unterzeichnet oftmals unfreiwillig das Todesurteil ihres Nachwuchses. Daher gilt die Einschränkung des Betretungsrechtes jährlich bis 15. Juli.

Im Gelände wird an vielen Stellen auf die Regelungen hingewiesen. Außerdem überwachen Ranger die neuralgischen Punkte. Bei Verstößen werden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, womit ein Bußgeld droht. „Lieber wäre es uns aber, wenn alle Naturfans sich an die Regeln halten und somit der Natur mit dem nötigen Respekt und der nötigen Rücksicht begegnen. Die markierten Wege erschließen schließlich auch alle Höhepunkte des Nationalparks“, so Leibl.


Jetzt für die Waldführer-Ausbildung bewerben!

Während der Ausbildung lernt man viele Bereiche der Nationalparkverwaltung intensiv kennen – unter anderem auch die Forschungsarbeit im Schutzgebiet. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald))

Blockseminare finden im Frühjahr und Sommer statt – Bewerbungsfrist ist der 15. Januar 2021

Die eigene Heimat aus ganz neuen Blickwinkeln kennenlernen – und das Gelernte später an Fans des Nationalparks weitergeben. Genau das ermöglicht die Ausbildung zum ehrenamtlichen Waldführer, die der Nationalpark Bayerischer Wald 2021 wieder anbietet. Noch bis zum 15. Januar 2021 können sich Interessierte per Online-Formular bewerben.

Bei den fünf Blockseminaren, die von April bis August 2021 geplant sind, werden 17 Tage lang Themen wie Biodiversität und Walddynamik bis hin zu Umweltbildung und Naturethik bei Fachführungen in der Waldwildnis sowie Seminaren in den Bildungseinrichtungen des Parks vermittelt. Dabei steht die Vermittlung von Hintergrundwissen und die praktische Umsetzung des Gelernten im Vordergrund. Kompetente Referenten und ausführliche Schulungsunterlagen sorgen für eine fundierte Ausbildung. Nach einer schriftlichen und praktischen Abschlussprüfung können die neuen Waldführer dann selbst Urlauber und Einheimische durch den Nationalpark führen, wofür eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

Weitere Informationen, etwa die genauen Termine der Kurse sowie das Bewerbungsformular, finden Sie unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de/jobs. Für Fragen steht Thomas Michler zur Verfügung (08552/9600-167 oder thomas.michler@npv-bw.bayern.de). Hinweis: Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde der aktuelle Zeitplan unter Vorbehalt aufgestellt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


Neuausrichtung der Besucherinfrastruktur im Falkensteingebiet in der Umsetzungsphase

Der stark unterspülte Wanderweg vom Falkenstein zum Sulzschachten erhielt eine neue Deckschicht. (Foto: Elke Ohland / Nationalpark Bayerischer Wald)

Forststraße am Lackenberg wird zum Wandersteig – Camperstellplätze in Ludwigsthal

Bei der im vergangenen Jahr begonnenen Umstrukturierung der Besucherinfrastruktur in der Region Falkenstein kann die Nationalparkverwaltung nun eine erste Zwischenbilanz ziehen.

Die Arbeiten zur Umwidmung von Forststraßen, die für die Holzabfuhr nicht mehr benötigt werden, haben in den vergangenen Monaten begonnen. So wird derzeit die Forststraße zwischen Rindlschachten und Lackenberg zu einem Wandersteig zurückgebaut. Die Trassenführung des Steiges ist bereits im Gelände erkennbar, die Feinarbeiten erfolgen im Frühjahr des kommenden Jahres. Ab nächstem Jahr ist der Steig dann zwischen dem 15. Juli und 15. November begehbar. Mit dem Rückbau von Forststraßen werden naturschutzfachliche Aspekte, wie zum Beispiel die Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Gebirgsbächen, berücksichtigt.

Bereits wieder begehbar und fertig saniert ist der Wanderweg vom Falkenstein hinunter zum Sulzschachten. Dort wurde die Deckschicht erneuert da der Pfad stark unterspült und mit vielen Löchern nur schwer begehbar war. Ebenfalls fertig ist der Camperstellplatz am Parkplatz vom Haus zur Wildnis. In einem gesonderten Bereich können hier Wohnmobile über Nacht stehen bleiben.

Noch in der Vorbereitungsphase hingegen ist der zusätzliche Radwegeabschnitt beim Jährlingsschachten. Die Neuwidmung liegt derzeit bei der Regierung von Niederbayern zur Genehmigung.


Straße zum Gfäll wird saniert

Unterzeichneten den Vertrag für die Sanierung der Schwarzachstraße: Bürgermeister Karlheinz Roth (l.) und Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald)

3,7 Millionen Euro teure Maßnahme soll 2021 beginnen

Zum 50. Geburtstag hat die Bayerische Staatsregierung ein Sonderprogramm zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen aufgelegt. Dazu gehört auch die Sanierung der Schwarzachstraße von Spiegelau hinauf zum Gfäll-Parkplatz. Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, und Karlheinz Roth, Bürgermeister von Spiegelau, haben die 3,7 Millionen teure Maßnahme nun auf den Weg gebracht.

Ausschlaggebend für die Sanierung ist der schlechte bauliche Zustand, in dem sich die Schwarzachstraße derzeit befindet. „Es besteht die Gefahr, dass sie in absehbarer Zeit nicht mehr von den für den Nationalparknahverkehr wichtigen Igelbussen befahren werden kann“, so Leibl. Deshalb wurde in diesem Jahr in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Umweltministerium und der Gemeinde Spiegelau an einer Lösung gearbeitet. „Wir freuen uns, dass wir nun zu einem Ergebnis gekommen sind“, so Leibl. „Denn die Straße bildet sowohl für Einheimische als auch für Gäste eine wichtige Zufahrtsmöglichkeit in die Rachelregion.“ Auch für die Sanierung des Waldschmidthauses, die in den nächsten Jahren geplant ist, sei eine intakte Zufahrtsmöglichkeit von großer Bedeutung.

Bürgermeister Karlheinz Roth bedankte sich bei der Unterzeichnung des Vertrages bei allen Beteiligten. „Uns war es sehr wichtig, dass die Nutzung der Schwarzachstraße nach der Sanierung für alle Beteiligte die gleiche ist als auch vor der Sanierung, egal ob für Igelbusse oder für den Individualverkehr.“ Roth freue sich auf die fertig sanierte Straße vor allem auch deswegen, weil sie dann wieder für Radfahrer freigegeben werden kann. Sowohl Roth als auch Leibl dankten insbesondere MdL Max Gibis für sein Engagement und seine Initiative, ohne dessen Hilfe es nicht zur Sanierung der Schwarzachstraße gekommen wäre. Erfreulich sei laut Roth insbesondere, dass der Freistaat Bayern nicht nur die Sanierungskosten, sondern zudem auch die nicht unerheblichen Unterhaltslasten in vollem Umfange übernehmen wird, ohne dass der Gemeinde Spiegelau künftig hier noch zusätzliche Kosten entstehen.

Der Freistaat Bayern wird die Sanierungskosten in Höhe von 3,7 Millionen Euro übernehmen. Nach Abschluss der Arbeiten wird die bisherige Gemeindestraße in den Besitz des Freistaates Bayern übergehen. Alle bisherigen Nutzungsrechte der Gemeinde Spiegelau bleiben in vollem Umfange erhalten und können auch künftig nur mit Zustimmung der Gemeinde Spiegelau geändert werden. Im oberen Bereich wir die Teerschicht erneuert, im unteren Bereich wird eine wassergebundene Decke aufgebracht. Diese Lösung war besonders für die Nationalparkverwaltung von Bedeutung. „Es war uns wichtig, dass die Bereiche der Straße, die auf Moorgrund verlaufen, mit wassergebundener Decke ausgebaut werden“, so Leibl. „Dadurch ist die ökologische Durchgängigkeit besser gewährleistet als bei einer Teerstraße.“ Die Planungen sollen noch heuer fertiggestellt werden, so dass im Jahr 2021 die Baumaßnahme beginnen kann.


Anschubhilfe für seltene Grau-Erlen

An der Deffernik bei Zwieslerwaldhaus sowie am Großen Regen bei Bayerisch Eisenstein finden derzeit Maßnahmen zur Förderung der Grau-Erlen statt. (Foto: Michael Pscheidl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Entnahme von Fichten an der Deffernik und am Großen Regen zum Schutz der besonderen Lebensräume

Fichten, Tannen und Buchen – das sind die Baumarten, an die man im Nationalpark Bayerischer Wald als erstes denkt. Gerade in den tieferen Lagen gibt es in den Bachbereichen aber auch Grau-Erlen-Vorkommen. Der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union zufolge gelten Grauerlenwälder als seltene und prioritär zu schützende Vegetationsbestände. Um diese Bestände zu fördern, werden derzeit an der Deffernik bei Zwieslerwaldhaus und am Großen Regen zwischen Arberhütte und Bayerisch Eisenstein Grau-Erlen freigestellt.

„Die Auwälder entlang der Bäche, in denen die Grau-Erlen dominieren, sind bis auf wenige Reste im Nationalpark verschwunden“, erklärt Jochen Linner, der im Nationalpark für Naturschutz zuständig ist. Die Gründe dafür seien die jahrzehntelange Förderung von Fichtenbeständen sowie die Verbauung der Bäche. „Dadurch senkt sich der Grundwasserspiegel ab und die natürliche Wasserdynamik geht verloren.“

Um diesen besonderen Lebensraum der Auwälder und damit auch der Grau-Erlen zu erhalten, hat die Nationalparkverwaltung nun in der Entwicklungszone des Schutzgebiets sowie auf nicht zum Nationalpark gehörenden Flächen, die jedoch im Besitz des Freistaats sind, Maßnahmen ergriffen. „Wir fällen Fichten, die in der Nähe der Grau-Erlen stehen und ihnen Licht und Platz nehmen“, so Silvia Pflug, Leiterin der Nationalparkdienststelle Bayerisch Eisenstein. Dies wird ausschließlich durch eigenes Personal mit Hilfe von Motorsägen durchgeführt. Auf empfindlichen Nassböden kommen für den Abtransport sogar Rückepferde zum Einsatz – eine besonders naturschonende Weise der Holzernte. Ein Teil des anfallenden Holzes wird als Rechtholz vergeben, gelangt also nicht auf den freien Markt.

Entsprechende Maßnahmen wurden in den Vorjahren bereits am Kolbersbach zwischen Lindbergmühle und Spiegelhütte sowie am Reschbach zwischen Finsterau und Mauth durchgeführt. Die Maßnahmen werden jeweils in Abstimmung mit der Fachstelle Waldnaturschutz Niederbayern geplant.


Straße zum Gfäll für Radfahrer gesperrt

Spiegelau Kirche

Gemeinde Spiegelau: Grund ist der desolate Zustand

Die Schwarzachstraße hinauf zum Gfällparkplatz wird ab sofort von der Gemeinde Spiegelau für Radfahrer gesperrt. Der Grund ist der desolate Zustand der Straße, Risse und aufgebrochene Teilstücke stellen für Radfahrer eine zu große Gefahr dar. Der Igelbusverkehr ist von der Sperrung nicht betroffen.

Die Schwarzachstraße ist ein Teilstück des Radweges 98, Beschilderungen im Gelände weisen die Besucher auf die Sperrung hin. Wasser, Luft und Boden: Einblicke in die Forschungsstation Taferlruck


Die Quadratur des Jubiläums

Wer ein Foto von sich mit der großen „50“ macht und auf Instagram teilt, kann einen der Jubiläumswürfel gewinnen. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Zum 50. Geburtstag des Nationalparks: Fotoaktion mit großen Holzwürfeln startet in den Nationalparkeinrichtungen

Ein knalliges Grün zieht derzeit die Blicke der Nationalparkbesucher auf sich. Die großen Würfel mitsamt einer weißen 50 darauf stehen vor dem Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau, vor dem Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald und vor dem Haus zur Wildnis in Ludwigsthal. Entstanden sind sie in der nationalparkeigenen Schreinerei bei Altschönau, wo normalerweise Wegweiser, Informationstafeln oder Sitzgarnituren angefertigt werden.

Doch was hat es mit den Würfeln eigentlich auf sich? Die Aktion ist Teil des 50. Geburtstag des Nationalparks. Die Würfel vor den Einrichtungen sollen Gästen als Fotomotiv dienen – und so das Jubiläum in die Welt hinaustragen. Wer will, kann die entstandenen Bilder auf Instagram unter dem Hashtag #50jahrenationalpark teilen. Unter allen hochgeladenen Bildern wird am Ende des Jahres einer der schmucken Holzwürfel verlost. Da lohnt sich das Fotografieren gleich doppelt!


Parkscheinautomaten für das Nationalparkzentrum Falkenstein

Ab sofort steht am Parkplatz des Nationalparkzentrums Falkenstein ein Parkscheinautomat zur Verfügung. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Ab 1.Juli gibt es Parkscheinautomaten, Schranke wird abgebaut – „Einfach zu bedienende und wartungsarme Lösung“

Eine Neuerung gibt es im Parkplatzbereich des Nationalparkzentrums Falkenstein bei Ludwigsthal. Dort wird die Schrankenanlage zum 1. Juli durch Parkscheinautomaten ersetzt.

„Die Schrankenanlage ist in die Jahre gekommen“, erklärt Achim Klein, Leiter vom Haus zur Wildnis. „Es gab einige Ausfälle und keine Ersatzteile mehr für dieses Modell.“ Deshalb entschied sich die Nationalparkverwaltung dazu, die Schranken abzubauen und Parkscheinautomaten aufzustellen. „Das ist eine einfach zu bedienende und wartungsarme Lösung“, so Klein. Hinzu kommt, dass die Schranken häufig die Besucher davor abgeschreckt haben, auf den Parkplatz zu fahren und sich zu informieren. „Auch dieses Problem haben wir somit gelöst.“

Die Mitarbeiter vom Servicegebäude auf dem Parkplatz stehen weiterhin als Ansprechpartner für die Besucher vor Ort zur Verfügung. „Außerdem haben wir eine einfache Gebührenstruktur erarbeitet“, erklärt Klein. Es gibt ein Tagesticket sowie ein Feierabendticket mit günstigem Tarif, das vor allem für die Einheimischen gedacht ist, die am Nachmittag eine Runde im Tier-Freigelände spazieren gehen möchten.


Besucherandrang: Nationalpark verstärkt Information

Besucherandrang am Rachel

Waldführer werden an Parkplätzen eingesetzt – Polizei weist auf Freihalten von Rettungswegen hin

Derzeit sind außergewöhnlich viele Besucher im Nationalpark Bayersicher Wald unterwegs – nicht nur in den Einrichtungen des Schutzgebiets, sondern auch auf den Wanderwegen. Beliebte Wanderziele wie die Gipfel Rachel, Lusen und Falkenstein sind an regenfreien Tagen wie jüngst an Fronleichnam sehr hoch frequentiert. Das sorgt nicht nur aufgrund aktueller Abstands- und Hygieneregeln für Herausforderungen. Schwierig gestaltet sich oft auch die Parkplatzsuche.

Der Nationalpark Bayerischer Wald setzt daher ab sofort verstärkt ehrenamtliche Waldführer zur Besucherlenkung ein. „An den neuralgischen Punkten werden die Besucher dann gleich beim Ankommen informiert“, sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Dabei gehe es nicht nur um eine Erstinformation über den Nationalpark, sondern auch darum, welche Parkplätze aktuell noch frei sind und angesteuert werden können. Nur dank dieses Engagements können die Ranger weiterhin verstärkt im Gelände unterwegs sein, um die Schutzgebietsregeln zu überwachen.

Gerade in der Ferienzeit ist es oft vorgekommen, dass sogar großflächige Parkplätze ihr Kapazitätslimit bereits am Vormittag erreicht haben. Viele Besucher wichen dann auf nicht ordnungsgemäße Parkflächen aus. Die Polizeiinspektionen Grafenau und Zwiesel, die für den Großteil der Nationalparkfläche zuständig sind, weisen ausdrücklich darauf hin, dass Rettungswege, aber auch Grünstreifen und Buswendemöglichkeiten unbedingt freizuhalten sind. Dies war jüngst nicht immer der Fall. Ausflügler sollten sich bewusst sein, das ordnungswidriges Parken auch im kostenpflichtigen Abschleppen münden kann.

Doch nicht nur auf den vielen klassischen Wanderparkplätzen kam es jüngst zu Problemen. Selbst der Großraumparkplatz des Nationalparkzentrums Lusen bei Neuschönau war am Pfingstmontag und an Fronleichnam überfüllt. Ab sofort wird der Nationalpark bei derartigen Situationen aktuell über seinen Facebook-Account über derartige Engpässe informieren. Auch Radiostationen würden informiert, wie an Fronleichnam erstmals praktiziert. „Damit hoffen wir, unsere Besucher frühzeitig über aktuelle Kapazitätsengpässe aufzuklären“, so Leibl. Eine Alternative zur Anreise mit dem Auto sei übrigens das ÖPNV-System der Region. Mit Igelbus und Waldbahn sind viele Ausflugsziele bestens erreichbar. Das Auto kann dann schon im Vorfeld des Nationalparks stehen bleiben. Informationen dazu gibt’s unter www.bayerwald-ticket.com.

Die hohen Besucherzahlen sind auch hinsichtlich der aktuellen Hygieneregeln bezüglich der Corona-Pandemie für alle Beteiligten herausfordernd. „Hier bitten wir eindringlich um eine gegenseitige Rücksichtname“, appelliert Leibl. Besonders an den Hotspots des Schutzgebiets sei das Abstandhalten nicht immer einfach. „Man muss einfach auch etwas mehr Zeit und Geduld mitbringen.“

In den beiden Tier-Freigeländen der Nationalparkzentren sind daher aktuell zur Besucherlenkung neben Rangern ebenfalls ehrenamtliche Waldführer im Einsatz. Zu Staus kann es gerade vor den Aussichtskanzeln kommen. Diese dürfen derzeit nur eine begrenzte Zahl von Besuchern nutzen. Kleine Volieren mussten ganz gesperrt werden, andernorts gelten Einbahnregelungen. „Wir haben all diese Maßnahmen gut beschildert und bitten darum, dies vor Ort auch zu befolgen“, sagt Leibl.

Zur aktuellen Standardausrüstung für den Nationalparkausflug gehört auch der Mund-Nasen-Schutz. Der muss nicht nur im ÖPNV und im Inneren der Besuchereinrichtungen, wie dem Hans-Eisenmann-Haus und dem Haus zur Wildnis, getragen werden, sondern zum Beispiel auch beim Betreten der bewirtschafteten Schutzhütten.

„Daneben sollten alle Besucher nicht vergessen, dass der Nationalpark ein Schutzgebiet ist, in dem seltene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten vorkommen“, ergänzt Leibl. Daher gelte es sich neben Abstands- und Hygieneregeln auch an allgemeine Verhaltensregeln zu halten. So ist im Nationalpark-Kerngebiet, zu dem vor allem die Hochlagen gehören, das Verlassen markierter Wege nicht gestattet. Nur so können bedrohte Arten wie das Auerhuhn überleben. Radfahren ist übrigens nur auf ausgewiesenen Radwegen erlaubt. Zelten, Nächtigen auf Parkplätzen und Müll hinterlassen ist verboten. „In jüngster Zeit hat die Nationalparkwacht in allen Bereichen leider vermehrt Verstöße dieser Art festgestellt.“ In diesen Fällen werden Bußgeldverfahren eingeleitet.

„Nichtdestotrotz freuen wir uns natürlich über Naturliebhaber, die unsere entstehende Waldwildnis erleben wollen“, so Leibl. „Wenn sich alle Besucher mit Rücksicht, Respekt und gesundem Menschenverstand durch unsere einzigartige Natur bewegen, werden wir auch den aktuellen Besucherandrang meistern.“


Wie geht es mit dem Nationalpark-Jubiläum weiter?

der Nationalpark

Fest der Region wird im Juni 2021 nachgeholt

Eigentlich hätte der Nationalpark Bayerischer Wald das ganze Jahr über bei mehr als einem Dutzend Veranstaltungen seinen 50. Geburtstag gefeiert. Die Corona-Pandemie hat die Planungen über Bord geworfen. Alle bis Mitte Juli geplanten Termine waren bereits abgesagt. Nun ist klar, dass das Jubiläumsprogramm auch im Rest des Jahres ausfällt. Dafür wird der Hauptakt 2021 nachgeholt. Führungen finden – in reduzierter Form – ab 30. Mai 2020 wieder statt.

Von der ausgeweiteten Absage sind unter anderem das für Anfang August im Nationalparkzentrum Falkenstein bei Ludwigsthal anvisierte Fest der Region sowie sechs Tage der offenen Türen in den Nationalpark-Einrichtungen betroffen. Zudem wird die Geburtstagsführungsreihe ersatzlos gestrichen. Die gängigen Abstands- und Hygieneregeln wären bei derlei Veranstaltungen schlicht nicht umsetzbar.

Doch es gibt auch positive Nachrichten: „Bereits vergangenes Wochenende hätte es einen großen offiziellen Festakt sowie ein zweitägiges Fest der Region im Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau geben sollen“, berichtet Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Diese Hauptveranstaltung holen wir nächstes Jahr nach.“ Die behördliche Genehmigung vorausgesetzt, soll das Event von 18. bis 20. Juni 2021 über die Bühne gehen. Darüber hinaus ist die Nationalparkverwaltung gerade dabei, einige der abgesagten Veranstaltungen neu zu konzipieren und online in Videoformaten anzubieten.

Besucherinteraktion in Realität gibt’s derweil bald wieder im Führungsbereich. Ab Samstag, 30. Mai, werden im Rahmen eines Corona-Ersatzprogramms täglich verschiedene geführte Wanderungen größtenteils kostenlos angeboten.

Größere Touren sind am Wochenende geplant. An den Samstagen findet jeweils um 10 Uhr eine Tageswanderung in die wilde Natur zwischen Rachel und Lusen statt, am Sonntag geht es zur selben Zeit in das Nationalparkgebiet zwischen Falkenstein und Rachel. Auch an den Werktagen werden täglich bis zu zwei Führungen angeboten, wie zum Beispiel am Montag ein Urwaldspaziergang mit einem Ranger in Zwieslerwaldhaus, eine Wanderung zu den wilden Wäldern am Sagwasser am Mittwoch oder die Entdeckung der Vogelwelt am Donnerstagmorgen.

Nachdem ab den Pfingstferien mit einem erhöhten Besucheraufkommen im Nationalpark zu rechnen ist, hat sich die Verwaltung für das Angebot eines Ersatz-Programmes entschieden. „Für uns ist es wichtig, dass nicht nur Urlaubsgäste, sondern auch Einheimische wieder bei geführte Wanderungen unsere wilde Natur entdecken können“, erklärt Leibl. Die Bayerische Staatsregierung hatte in dieser Woche den Weg dafür geebnet und Führungen unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften erlaubt.

„Im Nationalpark bedeutet dies, dass der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden muss. Aus diesem Grund ist die Teilnehmerzahl auf maximal zehn Personen beschränkt.“ Bei entsprechender Nachfrage nach einzelnen Angeboten wird jedoch versucht, zwei Gruppen zu bilden, die räumlich getrennt voneinander unterwegs sind, um die Gesamtkapazität pro Führung auf 20 Personen zu erhöhen.

Das Programm läuft vorerst bis zum 30. Juni. Danach wird, entsprechend den dann geltenden Verhaltensregeln, entschieden, wie es mit dem Führungsbetrieb weitergeht. Das komplette Führungsangebot ist auf der Homepage des Nationalparks unter www.nationalpark-bayerischer-wald.de abrufbar. Zu jeder Führung müssen sich die Teilnehmer beim Führungsservice unter 0800 0776650 oder nationalpark@fuehrungsservice.de anmelden.


Wegen Corona: Waldschmidthaus bleibt zu

Waldschmidthaus

Pächter der Schutzhütte am Rachel führen 2020 Bewirtschaftung nicht fort – 2021 wird gebaut

Rachel-Wanderer müssen sich für die Pause in Gipfelnähe zukünftig wieder selbst versorgen, denn das Waldschmidthaus bleibt vorerst geschlossen. Die aufgrund der Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen für die Gastronomie würden „wirtschaftlich, gesundheitlich und rechtlich ein nicht kalkulierbares, existentielles Risiko“ darstellen, so die bisherigen Pächter Sigrid Kick und Rudolf Holzapfel gegenüber der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald. Daher haben die Gastronomen auf eigenen Wunsch ihre Kündigung eingereicht.

„Wir bedauern diese Entscheidung“, so Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Gerade hinsichtlich des renovierungsbedürftigen Zustands der Hütte inklusive der sehr beengten Verhältnisse im Inneren könne man den Schritt jedoch verstehen. Das Abstandsgebot sei sowohl im Gastraum als auch im Sanitärbereich kaum wirksam umsetzbar.

Für die Hütte bedeutet die Kündigung wohl, dass es in dieser Saison keinen Betrieb geben wird. „Kurzfristig einen neuen Pächter zu finden, ist so gut wie ausgeschlossen“, so Leibl. Nicht nur aufgrund der coronabedingten Einschränkungen, sondern auch weil das Haus 2021 sowieso geschlossen bleiben wird. Denn im nächsten Jahr soll die Generalsanierung beginnen. „Sobald absehbar ist, wann diese abgeschlossen ist, werden wir uns auf die Suche nach neuen Pächtern begeben.“


Racheldiensthütte öffnet am 18. Mai

die Racheldiensthütte

Wirt startet Probebetrieb ab 18. Mai vorerst nur bei schönem Wetter

Pünktlich zur bayernweiten Öffnung der Biergärten herrscht auch an der Racheldiensthütte ab 18. Mai wieder Betrieb. „Vorerst allerdings nur bei schönem Wetter von 10 bis 18 Uhr“, wie Wirt Hans Wichtl sagt. Der Gastronom plant erstmal einen einwöchigen Probebetrieb im Außenbereich, um danach zu entscheiden, ob ein weiterer Betrieb unter den aktuellen Gegebenheiten sinnvoll erscheint.

Gäste müssen beachten, dass die Diensthüttenstraße aufgrund einer Baumaßnahme derzeit gesperrt ist. Eine Zufahrt mit dem Rad ist dank einer Umleitung ab Forschungsstation Taferlruck allerdings möglich. Der Igelbus fährt heuer erst ab 30. Mai.

Die zweite im Besitz des Nationalparks Bayerischer Wald befindliche Hütte, das Waldschmidthaus am Großen Rachel, bleibt zunächst geschlossen. Wann der Saisonstart erfolgt, können die dortigen Pächter derzeit noch nicht sagen.


Den Kreuzottern auf der Spur

Kreuzottern an den verschiedensten Plätzen mit den verschiedensten Zeichnungen konnten im Rahmen des Forschungsprojektes schon fotografiert werden. (Fotos: Pauli Hien/Nationalpark Bayerischer Wald)

Neues Forschungsprojekt will Vorkommen im Nationalpark erheben

Egal ob Rothirsch, Luchs oder Wolf – wenn Forscher diese Tiere draußen in der Natur aufspüren wollen, ist dies nicht leicht und gelingt oft nur mittels Kotproben oder Fotofallen. Aber doppelt so schwer ist es, wenn es um Kreuzottern geht. „Das ist wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen“, sagt Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald. Mit Hilfe eines Forschungsprojektes sollen nun die Bestände dieses gefährdeten Reptils ermittelt werden.

„Die Kreuzotter ist laut der Roten Liste Bayern 2019 stark gefährdet und die Bestände nehmen weiter ab“, so Leibl. Außerhalb der Alpen gibt es die größten Kreuzottervorkommen in den Ostbayerischen Grenzgebirgen, vor allem im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald. „Zusammen mit den tschechischen Vorkommen im Böhmerwald bildet unser Vorkommen das vermutlich größte, zusammenhängende in Mitteleuropa.“ Bis jetzt sind dies aber nur Vermutungen und viele Fragen sind offen. „Wie groß ist der Bestand? Geht er zurück? Oder profitiert die Kreuzotter von der Walddynamik im Nationalpark?“

Um das herauszufinden wurde bereits im vergangenen Jahr ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen. „Mit den Feldarbeiten haben wir im März begonnen“, erklärt Dr. Christoph Heibl, der im Nationalpark für das Projekt zuständig ist. Dann verlassen die Männchen ihre Winterquartiere und sonnen sich erst mal ausgiebig, bevor sie sich auf die Suche nach einer Partnerin machen. „In einem ersten Schritt haben wir Sonnen- und Paarungsplätze kartiert, denn dort lassen sich die Tiere verhältnismäßig leicht zählen und auch fotografieren.“ Über eine Fang-Wiederfang-Statistik und längere Zeitreihen kann dann der Bestandstrend abgeschätzt werden. Generell kann man einzelne Individuen gut unterscheiden, und zwar an ihrer individuellen Kopfbeschuppung. Bis jetzt konnten bereits 36 verschiedene Exemplare gezählt werden, was vermutlich aber nur einen kleinen Teil des Gesamtbestandes ausmacht.

Neben den Beobachtungen nehmen die Forscher auch genetische Proben. „So können wir beurteilen, wie stark der Austausch zwischen einzelnen Populationen ist“, erklärt Heibl. Wenn Populationen klein und isoliert sind, verarmen sie genetisch – „und können dann Krankheiten sowie anderen Stressfaktoren wenig entgegensetzen und sterben aus.“

Unterstützung erhält der Nationalpark bei diesem Projekt von Kreuzotterspezialist Pauli Hien. „Er war zu einer unserer wissenschaftlichen Vortragsreihen eingeladen“, erinnert sich Heibl. „Dort wurde schnell klar, dass er ein besonderes Gespür für die Kreuzottern und ihre Lebensräume hat.“ Über diese Kooperation freut sich Heibl ganz besonders – vor allem, weil er im Rahmen des Projektes noch viel vorhat. „Für 2021 ist eine Studie geplant, die Daten sammelt, wie genau Kreuzottern Windwurfflächen als Lebensräume nutzen.“

Im Rahmen des Projektes wollen die Forscher aber auch über das Reptil aufklären. „Schlangen sind sehr scheue Tiere und Begegnungen mit Menschen sind selten“, so Heibl. Sobald sie Erschütterungen – zum Beispiel durch Schritte – wahrnehmen, verkriechen sich Kreuzottern. Daher sind Bissunfälle, die in der Regel nicht lebensgefährlich sind, auch sehr selten. „Wichtig ist es, den Tieren mit Respekt gegenüberzutreten, was eigentlich – auch für ungiftige Tiere – selbstverständlich sein sollte.“


Racheldiensthüttenstraße wegen Bauarbeiten gesperrt

die Racheldiensthütte

Landeskriminalamt errichtet Funkturm - Schwerlastverkehr gefährlich für Radfahrer

Aufgrund von Bauarbeiten bleibt die Racheldiensthüttenstraße hinauf zur Racheldiensthütte weiterhin komplett für den Verkehr gesperrt. Der Grund sind Bauarbeiten im Bereich der Forschungsstation Taferlruck.

Das Landeskriminalamt errichtet dort für das neue BOS-Funksystem – ein nichtöffentlicher Funkdienst, der von Behörden verwendet wird – einen Sendemast.

Ab Montag, 4. Mai, wird auf der Straße vermehrt Schwerlastverkehr unterwegs sein, was insbesondere für Radfahrer lebensgefährlich sein kann. Daher ist eine Durchfahrt bis zum Abschluss der Bauarbeiten nicht erlaubt.


Anzeige: Unbekannte schneiden Bäume im Nationalpark um

im Nationalpark

Ranger entdeckt 50 gefällte Jungfichten im Kerngebiet – „Kein Einzelfall“

„Das ist kein Bagatelldelikt“, bringt es Prof. Jörg Müller, stellvertretender Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, auf den Punkt. Gemeint ist eine Entdeckung, die ein Mitarbeiter der Nationalparkwacht in der Karwoche gemacht hat. Mitten im Kerngebiet, wo derzeit zum Schutz bedrohter Tierarten absolutes Wegegebot gilt, haben Unbekannte rund 50 Jungfichten umgeschnitten. Die Nationalparkverwaltung hat deswegen Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet.

An selber Stelle, jedoch in geringerem Umfang, wurde bereits 2019 ein Eingriff registriert. „Leider ist das kein Einzelfall“, so Müller. Immer wieder kommt es vor, dass Bewuchs auf aufgelassene Wegen von unbekannten Dritten entfernt wird. „Aber gerade hier sollte die Natur wieder das Zepter übernehmen, um unter anderem für Arten wie dem störungsempfindlichen Auerhuhn genügend Rückzugsräume zu schaffen.“

Müller versteht die Baumfällaktion vor allem deswegen nicht, weil neben dem rund 500 Kilometer großen Wegenetz des Parks, das ganzjährig genutzt werden darf, viele in der Nationalparkverordnung definierte sonstige Wege und Steige sowieso von der Nationalparkverwaltung freigehalten werden. „Diese dürfen von 15. Juli bis 15. November von allen Naturfreunden begangen werden, also nachdem etwa die Auerhühner die harte Winterzeit und die Aufzucht ihrer Küken gemeistert haben.“ Dieses Wegekonzept ist mit den umliegenden Kommunen und Verbänden abgestimmt.

Der Vize-Nationalparkchef bittet eindringlich um Verständnis, dass in einem Großschutzgebiet immer Kompromisse zwischen Naturschutz und Erholungsnutzung gemacht werden müssen. Dazu gehört, dass nicht alle Teile des Gebiets zugänglich sein können. Um vergleichbare Freischneideaktionen in Zukunft möglichst zu unterbinden, wird die Nationalparkwacht an den neuralgischen Punkten noch stärker kontrollieren und konsequent Anzeige erstatten.


Rätsel und Basteltipps für kleine Forscher

Beim Rätsel rund um die Frühlingsblumen gilt es auch eine Wörterkiste zu lösen. (Foto: Annette Nigl/Nationalpark Bayerischer Wald)

Auf neuer Unterseite der Nationalpark-Homepage gibt’s spannende Inhalte für Kinder

Grafenau. Während der Ausnahmesituation rund um das Coronavirus kann es vielen Kindern schnell ein wenig langweilig werden. Für etwas Abhilfe hierbei will jetzt auch der Nationalpark Bayerischer Wald sorgen. Auf seiner Homepage ist daher die neue Rubrik „Für kleine Forscher“ online gegangen, unter der ab sofort regelmäßig Rätsel und Basteltipps veröffentlicht werden.

Zwei abwechslungsreiche Arbeitsblätter sind bereits online. Mit Wörterkisten, Fehlerbildern oder Rechenaufgaben können sich Kinder dabei mit den Frühlingsblumen im Wald und dem Luchs beschäftigen. Kindgerechte Lesetipps geben Hilfe beim Rätseln. Mit etwas Abstand werden auch die Lösungen bereitgestellt. Im zweiten Bereich der Rubrik präsentiert der Nationalpark jede Woche einen neuen Basteltipp. In Form von kurzen YouTube-Videos kann man sich bereits Schritt für Schritt anschauen, wie man ein Insektenhotel baut oder wie auf einer Wäscheklammer ein Küken aus einem Osterei blicken kann.

Die Rätsel und Tipps landen auf der Homepage des Schutzgebiets – www.nationalpark-bayerischer-wald.de – im Navigationsbereich „Lernort Wald“. Daneben erscheinen sie auch stets unter „Aktuelles“ sowie auf dem Facebookkanal des Nationalparks.


So reagiert der Nationalpark auf das Coronavirus

Beim Nationalpark wird aktuell verstärkt auch aus dem Homeoffice gearbeitet. (Foto: Gregor Wolf/Nationalpark Bayerischer Wald)

Vermehrte Heimarbeit und Schichtbetrieb – Abordnungen an Gesundheitsämter

Die Ausnahmesituation rund um das Coronavirus hat auch den Nationalpark Bayerischer Wald voll erfasst. Besuchereinrichtungen sind geschlossen, Führungen abgesagt. Der laufende Betrieb der Verwaltung geht freilich trotzdem weiter. Um dem Infektionsschutz gerecht zu werden, wurden jedoch Maßnahmen zur Minimierung der persönlichen Kontakte umgesetzt.

„In der aktuellen Lage gilt es pragmatische Lösungen zu finden, die der Gesundheit aller dienen“, sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. „Das vermeiden persönlicher Kontakte steht dabei an oberster Stelle.“ Daher wurde die Möglichkeit, Homeoffice in Anspruch zu nehmen, jüngst noch einmal verstärkt. Aktuell können 47 Mitarbeiter der rund 200-köpfigen Mannschaft ihre Dienstgeschäfte von daheim erledigen – vorwiegend betrifft das die Angestellten in der Verwaltung in Grafenau. „Dadurch haben wir es geschafft, dass kein Büro mehr von zwei Personen benutzt wird.“

Doch nicht alle Aufgaben lassen sich aus der Ferne erledigen. Die Bewohner der beiden Tier-Freigelände müssen zum Beispiel auch versorgt werden, wenn die Gehege für Besucher gesperrt sind. „Bei den Tierpflegern haben wir jedoch auf Schichtbetrieb umgestellt, so dass so wenig Kontakt wie möglich entsteht.“ Dasselbe gilt für die Mitarbeiter im Wald-Management oder bei der Nationalparkwacht. Nur wenn der Arbeitsschutz den Einsatz von zwei Personen zwingend notwendig macht, zum Beispiel bei der Borkenkäferbekämpfung oder bei Maßnahmen der Verkehrssicherung, wird noch in Duos gearbeitet – dann jedoch mit möglichst viel Abstand zueinander.

Derweil haben die Landratsämter Regen und Freyung-Grafenau um Unterstützung gebeten. Daher verstärkt Nationalparkpersonal bereits seit vergangener Woche die Gesundheitsämter in Regen und Waldkirchen. Aktuell sind dafür acht Mitarbeiter abgeordnet. Zum 1. April folgen drei weitere.


Auftanken in der Wildnis


E-Bike-Fahrer können den Akku ihres Rades ab sofort kostenfrei an der Racheldiensthütte aufladen. (Foto: Hans-Georg Simmet/Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark stellt E-Bike Ladestation an der Racheldiensthütte auf

Auch im Nationalpark Bayerischer Wald sind immer mehr Besucher mit E-Bikes unterwegs. Damit diese ihren fahrbaren Untersatz auch während einer längeren Radtour auftanken können, hat die Nationalparkverwaltung an der Racheldiensthütte nun E-Bike-Ladestationen errichtet. Bis zu acht Akkus können hier gleichzeitig geladen werden, die Benutzung ist kostenlos.


Auf Rädern durch den Nationalpark


Freuen sich über die neuen Hilfsmittel für Nationalpark-Besucher mit Handicap: Nationalparkleiter Franz Leibl (von links), Christian Kremer von der Erlebnis Akademie und Umweltbildungsreferent Lukas Laux vor einem Elektro- und einem Wanderrollstuhl. (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald) 
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Besucher mit Handicap können sich ab sofort Elektro-, Wander- und Klapprollstuhl ausleihen

Es ist wieder ein Schritt mehr dafür getan, die wilde Natur des ersten deutschen Nationalparks für Besucher mit Handicap erlebbar zu machen. Denn ab sofort stehen im Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau ein Elektro-, ein Wander- und ein Klapprollstuhl sowie ein Bollerwagen zum kostenlosen Ausleihen zur Verfügung. Das ist eine weiter Maßnahme im Rahmen der Initiative Nationalpark für alle.

„Die Hilfsmittel sind hier gut aufgehoben“, sagte Nationalparkleiter Franz Leibl. „Schließlich haben wir die Wege in den Tier-, Pflanzen- und Gesteins-Freigeländen derart umgestaltet, dass sie auch mit Rollstühlen zu bewältigen sind. So ist es auch körperlich eingeschränkten Naturfreunden möglich, unsere Einrichtungen zu nutzen.“

Finanziert wurden die Neuanschaffungen von der Erlebnis Akademie, die im Nationalparkzentrum Lusen den Baumwipfelpfad betreibt. „Wir konzipieren unsere Angeboten ebenfalls so, dass sie von allen Besuchergruppen genutzt werden können“, betonte Christian Kremer. „Daher unterstützen wir den Nationalpark gern bei Maßnahmen, die die Barrierefreiheit verbessern.“

Wer von den neuen Hilfsmitteln Gebrauch machen möchte, kann einfach beim Parkplatzservice auf dem P1 des Nationalparkzentrums Lusens vorbeischauen. Eine vorherige telefonische Reservierung via 08558/9729823 ist ratsam. Kosten fallen nicht an. „Natürlich können die Rollstühle auch für Touren an anderen Orten des Nationalparks ausgeliehen werden“, so Umweltbildungsreferent Lukas Laux. „Dabei ist lediglich der Transport der Gerätschaften selbst zu organisieren.“


nationalpark_aktuell.txt · Zuletzt geändert: 2021/10/25 07:45 von gfreund

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